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03.01.2017

Zukäufe von Finanzinvestoren auf Zehnjahreshoch

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Nach einem eher verhaltenen ersten Halbjahr verzeichnete der deutsche Private Equity-Markt in der zweiten Jahreshälfte einen regelrechten Boom: Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte stieg die Zahl der Zukäufe durch Finanzinvestoren um 63 Prozent von 65 auf 106, der Wert dieser Transaktionen hat sich sogar mehr als verdreifacht: von 5,0 auf 15,8 Mrd. €.

Nach einem eher verhaltenen ersten Halbjahr verzeichnete der deutsche Private Equity-Markt in der zweiten Jahreshälfte einen regelrechten Boom: Im Vergleich zur ersten Jahreshälfte stieg die Zahl der Zukäufe durch Finanzinvestoren um 63 Prozent von 65 auf 106, der Wert dieser Transaktionen hat sich sogar mehr als verdreifacht: von 5,0 auf  15,8 Mrd. €.

Mit insgesamt 171 Deals im Gesamtwert von 20,8 Mrd. € war 2016 damit das stärkste Private Equity-Jahr in Deutschland seit dem Vorkrisenjahr 2007 – damals hatten Finanzinvestoren hierzulande für 30,2 Mrd. € zugekauft.

Exits über Vorjahresniveau

Die Verkäufe deutscher Unternehmensbeteiligungen – sogenannte Exits – lagen ebenfalls über dem Vorjahresniveau: Insgesamt 106 derartige Transaktionen  im Gesamtwert von 19,7 Mrd. € wurden gezählt – im Vorjahr waren es 91 Deals im Wert von insgesamt 16,9 Mrd. €. Erstmals seit dem Jahr 2012 haben Finanzinvestoren in diesem Jahr damit auf dem deutschen Markt wieder mehr investiert als sie bei Beteiligungsverkäufen eingenommen haben.

Das sind Ergebnisse einer Analyse des deutschen Private-Equity-Marktes durch das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY.

Strategische Käufer halten sich zurück

Während Private Equity-Fonds im zweiten Halbjahr dieses Jahres so aktiv waren wie seit mehr als zehn Jahren nicht – zuletzt gab es im ersten Halbjahr 2006 mit 108 Deals mehr Zukäufe –, verzeichnete der übrige M&A-Markt kräftige Einbußen: Die Zahl der Transaktionen, bei denen nicht Privat Equity-, sondern strategische Investoren als Käufer deutscher Unternehmen auftraten, sank im Vergleich zur ersten Jahreshälfte um ein Viertel von 279 auf 210. Alexander Kron, Leiter des Bereichs Transaction Advisory Services bei EY in Deutschland, Österreich und der Schweiz, führt diesen Rückgang auf das von Unsicherheit geprägte wirtschaftliche und politische Umfeld zurück: „Das Brexit-Votum und der US-Präsidentschaftswahlkampf führte in etlichen Branchen zu Zurückhaltung bei größeren Deals.“

Kron rechnet damit, dass diese Zurückhaltung strategischer Investoren, Zukäufe zu tätigen, zunächst anhalten wird: „Nach dem für viele überraschenden Ausgang der US-Wahl wartet der Markt derzeit auf eindeutige Signale bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der US-Wirtschaftspolitik. So lange bleiben viele Unternehmen in Wartestellung. Es spricht allerdings einiges dafür, dass sich zukünftig US-Konzerne weniger stark in Europa engagieren werden, während umgekehrt der US-Markt einen M&A-Boom verzeichnen könnte“. Es dürften also auf dem europäischen Markt gute Zeiten für Finanzinvestoren anbrechen, die weniger Konkurrenz durch strategische Käufer fürchten müssen, erwartet Kron.

Weiterhin gute Rahmenbedingungen für Transaktionen

Insgesamt blieben die Rahmenbedingungen für einen starken Transaktionsmarkt vorerst positiv, betont Wolfgang Taudte, Partner bei EY: „Die Konjunkturaussichten sind nach wie vor gut, die Zinsen sind niedrig, und es ist weiter sehr viel Liquidität im Markt.“ Zudem sieht Taudte einen starken Druck auf Industrieunternehmen, sich neu auszurichten, ihre Geschäftsmodelle stärker dem technologischen Wandel anzupassen und sich notfalls auch von Unternehmensbereichen zu trennen: „Immer mehr Unternehmen sehen sich durch neue Wettbewerber und neue Technologien herausgefordert und müssen ihre Geschäftsmodelle grundsätzlich überdenken. Wir haben in diesem Jahr bereits große Abspaltungen ganzer Bereiche gesehen, weitere werden folgen. Als Käufer dürften Finanzinvestoren eine relevante Rolle spielen.“

Größter Deal des Jahres: Officefirst

Die größte Private-Equity-Transaktion in diesem Jahr war der Verkauf des Immobilienunternehmens Officefirst an Blackstone für 3,3 Mrd. €. Der zweitgrößte Deal war der Verkauf des Berliner Spezialchemie-Unternehmens Atotech – bisher eine Tochter des französischen Ölkonzerns Total – an Carlyle für 2,9 Mrd. €.

Mit dem Kauf von Xella (2,2 Mrd. €), Bilfingers Bau- und Immobiliensparte (1,4 Mrd. €), Acetow (1,0 Mrd. €), und der Airbus-Sparte für Verteidigungselektronik (1,1 Mrd. €) führten Finanzinvestoren in diesem Jahr insgesamt sechs Deals im Volumen von mindestens 1 Mrd. € durch – im Vorjahr hatte es fünf solcher „Megadeals“ gegeben.

(Pressemitteilung EY vom 27.12.2016)


Redaktion

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