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04.01.2017

Ungebrochener Trend zu Megadeals – 2016 toppt 2015 bei weltweiten M&A

Autokonzerne auf der Überholspur

Die bisherigen Megadeals bei weltweiten Fusionen und Übernahmen im Jahr 2015 sind im Jahr 2016 nochmals deutlich übertroffen worden. Der ZEW-ZEPHYR M&A-Volumen-pro-Deal-Index klettert weiter von Höchststand zu Höchststand.

Die bisherigen Megadeals bei weltweiten Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) im Jahr 2015 sind im Jahr 2016 nochmals deutlich übertroffen worden. Der ZEW-ZEPHYR M&A-Volumen-pro-Deal-Index klettert weiter von Höchststand zu Höchststand: 2016 konnte der bisherige Rekordwert von 106 Punkten im März 2015 vier weitere Male übertroffen werden und betrug im Oktober 2016 schließlich 113 Punkte – der mit Abstand höchste Indexwert seit Beobachtungsbeginn. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen des ZEW, Mannheim, auf Basis der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk.

Der weiterhin anhaltende Trend zu Megadeals wird auch durch den gleitenden Zwölf-Monatsdurchschnitt des ZEW-ZEPHYR M&A-Volumen-pro-Deal-Indexes verdeutlicht. Der Zwölf-Monatsdurchschnitt steigt seit dem Jahr 2009 permanent und lag im November 2016 bei 104 Punkten – ebenfalls der höchste je gemessene Wert.

Grund für diese Entwicklung sind vor allem die gegenwärtigen Konsolidierungswellen in der Medienbranche und der Chemieindustrie in Kombination mit dem gleichzeitigen starken Rückgang von kleineren Transaktionen. Denn auffällig an der Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren ist, dass die Anzahl der M&A immer mehr zurückgeht: Der gleitende Zwölf-Monatsdurchschnitt der Anzahl der Deals befindet sich mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit 2004 (Stand: November 2016).

Im Gegensatz dazu steht die Entwicklung des aggregierten finanziellen Transaktionsvolumens aller Deals: Der gleitende Zwölf-Monatsdurchschnitt des aggregierten Transaktionsvolumens der getätigten Deals ist mittlerweile so hoch, wie seit 2008 nicht mehr. Die Anzahl der Megadeals ist dabei beachtlich. Unter dem Strich fanden sich unter allen Deals im Jahr 2016 bislang 30 mit einem Transaktionsvolumen von mehr als 10 Milliarden Euro.

Megadeals auch in 2017 keine Seltenheit

„Die gegenwärtige Entwicklung ist recht untypisch, denn üblicherweise gehen Ansammlungen von Megadeals mit einer generell hohen Frequenz an M&A einher“, sagt Dr. Sven Heim, Wissenschaftler in der ZEW-Forschungsgruppe „Wettbewerb und Regulierung“. „Dass einige Megadeals erst jetzt zu einem Zeitpunkt realisiert werden, wo die aktuelle M&A-Welle bereits abzuflauen scheint, liegt zumindest zum Teil daran, dass für die Realisierung dieser großen Deals erst die Zustimmung von Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt eingeholt werden musste.“ Teilweise sei es zu Auflagen oder sogar Ablehnungen durch die Behörden gekommen, was dazu geführt habe, dass anschließend „Second-Best“-Lösungen anvisiert wurden. „Auch die Reaktion der Wettbewerber hat sich deshalb verzögert“, so Sven Heim. Für das Jahr 2017 stehe daher bereits schon fest, dass Megadeals keine Seltenheit darstellen werden.

Die Übernahme von SABMiller durch Anheuser-Busch in der Bierbranche stellte mit einem Transaktionsvolumen von 112 Milliarden Euro den größten Deal seit dem Jahr 2000 dar und sorgte dafür, dass ein einziges Unternehmen nunmehr 30 Prozent des weltweiten Bierabsatzes produziert. Auch hier musste Anheuser-Busch zunächst einige von SABMillers europäischen Marken wie Pilsener Urquell, Tyskie, Peroni oder Grolsch ebenso wie seine Anteile an China Resources Snow Breweries verkaufen oder auch Job-Garantien in Südafrika geben, um regulatorische Bedenken auszuräumen. Der Deal wurde schließlich am 11. November 2016 endgültig abgeschlossen, nachdem die notwendigen Zustimmungen von 24 Wettbewerbsbehörden erteilt worden waren.

Eine weitere Megafusion steht zudem kurz vor dem Abschluss, sofern die Wettbewerbsbehörden zustimmen: Der US-Telekommunikationsriese AT&T möchte für knapp 100 Milliarden Euro den TV- und Film-Giganten Time Warner in seinen Konzern eingliedern und damit sein Geschäftsfeld ausweiten.

(Pressemitteilung ZEW vom 27.12.2016)


Redaktion

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