Künstliche Intelligenz (KI) verändert den deutschen Rechenzentrumsmarkt grundlegend. Laut einer aktuellen Bitkom-Studie werden 2035 bereits 55 % der Kapazitäten für KI und Hochleistungsrechnen (HPC) benötigt. 2026 liegt der Anteil noch bei 20 %. Die gesamte IT-Anschlussleistung soll von 3.300 Megawatt auf rund 9.700 Megawatt steigen.
Damit bleibt Deutschland Europas größter Rechenzentrumsstandort. International wächst jedoch der Abstand. Für 2035 erwartet Bitkom in den USA Kapazitäten von 160 Gigawatt und in China von 90 Gigawatt. Deutschland dürfte knapp 10 Gigawatt erreichen.
Investitionen steigen auf Rekordniveau
Die Investitionen in deutsche Rechenzentren wachsen 2026 um 57 % auf 23,5 Milliarden Euro. Davon fließen 18 Milliarden Euro in IT-Hardware. Hessen bleibt mit rund 1.200 Megawatt der wichtigste Standort. Besonders stark expandiert zudem Brandenburg. Trotz des Booms könnte Deutschland seine politischen Ausbauziele verfehlen. Für 2030 prognostiziert Bitkom 5.500 Megawatt, das sind rund 500 Megawatt weniger als von der Bundesregierung angestrebt.
Strombedarf wächst trotz höherer Effizienz
Der steigende Rechenbedarf erhöht den Energieverbrauch erheblich. Während Rechenzentren und kleinere IT-Anlagen 2026 rund 23 Milliarden Kilowattstunden benötigen, könnten es 2035 bis zu 70 Milliarden sein. Effizientere Kühlung und moderne Server bremsen den Anstieg.
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst fordert günstigere Strompreise, schnellere Genehmigungen und einen beschleunigten Netzausbau. Auch geeignete Flächen und eine stärkere Nutzung der Abwärme seien entscheidend. Die zentrale Herausforderung: Deutschland muss seine digitale Infrastruktur schneller ausbauen, um bei KI und Cloud-Technologien international wettbewerbsfähig zu bleiben.
(Bitkom vom 03.11.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

