Seit mehr als drei Jahren stehen geopolitische Konflikte an der Spitze der Risikoliste britischer Finanzchefs, zeigt die aktuelle Deloitte UK CFO Survey. Besonders die Eskalation des US-Iran-Konflikts und Ölpreise von über 100 US-Dollar je Barrel verstärken die Sorge vor Inflation und steigenden Zinsen.
Finanzierungskosten auf Zweieinhalbjahreshoch
Die Finanzchefs erwarten binnen zwölf Monaten eine Inflationsrate von 3,4%, nach zuvor 3,0%. Den britischen Leitzins sehen sie bei 4,0%, gegenüber aktuell 3,75%. Gleichzeitig sind die wahrgenommenen Kreditkosten auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren gestiegen. Entsprechend rückt Kostendisziplin in den Mittelpunkt: 68% der Finanzchefs priorisieren Einsparungen, nach 53% im Vorquartal. Investitionen und Expansion verlieren dagegen an Bedeutung.
Künstliche Intelligenz soll Margen verbessern
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit setzen die Unternehmen große Hoffnungen auf KI. Rund 67% der Finanzvorstände sehen ihre Unternehmen erst bei einem Viertel der erwarteten KI-Transformation.
Dennoch rechnen viele bereits innerhalb der kommenden zwölf Monate mit sinkenden Betriebskosten, höheren Margen und steigenden Umsätzen. Gleichzeitig erwarten sie einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen.
Deutsche Finanzchefs ebenfalls auf Sparkurs
Ein ähnliches Bild zeigt sich in Deutschland. Laut dem jüngsten Deloitte CFO Survey vom 02.07.2026 setzen auch hierzulande 68% der Finanzvorstände auf Kostensenkungen; genauso viele wie in Großbritannien. Zudem betrachten 63% der deutschen CFOs geopolitische Entwicklungen als hohes Geschäftsrisiko. Künstliche Intelligenz gewinnt ebenfalls an Bedeutung: 64% der deutschen Finanzchefs priorisieren ihre Integration, während zwei Drittel durch KI einen erheblichen Stellenabbau im Finanzbereich erwarten.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Unternehmen in beiden Ländern angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit verstärkt auf Effizienz statt auf Expansion setzen.
(Deloitte vom 14.10.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

