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14.04.2026

Milliardengrab E-Auto: Massiver Gewinneinbruch der Autokonzerne

Die weltweite Autoindustrie steckt in der Krise. Der Strategiewechsel bei der E-Mobilität ist weniger eine Abkehr vom E-Auto als eine Korrektur früherer Wachstumsannahmen.

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©pitinan/123rf.com

Was vor wenigen Jahren noch als große Zukunftswette galt, entwickelt sich für viele Autokonzerne inzwischen zu einer massiven finanziellen Belastung. Führende Hersteller in Europa und den USA korrigieren derzeit ihre Elektrostrategien und müssen dafür tief in die Bilanz greifen. Abschreibungen auf Batteriefabriken, Entwicklungsprojekte und Modellreihen summieren sich bereits auf fast 60 Milliarden Euro.

Gewinne brechen dramatisch ein

Die Folgen sind dramatisch: Der Gesamtgewinn der 19 weltweit führenden Autokonzerne brach im vergangenen Jahr um 59 % ein – von 143 auf 59 Milliarden Euro. Nur Geely steigerte seinen Gewinn, vier Unternehmen rutschten in die roten Zahlen.

Trotz des Gewinneinbruchs blieb der Umsatz der Hersteller mit einem Plus von 0,6 % weitgehend stabil. Deutsche Autokonzerne schnitten allerdings schwächer ab: Ihr Umsatz sank um 4,1 %, der Absatz um zwei Prozent. Ein wesentlicher Grund ist das schwache Geschäft in China. Noch deutlicher wird die Krise beim Blick auf die Profitabilität: Die durchschnittliche Marge der analysierten Unternehmen fiel von 6,7 auf 2,8 % und damit auf den niedrigsten Stand seit Jahren. Selbst 2020, im ersten Pandemie-Jahr, lag sie mit 3,9 % noch höher.

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Finanzkennzahlen der 19 größten Autokonzerne der Welt, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY quartalsweise erstellt.

Japan vorn, China wächst – Deutschland verliert

Im Ranking der profitabelsten Hersteller lagen zuletzt Suzuki mit 9,7 % Marge und Toyota mit 8,5 % an der Spitze. Dahinter folgen Kia mit 8,0 % und BMW mit 7,6 %.

Während viele westliche Hersteller kämpfen, legten die chinesischen Konzerne BYD, Geely und Great Wall Motors bei Umsatz und Absatz deutlich zu – um 9,3 beziehungsweise 16 %. Allerdings sank auch bei ihnen der Gewinn, und die durchschnittliche Marge schrumpfte von 6,6 auf 5,2 %.

Vor allem deutsche Hersteller stehen in China unter Druck. Ihr Absatz auf dem wichtigsten Automarkt der Welt sank im vergangenen Jahr um 11 %. Der China-Anteil am Pkw-Absatz deutscher Konzerne fiel von über 39 % im Jahr 2020 auf nur noch 29 % im Jahr 2025. Im wachsenden Elektrosegment dominieren zunehmend heimische Marken.

Der Preis des Strategiewechsels

Nach Einschätzung von EY steckt die Branche in einer tiefen Krise. Viele Hersteller hatten auf stark wachsende Absatzmärkte und einen schnellen Hochlauf der Elektromobilität gesetzt. Tatsächlich blieb die Nachfrage nach E-Autos vor allem in den USA und Europa deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nun folgt die Korrektur – mit hohen Kosten. Ford rechnet mit einer Belastung von umgerechnet 18 Milliarden Euro, General Motors mit 7 Milliarden Euro, Stellantis mit 22 Milliarden Euro, Honda mit rund 14,5 Milliarden Euro. Auch Porsche beziffert die Kosten seiner strategischen Neuausrichtung für 2025 auf 3,1 Milliarden Euro. Dabei geht es weniger um einen Abschied vom Elektroauto als um die Korrektur überzogener Erwartungen bei Tempo und Umfang der Elektrifizierung.

Zusätzlicher Druck durch Zölle und Konjunkturflaute

Neben der schwächeren E-Auto-Nachfrage belasten auch geopolitische Spannungen, Zölle und Lieferkettenprobleme die Branche. Für Europa erwarten Experten im laufenden Jahr keine spürbare Erholung der Neuwagennachfrage. Hohe Energiepreise, Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit dürften viele Verbraucher dazu bewegen, den Autokauf aufzuschieben.

Gerade in Deutschland wächst damit der Druck, Kosten zu senken und die Standortbedingungen zu verbessern. Denn die aktuelle Krise zeigt vor allem eines: Die Branche zahlt jetzt für zu optimistische Annahmen der vergangenen Jahre.

(EY vom 12.04.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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