Private-Equity-Investoren agieren weltweit zunehmend selektiv. Geopolitische Unsicherheiten bremsen den Markt, während Kapital weiterhin vor allem in große Transaktionen in Bereichen wie KI-Infrastruktur, Energiewende und Transport fließt. Das zeigt die aktuelle Studie „Pulse of Private Equity Q1’26“ von KPMG. Im ersten Quartal 2026 erreichte der globale PE-Markt ein Transaktionsvolumen von 436 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sank die Zahl der Deals im rollierenden Zwölfmonatsvergleich von 21.026 auf 19.682 Transaktionen und damit auf den niedrigsten Stand seit Q1 2021.
Besonders dynamisch entwickeln sich Investments in Infrastruktur rund um KI, Digitalisierung und Energiewende. Treiber sind unter anderem der steigende Energiebedarf von KI-Anwendungen und Rechenzentren. Auch Unternehmensdienstleistungen etwa IT-Services sowie Prüfungs-, Steuer- und Rechtsberatung ziehen weiter Investitionen an.
Geopolitische Risiken bremsen Investitionen in der EMA-Region
Die EMA-Region startete robust ins Jahr 2026. Gegen Ende des Quartals sorgten geopolitische Spannungen jedoch für mehr Zurückhaltung bei Investoren. Im rollierenden Zwölfmonatsvergleich gingen die PE-Investitionen auf 718 Milliarden US-Dollar über 8.522 Deals zurück, nach 743 Milliarden US-Dollar über 9.043 Deals in Q4 2025. Zu den größten Transaktionen zählten die Übernahme des polnischen Logistikunternehmens InPost für 9,2 Milliarden US-Dollar sowie die Übernahme von Macquarie Air Finance für 7 Milliarden US-Dollar.
Deutschland verzeichnete mit 15 Milliarden US-Dollar das zweithöchste Investitionsvolumen in der Region, hinter Großbritannien mit 39 Milliarden US-Dollar.
Fundraising und Exits bleiben unter Druck
Das globale PE-Fundraising sank im rollierenden Zwölfmonatsvergleich auf 373 Milliarden US-Dollar über 549 Fonds und damit auf den niedrigsten Wert seit Q1 2017 (421 Milliarden US-Dollar über 656 Fonds in Q4’25). Gleichzeitig bleibt der Druck auf viele Fonds hoch, Kapital an Investoren zurückzuführen. Der IPO-Markt erholt sich bisher nur langsam. Viele PE-Häuser prüfen deshalb alternative Exit-Modelle wie Teilverkäufe oder Minderheitsbeteiligungen, um Verkäufe unter Wert zu vermeiden.
(KPMG vom 13.05.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

