28.05.2026

KfW Research revidiert Wachstumsprognose

Iran-Krieg, steigende Energiepreise und eine höhere Inflation belasten die Aussichten spürbar. KfW Research senkt deshalb die Wachstumsprognosen für Deutschland und den Euroraum.

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Die deutsche Wirtschaft ist mit einem Wachstum von 0,3 % im Vergleich zum Vorquartal solide ins Jahr 2026 gestartet. Im Ranking der großen Euroländer hat sich Deutschland damit im ersten Vierteljahr auf Rang 2 hinter Spanien geschoben, dessen Wirtschaft um 0,6 % im Vergleich zum Vorquartal wuchs. Der Krieg im Iran trübt nun aber die Konjunkturaussichten deutlich. Die Ökonomen der KfW senken ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr erneut leicht auf nun 0,7 % (Februarprognose 1,5 %; Aprilprognose 0,9 %). Für 2027 erwartet KfW Research dann ein Wachstum von 1,3 % (Februarprognose 1,8 %, Aprilprognose: 1,4 %).

Staatliche Investitionen sorgen für Impulse

Hauptgrund für die nach wie vor signifikant positive Wachstumserwartung für das Gesamtjahr und vor allem für 2027 ist der Fiskalstimulus der Bundesregierung. Vor allem die Verteidigungsausgaben sind schon seit Ende 2025 rapide angestiegen und über die Bestellung von Rüstungsgütern bei der deutschen Industrie angekommen. Etwas langsamer stellte sich dagegen in den vergangenen Monaten der Mittelabfluss aus dem Sondervermögen dar, wobei KfW Research weiterhin von einer Beschleunigung ab der zweiten Jahreshälfte ausgeht.

Positive Wachstumsbeiträge sind 2026 somit vor allem von staatlichen Investitionen sowie dem Staatskonsum zu erwarten. Indirekt dürfte sich das aber auch positiv im privaten Konsum niederschlagen. Bei den Unternehmensinvestitionen und den Wohnungsbauinvestitionen rechnet KfW Research erst 2027 wieder mit auf Jahressicht positiven Beiträgen zum Bruttoinlandsprodukt (BIP).

KfW senkt Prognose erneut

„Der Iran-Krieg war ein heftiger Nackenschlag für die deutsche Wirtschaft. Wichtig ist nun vor allem, dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Damit rechnen wir bis etwa Ende Juni. Das würde die Energiepreise langsam drücken. Die Wachstumsrate der deutschen Wirtschaft dürfte dann im dritten Quartal wieder ins Positive drehen“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. Für das zweite Quartal rechnet KfW Research mit einem leichten Rückgang des BIP.

Auch für den Euroraum revidiert KfW Research die Prognose nach unten: Für 2026 erwarten die Ökonomen ein Wachstum von 0,6 % (Februarprognose 1,4 %) und für 2027 von 1,0 % (Februarprognose 1,8 %).

Iran-Krieg trifft Konjunktur und Inflation

Die als Folge des Irankriegs stark gestiegenen Energiepreise haben sich deutlich auf die Entwicklung der Inflation ausgewirkt. Der Kostenschock dürfte mit zeitlicher Verzögerung auf weitere Bereiche wie etwa Lebensmittel überspringen. KfW Research hebt daher seine Inflationsprognose an. Die Ökonomen erwarten nun für Deutschland in diesem Jahr eine Inflationsrate von 3,1 % und für die Eurozone von 3,0 %. Im kommenden Jahr dürften die Verbraucherpreise mit 2,4 % in Deutschland und 2,3 % in der Eurozone weiterhin stärker steigen als von der Europäischen Zentralbank (EZB) gewünscht. Es zeichnet sich ab, dass die EZB mit einer moderaten geldpolitischen Straffung auf die Lage reagieren wird.

(KfW vom 27.05.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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