01.12.2025

Trotz Demografie stagnieren Nachfolgezahlen

Trotz wachsender Zahl an übergabewilligen Unternehmern stagniert die Unternehmensnachfolge in Deutschland, weil sich Übernahmen wirtschaftlich immer seltener lohnen.

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Für insgesamt rund 186.000 Unternehmen steht nach Schätzungen des IfM Bonn in den kommenden fünf Jahren eine Nachfolge an, weil die Eigentümerinnen und Eigentümer aufgrund von Alter, Krankheit oder Tod aus der Geschäftsführung ausscheiden. Trotz der zunehmenden Alterung der Unternehmerinnen und Unternehmer sind dies jährlich rund 800 Unternehmen weniger als im vorherigen Schätzzeitraum des IfM Bonn für 2022 bis 2026. „Grund für die Stagnation der Übergaben trotz einer steigenden Anzahl an Übergabewilligen ist die schlechtere Ertragslage, mit der viele Unternehmen in den vergangenen Jahren konfrontiert waren. Dies führt dazu, dass sich eine Übernahme aus Sicht von Nachfolgerinteressierten seltener lohnt“, berichtet Dr. Markus Rieger-Fels. Von dieser Entwicklung besonders betroffen, sind Unternehmen im Bereich der Unternehmensbezogenen Dienstleistungen mit Jahresumsätzen unter 500.000 Euro.

Unternehmensgröße begünstigt Nachfolgen

Die IfM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erwarten laut ihrer Studie, dass rund 30 % aller Übergaben jeweils im Produzierenden Gewerbe und im Bereich der Unternehmensbezogenen Dienstleistungen stattfinden. Aus dem Handel kommt hingegen nur gut jedes 6. der im Schätzzeitraum übertragenen Unternehmen. Die meisten Übergaben je 1.000 Unternehmen werden in Niedersachsen (61), Schleswig-Holstein (55) und Bremen (55) erwartet. Niedersachsen profitiert ebenso wie Bremen von einer größeren Anzahl an Unternehmen in den mittleren Umsatzgrößenklassen, die im Allgemeinen häufiger übergeben werden.

Im Vergleich zum vorangegangenen Schätzzeitraum 2022 bis 2026 werden vor allem in Sachsen-Anhalt (53) und Mecklenburg-Vorpommern (54) mehr Alteigentümerinnen und Alteigentümer ihr Unternehmen übertragen. Weiterhin niedrig bleibt dagegen die Zahl der Übergaben in Berlin (44). Grund hierfür ist, dass es in der Bundeshauptstadt nur wenige Unternehmen im Produzierenden Gewerbe und überproportional viele Unternehmen im Bereich der Dienstleistungen gibt. Letztere zählen zudem überwiegend zu den kleinsten Umsatzgrößenklassen, in denen sich eine Übernahme nur selten lohnt.

(IfM Bonn vom 01.12.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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