Die Konjunkturaussichten für Deutschland haben sich zuletzt aufgehellt und auch in den deutschen Chefetagen kehrt vorsichtiger Optimismus zurück: 86 % der deutschen CEOs erwarten Wachstum für ihr Unternehmen in den kommenden drei Jahren. Das sind 14 %punkte mehr als im Vorjahr und der erste Anstieg seit mehreren Jahren (2025: 72 %; 2024: 77 %; 2023: 80 %). Im selben Zeitraum rechnen 68 % mit 2,5 % Wachstum oder mehr. Das zeigt der KPMG CEO Outlook 2026, für den weltweit 1.400 CEOs befragt wurden, darunter 125 aus Deutschland.
Auch die Aussichten für die eigene Branche und den Standort Deutschland beurteilen die CEOs besser als im Vorjahr: Für die eigene Branche steigt der Wert von 71 auf 78 %, für den Standort Deutschland von 75 auf 78 %. Der Blick auf die Weltwirtschaft bleibt hingegen trüb: Knapp zwei Drittel (62 %) rechnen mit Wachstum, nach 64 % im Vorjahr. Weltweit liegt der Wert etwas höher mit 65 %. Deutsche CEOs bewerten das globale Umfeld damit etwas vorsichtiger als ihre internationalen Kollegen. Ihre Zuversicht konzentriert sich vor allem auf das eigene Unternehmen und die eigene Branche.
Deutsche CEOs sehen ihre Unternehmen für das KI-Zeitalter gerüstet
Künstliche Intelligenz bleibt eines der wichtigsten Investitionsziele deutscher Unternehmen. 77 % sehen KI trotz wirtschaftlicher Unsicherheit als Top-Investitionspriorität (2025: 68 %). 94 % erwarten dabei spätestens innerhalb der kommenden drei Jahre eine Rendite auf ihre KI-Investitionen oder haben diese bereits erzielt.
79 % der deutschen CEOs geben an, bereits eine klare Vorstellung davon zu haben, wie KI bestehende Geschäftsmodelle und Strategien verändern könnte. Das spricht für einen zunehmenden Reifegrad im Umgang mit der Technologie. 95 % trauen ihrem Unternehmen zu, mit dem Tempo der KI-Entwicklung Schritt zu halten. Gleichzeitig bleibt der Aufbau entsprechender KI-Kompetenzen eine zentrale Aufgabe. 82 % planen Neueinstellungen von Mitarbeitenden mit KI- und Technologiekenntnissen, 74 % bauen Weiterbildungs- und Umschulungsprogramme aus und 76 % gestalten Rollenprofile und Karrierewege neu. Gleichzeitig rechnen 43 % mit KI-bedingten Personalreduktionen.
Zukäufe weiter relevant
Die gestiegene Zuversicht zeigt sich auch bei den Übernahmeplänen der Unternehmen. 90 % der deutschen CEOs ziehen in den kommenden drei Jahren Akquisitionen in Betracht. Dabei erwarten die meisten CEOs (60 %) Transaktionen mit moderatem Einfluss auf das eigene Unternehmen. Knapp ein Drittel (30 %) rechnet mit strategisch bedeutenden Akquisitionen (2025: 58 %).
„Wachstum entsteht heute aus dem Zusammenspiel verschiedener strategischer Hebel. Neben organischer Entwicklung gewinnen gezielte Akquisitionen an Bedeutung, um neue Kompetenzen und Technologien zu erschließen. Übernahmen bleiben damit für viele Unternehmen ein wichtiger Treiber ihrer Weiterentwicklung“, sagt Mattias Schmelzer, CEO von KPMG in Deutschland.
Risiken bleiben Teil der unternehmerischen Realität
Trotz der gestiegenen Zuversicht bleibt das Umfeld für Unternehmen anspruchsvoll. Als größte Risiken für das künftige Wachstum nennen deutsche CEOs vor allem externe Faktoren wie regulatorische Anforderungen (30 %), geopolitische Instabilität (29 %), eine schwache Weltwirtschaft (27 %), die Resilienz von Lieferketten (27 %) sowie Cyber- und Datensicherheitsrisiken (25 %). 81 % der deutschen CEOs erwarten, dass regulatorische Anforderungen die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens in den kommenden drei Jahren beeinflussen werden. Dicht dahinter folgen die Kosten technologischer Infrastruktur (80 %), Cyberkriminalität (79 %) sowie steigende Kosten und Inflation (78 %).
Über den KPMG CEO Outlook 2026
Für den KPMG CEO Outlook 2026 wurden zwischen dem 11.08. und dem 21.09.2026 weltweit 1.400 CEOs befragt, darunter 125 CEOs aus Deutschland. Befragt wurden CEOs von Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Rund ein Drittel der Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von mehr als 10 Milliarden US-Dollar. Die Studie umfasst Führungskräfte aus 12 Schlüsselmärkten und 12 Schlüsselindustrien.
(KPMG vom 20.10.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

