Die Gründungslandschaft in Deutschland kommt wieder in Bewegung: Sowohl im gewerblichen Bereich als auch in den Freien Berufen sowie in der Land- und Forstwirtschaft wurden 2025 mehr selbstständige Tätigkeiten im Vollerwerb aufgenommen als in den Vorjahren. Insgesamt wagten rund 395.000 Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die aktuellen Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn zeigen damit eine klare Tendenz: Das Gründungsgeschehen belebt sich wieder und der Strukturwandel in Richtung Freie Berufe setzt sich fort.
Fast 395.000 Gründungen im Vollerwerb
Nach den Auswertungen des IfM Bonn wurden im Jahr 2025 insgesamt rund 395.000 selbstständige Tätigkeiten im Vollerwerb aufgenommen. Davon entfielen etwa 277.000 Existenzgründungen auf den gewerblichen Bereich. Auch wenn die Zahlen ein positives Bild zeichnen, weisen die Forschenden auf eine gewisse Einschränkung hin: In der Gewerbeanzeigenstatistik wurden im ersten Halbjahr 2025 in einigen kleineren Bundesländern Betriebs- und Kleingewerbegründungen eher übererfasst, während Nebenerwerbsgründungen untererfasst wurden. Die tatsächliche Zahl dürfte daher etwas niedriger liegen als offiziell ausgewiesen. Am grundsätzlichen Trend ändert das jedoch nichts: Die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen ist in den vergangenen beiden Jahren wieder gestiegen.
Freie Berufe bleiben auf Wachstumskurs
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Freien Berufen. Hier registrierte das IfM Bonn im Jahr 2025 rund 110.000 Existenzgründungen. Zwar dürfte auch diese Zahl leicht überhöht sein, da 13 Finanzverwaltungen ihre Auswertungspraxis umgestellt haben. Dennoch ist die Richtung klar: Mehr Menschen als in den Vorjahren haben sich in einem freien Beruf selbstständig gemacht. Damit setzt sich der bereits länger sichtbare Strukturwandel fort, bei dem die Freien Berufe im deutschen Gründungsgeschehen weiter an Bedeutung gewinnen.
Berlin und Hamburg führen beim Gründungstempo
Ein Blick auf die regionale Verteilung zeigt deutliche Unterschiede. Die höchste Existenzgründungsintensität, also die Zahl der Gründungen je 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter, verzeichneten 2025 Berlin und Hamburg. Auf den nächsten Plätzen folgen Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Gerade die beiden Stadtstaaten zeigen, dass urbane Räume mit dichten Netzwerken, guter Infrastruktur und hoher wirtschaftlicher Dynamik besonders gründungsfreundlich sind.
Fazit: Deutschland gründet wieder mehr
Die Zahlen für 2025 machen deutlich, dass die Gründungsaktivität in Deutschland wieder zunimmt. Besonders die Freien Berufe gewinnen weiter an Gewicht, während auch im gewerblichen Bereich und in der Land- und Forstwirtschaft neue Dynamik entsteht.
(IfM Bonn vom 20.04.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

