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06.07.2026

US-Tech-Konzerne bauen Dominanz an Weltbörsen aus

Der KI-Boom stärkt die US-Konzerne, während Unternehmen aus Europa und Deutschland an den Weltbörsen deutlich zurückfallen.

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© adrian_ilie825/fotolia.com

Die 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt haben ihren Marktwert im ersten Halbjahr 2026 trotz geopolitischer Spannungen, schwacher Konjunktur und hoher Inflation deutlich gesteigert. Ihre gesamte Marktkapitalisierung belief sich zum 30.06.2026 auf 61,9 Billionen US-Dollar – 18 % mehr als zu Jahresbeginn. Das zeigt eine Analyse von EY auf Basis von S&P Capital IQ.

Haupttreiber bleibt der Boom rund um Künstliche Intelligenz. Der Börsenwert der Technologieunternehmen unter den Top 100 stieg um 30 % auf 35,2 Billionen US-Dollar. Ebenso stark legten Industrieunternehmen zu, die häufig am Aufbau von Rechenzentren und anderer KI-Infrastruktur beteiligt sind. Die Rohstoffbranche gewann 27 %. Konsumgüter- und Finanzkonzerne verzeichneten dagegen nur ein Plus von jeweils einem %, Kommunikations- und Medienunternehmen verloren acht %.

USA dominieren das Ranking

Acht der zehn wertvollsten Unternehmen stammen aus den USA. Nvidia führt das Ranking mit einer Marktkapitalisierung von 4,8 Billionen US-Dollar an, gefolgt von Alphabet, Apple und Microsoft. SpaceX ist mit 2,25 Billionen US-Dollar auf Rang sechs neu in den Top 10. Außerdem vertreten sind TSMC aus Taiwan und Saudi Aramco.

Unter den Top 100 befinden sich 56 US-Unternehmen. China einschließlich Hongkong folgt mit zwölf, Großbritannien und Japan mit jeweils fünf Unternehmen. Europa stellt nur noch 16 Konzerne, nach 18 zu Jahresbeginn. Im Jahr 2007 waren es noch 46. Von den 38 Technologieunternehmen der Spitzengruppe haben lediglich zwei ihren Sitz in Europa.

Deutschland verliert weiter an Gewicht

Deutschland ist nur noch mit Siemens vertreten. Der Konzern liegt mit einem Börsenwert von rund 247 Milliarden US-Dollar auf Rang 72. SAP und Allianz, die Ende 2025 noch zu den Top 100 gehörten, sind auf die Plätze 114 und 115 zurückgefallen. Im Jahr 2007 waren noch sieben deutsche Unternehmen in der Spitzengruppe vertreten.

EY-Deutschland-Chef Henrik Ahlers sieht darin ein Warnsignal. Europa werde durch fragmentierte Kapitalmärkte, eine schwache Risikokapitalkultur und schwierige Wachstumsbedingungen gebremst. Deutschland fehle es insbesondere an global skalierbaren Technologieunternehmen. Die Transformation der Automobilindustrie belastet zusätzlich: Kein deutscher Autobauer gehört derzeit zu den 500 wertvollsten Börsenunternehmen.

Positiv entwickelten sich Siemens Energy und Infineon. Insgesamt dürfte die US-Dominanz jedoch weiter wachsen, wenn weitere große KI-Unternehmen an die Börse gehen. Europa müsse deshalb Finanzierung, Kapitalmarktintegration und Standortbedingungen für Zukunftstechnologien deutlich verbessern.

(EY vom 03.07.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

 


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