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25.08.2026

KfW Research erhöht Wachstumsprognose für Deutschland

KfW Research erhöht wegen der robusten Konjunktur und steigender Industrieaufträge die Wachstumsprognose für 2026 auf 1,1% und erwartet 2027 ein Plus von 1,5%.

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©Maksim Kabakou/fotolia.com

Die deutsche Wirtschaft hat sich in diesem Jahr deutlich widerstandsfähiger gezeigt als allgemein angenommen. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 % zum Vorquartal, im ersten Quartal gelang sogar ein Anstieg um 0,4 %. KfW Research hatte angesichts der Auswirkungen des Iran-Kriegs eigentlich mit einem Rückgang des BIP im zweiten Quartal gerechnet.

Mehr Wachstum trotz neuer Belastungen

Der nächste Dämpfer für die Wirtschaft ist zwar nun das Niedrigwasser, vor allem des Rheins, das die Schifffahrt stark beeinträchtigt. Im dritten Quartal dürfte das Wachstum daher nur stagnieren. Dennoch revidieren die Ökonomen von KfW Research ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr um 0,4 Prozentpunkte auf 1,1 % nach oben. Für 2027 erwarten sie ein BIP-Wachstum von 1,5 % – das ist eine Korrektur der Mai-Prognose um plus 0,2 Prozentpunkte.

KI-Boom und Industrieaufträge stützen Wachstum

Die Prognose stützt sich im Wesentlichen auf die perspektivisch merklich anziehende Industrieproduktion, die in den steigenden Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe angelegt ist. Im zweiten Quartal nahmen diese um 1,4 % im Vergleich zum Vorquartal und um 4,5 % zum Vorjahresquartal zu. Der Auftragsbestand liegt damit per Ende Juni um 9,3 % höher als im Vorjahr.

„Die unklare Situation in der Straße von Hormus, die Zollkonflikte mit den USA sowie das Niedrigwasser in Deutschland sind alles Faktoren, die die deutsche Wirtschaft weiterhin belasten. Wir sehen dennoch Licht“, sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. „Es besteht berechtigte Hoffnung, dass die Industrieproduktion perspektivisch merklich anzieht. Das liegt nicht nur, aber auch, an den Impulsen aus dem Sondervermögen der Bundesregierung. Wir erwarten ab dem Schlussquartal dieses Jahres wieder positive, teils kräftige Wachstumsraten.“

Die stärkste Zunahme bei den Auftragseingängen im Vergleich zum Vorjahr gab es im zweiten Quartal mit 21 % im Wirtschaftszweig „DV-Geräte, elektronische und optische Erzeugnisse“. Hierunter fallen unter anderem Produkte, die vom aktuellen weltweiten KI-Boom profitieren, etwa spezielle Laser und sonstige Produkte der Digitalisierungsindustrie. Die hohe Nachfrage im Zusammenhang mit dem Ausbau von KI-Kapazitäten hilft offenbar auch dem für Deutschland so wichtigen Maschinenbau. Dort zeigt sich im zweiten Quartal ein Plus von 10 % bei den Neuaufträgen. Zudem gibt es einen deutlichen Aufwärtstrend im „Sonstigen Fahrzeugbau“, unter den auch militärisch genutzte Fahrzeuge fallen.

Auch Euroraum zeigt überraschende Stärke

Nicht nur in Deutschland, auch im Euroraum insgesamt entwickelte sich die Wirtschaft im zweiten Quartal stärker als erwartet. Anders als während des Energiepreisschocks 2022 verzeichneten die energieintensiven Industrien als Folge des Konflikts im Nahen Osten keine tiefen Einbrüche. Insgesamt entwickelte sich das Verarbeitende Gewerbe im Euroraum im zweiten Quartal leicht positiv zum Vorquartal, was vor allem durch die Produktion in verteidigungsnahen Wirtschaftszeigen sowie dem Hochtechnologiesektor getragen sein dürfte. KfW Research erhöht seine Wachstumsprognose für den Euroraum für dieses Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf nun 0,8 % und für 2027 um ebenfalls 0,2 Prozentpunkte auf 1,2 %.

Bei der Inflationsprognose gibt es nur marginale Anpassungen. KfW Research rechnet für Deutschland und den Euroraum dieses Jahr mit einem Verbraucherpreisanstieg um 2,9 % (Mai-Prognose 3,1 %). 2027 dürfte die Inflation in beiden Gebieten geringer ausfallen, aber das Zwei-Prozent-Ziel der EZB weiterhin leicht übertreffen. KfW Research geht unverändert davon aus, dass die EZB nach einem letzten Zinsschritt im September zunächst auf weitere Straffungen verzichtet.

(KfW Research vom 25.08.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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