Europa unterstützt seine Industrie im internationalen Vergleich deutlich weniger als China und die USA. Das zeigen aktuelle Analysen von OECD und Internationalem Währungsfonds (IWF). Während die OECD Subventionen anhand der Bilanzen großer Industrieunternehmen untersucht, betrachtet der IWF die Unternehmenslandschaft breiter. Trotz unterschiedlicher Methoden kommen beide Studien zu einem ähnlichen Ergebnis: China gewährt mit Abstand die höchsten staatlichen Hilfen.
Branchenübergreifend liegen die Subventionen dort etwa drei- bis siebenmal so hoch wie in Europa. In den USA fallen sie zwei- bis dreimal höher aus. Zudem hat China seine Förderung zwischen 2015 und 2023 deutlich stärker ausgeweitet: um rund 1,5 Prozentpunkte gemessen an der Wertschöpfung, gegenüber etwa 0,5 Prozentpunkten in der EU und den USA.
Hightech besonders im Fokus
Besonders stark gefördert werden weltweit Hersteller von Photovoltaikmodulen. Laut OECD entsprechen die Subventionen dort durchschnittlich 3,3 % des Umsatzes. Bei Halbleitern sind es 2,1 %, gefolgt von Aluminium, Stahl und Schiffbau mit 1,7 bis 1,3 %.
China konzentriert seine Förderung zudem stark auf fortgeschrittene Technologien. In Branchen mit Hochtechnologieanteil erreichen die Subventionen laut IWF mehr als 3 % der Wertschöpfung. In der EU sind es weniger als 0,5 %.
Subventionen verschieben Marktanteile
Die Hilfen beeinflussen den internationalen Wettbewerb erheblich. Nach OECD-Schätzung lassen sich rund 22 % der weltweiten Marktanteilsgewinne expandierender Unternehmen der vergangenen zwei Jahrzehnte auf Subventionen zurückführen. Bei chinesischen Unternehmen beträgt der Anteil sogar 60 %.
Für die EU entsteht damit ein Dilemma: Subventionen können den Aufbau strategischer Technologien fördern, ein globaler Förderwettlauf würde jedoch hohe fiskalische Kosten verursachen. Zölle könnten bestehende Unternehmen schützen, belasten aber Verbraucher und erhöhen das Risiko von Handelskonflikten. Wer Schlüsseltechnologien in Europa etablieren will, dürfte den internationalen Subventionswettbewerb dennoch kaum ignorieren können.
(KfW Research vom 26.08.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

