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22.09.2025

Trotz leichten Anstiegs liegt Inflation unter Zielrate der EZB

Die aktuelle Inflationsentwicklung ist moderat und trifft einkommensschwächere Haushalte derzeit weniger stark als in der Vergangenheit.

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©gesrey/123rf.com

Die Inflation in Deutschland ist im August 2025 leicht auf 2,2 % gestiegen. Trotz des Anstiegs liegt die Teuerung für die meisten Haushalte unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), zeigt der neue Inflationsmonitor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

Moderate Teuerung – aber nicht für alle

Die Preiserhöhungen im August gehen vor allem auf teurere Lebensmittel zurück. Gleichzeitig wirken sinkende Energiepreise nicht mehr so stark inflationsdämpfend wie zuvor. Dennoch blieb die haushaltsspezifische Inflation für sieben von neun Haushaltstypen unter dem EZB-Ziel von 2,0 %. Nur zwei gutverdienende Haushaltstypen – Alleinlebende mit sehr hohen Einkommen (2,1 %) und Familien mit hohen Einkommen (2,0 %) – lagen darüber.

Am günstigsten kamen Haushalte mit geringem Einkommen weg: Familien mit Kindern und Alleinlebende mit niedrigem Einkommen verzeichneten jeweils eine Inflationsrate von 1,7 %, ebenso wie Alleinerziehende mit mittlerem Einkommen.

Geringe Unterschiede zwischen Haushaltstypen

Die Spreizung der Inflationsraten zwischen den verschiedenen Haushalten war mit 0,4 Prozentpunkten im August gering. Zum Vergleich: Im Herbst 2022 lag die Differenz bei 3,1 Prozentpunkten. Damals traf die Teuerung einkommensschwache Familien besonders hart, da deren Warenkörbe stärker von Energie und Grundnahrungsmitteln geprägt sind.

Aktuell führt jedoch der höhere Konsum von Dienstleistungen bei Gutverdienern – etwa für Versicherungen und soziale Dienste – zu einer leicht erhöhten Inflation in diesen Gruppen.

Blick auf den Euroraum und Kritik an der EZB

IMK-Expertin Dr. Silke Tober rechnet damit, dass die Inflation im Euroraum um das EZB-Ziel von 2,0 % schwankt und 2026 sogar darunter fällt. Sie kritisiert, dass die EZB den Leitzins im September nicht gesenkt hat, trotz Belastungen durch hohe Energiepreise, US-Zölle und einen um 14 % aufgewerteten Euro. Die restriktive Geldpolitik behindere Investitionen und berge das Risiko zu niedriger Inflation.

Seit August 2019 sind die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 39,0 % gestiegen – mehr als das Dreifache der Zielinflation der EZB für denselben Zeitraum (12,6 %). Energie verteuerte sich um 35,9 %, darunter Haushaltsenergie sogar um 46,2 % und Kraftstoffe um 22,2 %.

(Hans-Böckler-Stiftung vom 19.09.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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