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23.06.2026

10 Jahre Brexit bremst britische Wirtschaft und deutschen Export

Die britische Wirtschaft wuchs trotz Brexit stabil, aber die Wirtschaftsleistung ohne Brexit wäre heute 2-4 % höher, zeigt eine aktuelle Studie.

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©7razer/fotolia.com

Zehn Jahre nach dem Brexit zeigt sich die britische Wirtschaft insgesamt robust, bleibt aber deutlich hinter ihrem Potenzial zurück. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade. Das hat auch Folgen für Deutschland und die Europäische Union (EU), die mit einer dauerhaft geringeren Handelsdynamik, stärkerem Wettbewerb und hoher Unsicherheit durch die anhaltende politische Instabilität kämpfen.

Resilienz ohne Revival: Britische Wirtschaft wächst unter Potenzial

„Der befürchtete Brexit-Kollaps blieb aus – der Befreiungsschlag aber auch“, sagt Maxime Darmet, Senior Volkswirt bei Allianz Trade. „Der Preis, den die Briten mit dem Brexit bezahlen, ist kein punktueller Einbruch, sondern ein dauerhafter Wachstumsverlust. Die Wirtschaft ist weiterhin stabil und seit 2016 durchschnittlich 1,4 % pro Jahr gewachsen – allerdings ist das deutlich unter dem eigentlichen Potenzial vor dem Brexit. Ohne den Brexit wäre die britische Wirtschaftsleistung heute 2-4 % höher.“

Für die geringere Dynamik zeichnen vor allem geringere Investitionen, schwache Produktivitätszuwächse und zunehmende Handelshemmnisse verantwortlich. Darunter leiden auch deutsche und europäische Exporteure.

Einbußen im deutschen Exportgeschäft

„Der Brexit hat – wenig überraschend – zu Milliardenverlusten im Handel geführt, insbesondere der Handel mit der EU wurde ausgebremst. Er liegt rund 21 Prozent unter einem Szenario ohne Brexit“, sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz Trade in Deutschland Österreich und der Schweiz. „Für deutsche Exporteure ist Großbritannien seit dem Brexit kein Selbstläufer mehr, sie kämpfen mit mehr Bürokratie, höheren Kosten und vor allem stärkerer Konkurrenz. Sie mussten empfindliche Einbußen bei den Exporten und Marktanteilen hinnehmen, während Konkurrenten aus China und den USA hinzugewonnen haben.“

Besonders betroffen sind klassische Exportbranchen wie Maschinenbau, Automobil und Chemie, die traditionell eng in britische Wertschöpfungsketten eingebunden waren.

Annäherungsversuche: Deutschland könnte Exportgewinne realisieren

Ein neues Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien könnte die Brexit-Verluste teilweise umkehren. „Eine stärkere Annäherung zwischen EU und Großbritannien könnte dem bilateralen Handel einen dynamischen Schub geben und auf EU-Seite jährliche Handelsgewinne von umgerechnet über 28 Mrd. EUR ermöglichen, davon knapp 7 Mrd. EUR für Deutschland – insbesondere in Schlüsselindustrien wie Automobil oder Lebensmittel“, sagt Darmet.

Investitionen und Industrie könnten profitieren

Auch bei Investitionen und Industrie könnten EU-Standorte profitieren: Großbritannien kämpft mit höheren Handels- und Regulierungskosten und in der Folge wandern Investitionen zurück in die EU. Die Energiepreise sind im Vereinigten Königreich ebenfalls höher. Das belastet die Industrie und macht Investitionen unattraktiver. Zudem erhöht der europäische CO2-Grenzausgleich (CBAM) künftig die Kosten für britische Exporte zusätzlich.“Gerade energieintensive Industrien schauen sich wieder stärker innerhalb des EU-Binnenmarkts um“, sagt Darmet. „Das stärkt Standorte wie Deutschland – trotz der aktuell schwierigen Rahmenbedingungen.“

10 Jahre nach dem Brexit: politische Unsicherheit bleibt

„Die wirtschaftlichen Herausforderungen erfordern langfristige Reformen – politische Instabilität erschwert genau das“, sagt Darmet. „Die Planungsunsicherheit auf der Insel bleibt damit auch weiterhin bestehen der Brexit hat diesen Trend noch verstärkt.“

(Allianz Trade vom 23.06.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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