• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Mehr als ein Drittel des deutschen Mittelstands kooperiert mit Startups

10.03.2017

Mehr als ein Drittel des deutschen Mittelstands kooperiert mit Startups

Beitrag mit Bild

Rund 60 Prozent der KMU in Deutschland kennen Startups aus ihrem geschäftlichen Umfeld. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller KMU hat schon mit Startups zusammengearbeitet. Die Hauptmotive für eine Kooperation sind die Weiterentwicklung von bestehenden Produkten sowie der Einstieg in neue Märkte mit neuen Technologien.

Rund 60 Prozent der KMU in Deutschland kennen Startups aus ihrem geschäftlichen Umfeld. Mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller KMU hat schon mit Startups zusammengearbeitet. Die Hauptmotive für eine Kooperation sind die Weiterentwicklung von bestehenden Produkten sowie der Einstieg in neue Märkte mit neuen Technologien. Die Zusammenarbeit ist äußerst erfolgreich: In mehr als 60 Prozent der Fälle werden die Ziele ohne nennenswerte Abweichungen erreicht. 95 Prozent der KMU mit Kooperationserfahrung würden in Zukunft erneut mit einem Startup zusammenarbeiten.

Das sind die Schlüsselergebnisse der neuen Studie „Mittelstand meets Startup – Potenziale der Zusammenarbeit“ des RKW Kompetenzzentrums. Im vergangenen Herbst wurden dafür 200 KMU aus den Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau, Information und Kommunikation sowie Chemie und Pharma telefonisch befragt.

Ein Teil der KMU ist bereits gut mit Startups verknüpft

Insgesamt kennen über die Hälfte der der befragten Mittelständler (57 Prozent) Startup-Unternehmen aus ihrem geschäftlichen Alltag, allerdings werden diese Kontakte nicht von jedem KMU genutzt – 54 Prozent kommunizieren gar nicht mit Gründern. Dahingegen sind ein Viertel der KMU mindestens einmal im Monat im Austausch. Mehr als ein Drittel aller KMU hat Kooperationserfahrungen mit Startups. Betrachtet nach Branchen zeigt sich folgendes Bild: Erwartungsgemäß wird in der Informations- und Kommunikationsbranche (IKT) besonders intensiv mit Startups zusammengearbeitet – jedes zweite Unternehmen hat Kooperationserfahrung. Im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Chemie- und Pharmabranche sind bereits knapp ein Drittel der KMU mit Startups verknüpft.

Neue Technologien und Produktinnovationen stehen im Fokus

Hauptmotive für eine Kooperation sind die Weiterentwicklung von bestehenden Produkten sowie der Einstieg in neue Märkte mit neuen Technologien. In der IKT-Branche reizt mehr als jedes zweite Unter-nehmen an der Zusammenarbeit auch die Chance, hierdurch hochqualifizierte potenzielle Mitarbeiter kennenlernen zu können. Insgesamt betrachtet spielt die Möglichkeit, gemeinsam mit den Gründern neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, mit knapp über 50 Prozent ebenfalls eine bedeutende Rolle für das Eingehen einer Zusammenarbeit. Eine finanzielle Beteiligung an Startups schließt ein Großteil der KMU dagegen aus: Lediglich 14 Prozent sehen junge Unternehmen als eine Option für ein Investment an.

Persönliche Beziehungen sind ausschlaggebend

„Eine im Vorfeld bestehende persönliche Beziehung zum Startup-Gründer ist für mehr als die Hälfte der KMU eine wesentliche Grundbedingung für eine Zusammenarbeit – so die Ergebnisse. Das bestätigen die Erfahrungen aus unserer Workshop-Reihe ‚Startups meet Mittelstand‘. Startups berichten uns häufig davon, dass sie bei Mittelständlern mit ihren Akquiseversuchen abblitzen“, erörtert Dr. Matthias Wallisch, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Gründung und Innovation. Zudem haben junge Gründer – unter 25 Jahren – aufgrund ihres Alters bei jedem vierten KMU einen schweren Stand. Erfreulich für Startup-Unternehmen ist, dass Gründer mit Eigenfinanzierung insgesamt gegenüber Gründern mit einem oder mehreren externen Geldgebern kaum Nachteile zu befürchten haben. Kleine KMU legen jedoch vergleichsweise einen etwas größeren Wert auf externe Finanzierung des Startups. Zudem müssen die Startup-Gründer aus Sicht der meisten KMU auch über keine langjährige Branchenerfahrung verfügen – für 80 Prozent der Mittelständler stellt dies keinen Ausschlussgrund für eine Kooperation dar.

Die Zusammenarbeit ist äußerst erfolgreich

Insgesamt werden bei über 60 Prozent der Kooperationen die Ziele vollständig oder weitestgehend erreicht. 95 Prozent der KMU mit Startup-Kooperationserfahrung würden auch in Zukunft erneut mit einem Startup zusammenarbeiten. Bei kleineren KMU mit bis zu 50 Mitarbeitern ist die Bereitschaft für eine erneute Kooperation jedoch noch stärker ausgeprägt als bei größeren Mittelständlern. „Sobald es zur Zusammenarbeit kommt, verläuft diese häufig sehr erfolgreich. Es lohnt sich also, Netzwerke zwischen mittelständischen Unternehmen und Startups zu fördern: Zum Beispiel mit passenden Events und Veranstaltungsformaten von denen beide Seiten profitieren“, resümiert Dr. Matthias Wallisch.

Sonderauswertung: Digitalisierung

Neun von zehn KMU sehen in der Digitalisierung keine exis­tenzielle Bedrohung für den Fortbestand ihres Unterneh­mens. Lediglich 22 Prozent der Mittelständler sehen die Notwendigkeit, ihr Geschäftsmodell anzupassen oder neu zu denken. Entweder hat der größere Teil der Unternehmen bereits auf die Digitalisierung reagiert und das Geschäftsmodell sowie die Produkte und Prozesse entsprechend ausgerichtet, oder die Digitalisierung wird in ihren ganzheitlichen Auswirkungen unterschätzt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung RKW vom 08.02.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© Sergey Nivens/fotolia.com

29.10.2026

Konjunktur zieht an, private Investitionen bleiben schwach

Die deutsche Wirtschaft zeigt zum Jahresende 2026 wieder Wachstumssignale. Das aktuelle Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) steigt deutlich über die neutrale 100-Punkte-Marke. Doch der Aufschwung bleibt fragil: Während Industrie und staatliche Investitionen die Konjunktur stützen, halten sich private Unternehmen weiterhin mit Investitionen zurück. Hohe Energiepreise und ungünstigere Finanzierungsbedingungen erschweren die Planung. Industrie

Konjunktur zieht an, private Investitionen bleiben schwach
Meldung

©EtiAmmos/fotolia.com

28.10.2026

Kritische Rohstoffe werden zum Finanzierungsrisiko

Engpässe bei kritischen Rohstoffen bedrohen zunehmend die Industrieproduktion. Laut Boston Consulting Group (BCG) unterschätzen viele Unternehmen ihre Abhängigkeiten und verpassen zugleich Chancen auf staatliche Finanzierungshilfen. Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich Nach Berechnungen der BCG könnte die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden, Lithium, Kupfer und Graphit bis 2040 bei 120 bis 250 % des

Kritische Rohstoffe werden zum Finanzierungsrisiko
Meldung

©peterschreibermedia/123rf.com

27.10.2026

Kostendruck bremst grüne Transformation

Fast jedes zweite Unternehmen in Deutschland verschiebt Investitionen in Nachhaltigkeit. Gleichzeitig kritisiert eine deutliche Mehrheit die aufwendigen ESG-Berichtspflichten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Kreditversicherers Atradius. Nachhaltigkeit bleibt wichtig – doch das Geld fehlt Die schwache Industriekonjunktur, Liquiditätsengpässe und geopolitische Unsicherheiten setzen Unternehmen unter Druck. Laut Atradius-Umfrage räumen 73 % der Befragten Nachhaltigkeit weiterhin eine

Kostendruck bremst grüne Transformation
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)