31.03.2026

Drei Börsengänge im ersten Quartal

Der IPO-Markt nimmt zum Jahresanfang wieder Fahrt auf. Zwei der drei Erstnotizen kommen aus dem Verteidigungssektor.

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Nach einem schwachen Jahr 2025 meldet sich der deutsche IPO-Markt im ersten Quartal 2026 zurück: Obwohl der Iran-Krieg für große Verunsicherung in der Wirtschaft und damit an den Börsen sorgt, verzeichnet die Frankfurter Börse seit Januar bereits drei Initial Public Offerings (IPOs) – genauso viele wie im Gesamtjahr 2025. Dabei kommen zwei der drei Börsenneulinge aus dem Verteidigungssektor. Wie sich das IPO-Umfeld in den kommenden Monaten entwickelt, hängt laut PwC-Experten auch vom weiteren Verlauf des Iran-Konflikts ab.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Analyse „Emissionsmarkt Deutschland“, für die das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen PwC vierteljährlich die Aktienneuemissionen sowie Kapitalerhöhungen von Unternehmen mit Primary Listing an der Börse Frankfurt erfasst.

Drei erfolgreiche IPOs im ersten Quartal

Obwohl die steigende Volatilität das Aktienmarktumfeld zum Jahresbeginn eingetrübt hat, wagten sich im Auftaktquartal 2026 drei Unternehmen an die Börse und erzielten dabei Gesamterlöse in Höhe von 678 Millionen Euro: Der größte Börsengang des Quartals ging auf das Konto der VINCORION SE. Dem Rüstungszulieferer gelang der Sprung in den Prime Standard der Frankfurter Börse (Erlöse: 345 Millionen Euro). Der U-Boot-Ausrüster Gabler Group AG kam bei seiner Erstnotiz im Scale-Segment auf ein Volumen von rund 133 Millionen Euro. Der ASTA Energy Solutions AG war bereits Ende Januar der Schritt in den Frankfurter Prime Standard geglückt. Das österreichische Unternehmen, das sich auf die Verarbeitung von Kupfer für die Energiebranche spezialisiert hat, spielte dabei 200 Millionen Euro ein.

Investoreninteresse ist vorhanden – für bestimmte Branchen

„Weil zahlreiche Staaten mit Blick auf die geopolitische Lage ihre Verteidigungsbudgets erhöhen, sind europäische Rüstungsunternehmen in den Fokus von Kapitalmarktinvestoren gerückt“, erklärt Dirk Menker, PwC-Experte für Kapitalmarkttransaktionen.

Die Aftermarkt-Performance der drei Börsenneulinge verlief solide: Die Aktien von VINCORION und der Gabler Group legten seit dem Börsengang um 10 bzw. 3 % zu; die der ASTA Energy Solutions sogar um 38 %. „Die drei Börsengänge im Auftaktquartal 2026 zeigen, dass Transaktionen in ausgewählten Industrien auch im aktuellen unsicheren Umfeld funktionieren und das Interesse der Investoren grundsätzlich vorhanden ist“, ergänzt Dirk Menker. Hilfreich, um die Risiken von Transaktionen in unsicheren Zeiten zu minimieren, sind aus Sicht von Stephan Wyrobisch, PwC-Experte für Kapitalmarkttransaktionen, Strukturierungselemente wie ein kurzes Bookbuilding und Cornerstone-Investoren, die sich vorab verpflichten, Anteile im IPO zu erwerben.

Kapitalerhöhungen weiter rückläufig

In Sachen Kapitalerhöhungen war das erste Quartal recht ruhig: Lediglich drei Unternehmen besorgten sich auf diesem Weg frisches Kapital und spielten dabei 94 Millionen Euro ein.

Gemischte Bilanz bei den Fremdkapitalemissionen

Bei den Fremdkapitalemissionen fällt die Bilanz des ersten Quartals gemischt aus: Im Investment-Grade-Bereich bewegten sich die Aktivitäten mit 23 Emissionen auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Das Emissionsvolumen stieg auf rund 23 Milliarden Euro und liegt damit deutlich über dem Schlussquartal 2025 (19 Milliarden Euro) und nur leicht unter dem Vorjahresquartal (Q1 2025: 24 Milliarden Euro).

Im High-Yield-Bereich waren die Emissionen dagegen rückläufig: Mit lediglich sechs Transaktionen hat sich die Anzahl im Vergleich zu Q1 und Q4 2025 nahezu halbiert. Im Auftakt- und Schlussquartal 2025 fanden im High-Yield-Bereich immerhin 13 Transaktionen statt. Auch das Volumen liegt mit rund 4,6 Milliarden Euro unter den Werten der Vorquartale (Q1 2025: 5,3 Milliarden Euro // Q4 2025: 5,4 Milliarden Euro). Gleichzeitig stiegen die Spreads zum Jahresbeginn deutlich an.

Im Sommer könnte sich ein gutes Zeitfenster für IPOs öffnen

Der Blick der PwC-Experten in die Zukunft ist weiterhin vorsichtig optimistisch: „Wir halten im Jahresverlauf weitere Börsengänge durchaus für möglich, insbesondere aus aktuell gefragten Bereichen wie Rüstung und Energie. Zahlreiche Unternehmen stehen in den Startlöchern. Einige Börsenaspiranten hätten sich womöglich bereits im Auftaktquartal aufs Parkett getraut, wenn der Iran-Konflikt nicht für Marktturbulenzen gesorgt hätte.“

(PwC vom 27.03.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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