25.09.2025

Digitaler Euro: Erwartungen sind klar

Eine neue Studie zeigt: Verbraucher:innen erwarten einfache, sichere und kostenfreie digitale Zahlungsmethoden.

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Verbraucher:innen in Deutschland und Europa haben klare Erwartungen und Anforderungen an digitale Zahlungsmethoden – insbesondere im Hinblick auf den geplanten digitalen Euro. Dabei stehen Nutzerfreundlichkeit, Sicherheit, Kostenfreiheit und Datenschutz im Vordergrund. Das zeigt eine repräsentative Studie von European Consumer Organisation (BEUC), Euroconsumers und International Consumer Research & Testing (ICRT). Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert von einem digitalen Euro einen für alle Verbraucher:innen einfachen, sicheren und kostenfreien Zugang zum digitalen Zahlungsverkehr.

Sicherheit, Verlässlichkeit und Nutzbarkeit stehen im Vordergrund

In einer repräsentativen Befragung der European Consumer Organisation (BEUC), Euroconsumers und International Consumer Research & Testing (ICRT) in zehn Euro-Ländern gaben die Befragten an, dass eine neue digitale Zahlungsmethode sicher und verlässlich (55 %), einfach zu nutzen (53 %) und niedrige oder keine Gebühren haben (49 %) sollte.

Die Befragungsergebnisse im Überblick

  • 58 % der Erwachsenen und 49 % der Jugendlichen haben schon vom digitalen Euro gehört, aber nur elf % bzw. neun % fühlen sich gut informiert.
  •  Mehr als die Hälfte der befragten europäischen Verbraucher:innen, die in den letzten zwölf Monaten eine digitale Zahlungsmethode genutzt haben, ist der Meinung, dass die wichtigsten Aspekte bestehender digitaler Zahlungsmethoden die einfache Nutzung (58 %) und die Sicherheit (56 %) sind. Niedrige oder keine Gebühren (34 %), Datenschutz (33 %) und schnelle Bezahlvorgänge (32 %) stehen ebenfalls ganz oben auf der Liste.
  • Wenn eine neue digitale Zahlungsmethode eingeführt würde, sollte sie laut den befragten Verbraucher:innen sicher und zuverlässig (55 %), einfach zu bedienen (53 %) und mit sehr geringen oder gar keinen Gebühren (49 %) verbunden sein. Außerdem sollte sie die Möglichkeit bieten, im Falle von Betrug oder Scams problemlos eine Rückerstattung zu erhalten (44 %), den Schutz personenbezogener Daten gewährleisten (42 %) und überall akzeptiert werden (36 %).
  • Über die Hälfte der Befragten (55 %), die digitale Zahlungsmethoden nutzen, haben bereits Schwierigkeiten bei digitalen Zahlungen erlebt – von technischen Fehlern über Sicherheitsbedenken bis hin zu mangelnden Kenntnissen. Gleichzeitig haben 46 % der Jugendlichen und 39 % der Erwachsenen einem Freund oder Familienmitglied bei einer digitalen Zahlung geholfen.
  • 82 % der Erwachsenen und 77 % der Jugendlichen geben an, dass sie zumindest etwas besorgt sind, Opfer von Cyberangriffen oder Online-Betrug zu werden.
  •  Mehr als vier von zehn der jugendlichen Nutzer (47 %) und 42 % der erwachsenen Befragten haben kein Problem damit, personenbezogene Daten zur Betrugsbekämpfung und zur Bekämpfung von Geldwäsche weiterzugeben. Gleichzeitig ist die Bereitschaft, Daten für kommerzielle Zwecke weiterzugeben, geringer und nimmt mit zunehmendem Alter ab.
  • Mehr als acht von zehn Befragten sind der Meinung, dass digitale Zahlungen für Verbraucher:innen kostenlos sein sollten (87 %). Darüber hinaus sind 85 % der Meinung, dass alle Verbraucher:innen Zugang zu einem kostenlosen Basiskonto haben sollten. 88 % sind der Ansicht, dass jedes Bankkonto eine kostenlose Zahlungskarte beinhalten sollte.
  • Die Unterstützung für die weitgehende Akzeptanz von Bargeld ist nach wie vor sehr groß (85 %). 46 % der Jugendlichen und 52 % der Erwachsenen befürchten, dass sie in Zukunft nicht mehr die Möglichkeit haben werden, zwischen verschiedenen Zahlungsmethoden zu wählen.

 Zum Hintergrund

Die Europäische Zentralbank (EZB) befindet sich aktuell in der Vorbereitungsphase des digitalen Euro, die im November 2023 begonnen hat und bis Oktober 2025 läuft. Ab Oktober2025 entscheidet der EZB-Rat, ob der digitale Euro tatsächlich eingeführt wird. Über eine Einführung kann erst nach Abschluss des EU-Gesetzgebungsverfahrens entschieden werden – also nachdem EU-Kommission, Parlament und Rat eine Gesetzesgrundlage für einen digitalen Euro geschaffen haben. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands müssen Rat und Parlament beim Schutz der Privatsphäre beim Kommissionsvorschlag nachbessern. Die Vorgaben zur Inklusion für Zahlungsdienstleister und die Rolle und Ressourcen für öffentliche Stellen müssen ebenfalls konkretisiert werden.

(vzbv vom 25.09.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

 


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