• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Weltweiter IPO Markt auf Kurs: Bestes Jahr seit 2007

28.09.2017

Weltweiter IPO Markt auf Kurs: Bestes Jahr seit 2007

Beitrag mit Bild

2017 wird weltweit das beste IPO-Jahr seit 2007 mit voraussichtlich 1.600 bis 1.700 IPOs und einem Volumen zwischen 190 und 200 Milliarden US-Dollar – allein in den ersten neun Monaten wurden mehr Börsengänge durchgeführt als im gesamten Vorjahr. Im gerade abgelaufenen dritten Quartal stieg die Zahl der Erstnotizen weltweit um 21 Prozent auf 330, das Emissionsvolumen lag etwa auf Vorjahresniveau.

Nach einem starken ersten Halbjahr, in dem weltweit die meisten Börsengänge seit 2007 gezählt wurden, liegt auch im traditionell ruhigen dritten Quartal die IPO-Aktivität mit 330 Transaktionen deutlich – um 21 Prozent – über dem Vorjahresquartal. Das Emissionsvolumen ging aber leicht – um 0,2 Prozent – auf 37,6 Milliarden US-Dollar zurück. Im ersten Halbjahr war das weltweite Emissionsvolumen noch um 90 Prozent gestiegen.

Rückläufig waren im dritten Quartal die IPO-Aktivitäten in den Vereinigten Staaten, wo das Emissionsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf 3,5 Milliarden US-Dollar sank während die Zahl der IPOs um 29 Prozent auf 27 zurückging. Der chinesische Markt entwickelte sich hingegen weiter positiv:  Zahl der IPOs stieg in der Volksrepublik um 49 Prozent auf 144, jedoch bei einem um 42 Prozent auf 11,1 Milliarden US-Dollar gesunkenen Volumen.

In Europa und insbesondere im Vereinigten Königreich stieg das Emissionsvolumen dagegen deutlich an: europaweit um 46 Prozent auf 6,4 Milliarden US-Dollar, im Vereinigten Königreich sogar um 350 Prozent auf 1,7 Milliarden US-Dollar.

Unterm Strich fällt das bisherige Zwischenfazit des Gesamtjahres für alle drei Regionen sehr positiv aus. Vor allem China erlebte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten neun Monaten einen IPO-Boom mit 459 Börsengängen (plus 133 Prozent) und einem Emissionsvolumen von 36,4 Milliarden US-Dollar (plus 24 Prozent). In den USA stiegen im bisherigen Jahresverlauf die Anzahl der Transaktionen um 35 Prozent auf 111 und das Volumen um 89 Prozent auf 26,5 Milliarden US-Dollar. In Europa wurden bisher 168 IPOs gezählt (plus 24 Prozent) bei einem Gesamterlös von 29,0 Milliarden US-Dollar (plus 39 Prozent). Damit wurden weltweit bislang insgesamt 1.156 Börsengänge mit einem Emissionsvolumen von 126,9  Milliarden US-Dollar getätigt – mehr als im gesamten Jahr 2016.

Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young).

EY-Partner Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services, erwartet auch für das Gesamtjahr ein starkes Ergebnis: „Im bisherigen Jahresverlauf lässt sich ein weiterhin starkes Momentum beobachten. Die Bewertungen an den Börsen sind auf hohem Niveau, zum Teil sogar auf Rekordniveau, die Gewinnsituation der Unternehmen gerade in Europa hat sich deutlich verbessert, und die Konjunkturaussichten bleiben gut. Zudem wird weltweit intensiv an Angeboten für einen besseren Kapitalmarktzugang für kapitalsuchende Unternehmen gearbeitet. 2017 wird weltweit daher das beste IPO-Jahr seit 2007 mit voraussichtlich 1.600 bis 1.700 IPOs und einem Volumen zwischen 190 und 200 Milliarden US-Dollar. Bedingung dafür ist allerdings, dass Krisen wie derzeit etwa der Nordkoreakonflikt nicht weiter eskalieren.“

Elf IPOs über einer Milliarde US-Dollar

Nach wie vor sei die Zuversicht der Investoren aber hoch, was sich auch an der Zahl der Megadeals zeige: Im dritten Quartal wurden weltweit elf IPOs mit einem Wert von über einer Milliarde US-Dollar gezählt. Im Vorjahresquartal waren es nur fünf solcher Megadeals. Der mit Abstand größte Börsengang war der des schweizerischen Messtechnik-Herstellers Landis+Gyr im Wert von 2,4 Milliarden US-Dollar. Auf den Plätzen zwei und drei folgen zwei asiatische Unternehmen: der Telekommunikationskonzern NetLink aus Singapur mit einem Volumen in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar sowie der chinesische Onlineversicherer ZhongAn mit einem Volumen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar.

Vor allem klassische Industrieunternehmen zog es im dritten Quartal an die Börse: 70 IPOs im Industriebereich stehen 52 von Technologieunternehmen sowie 39 von Unternehmen aus dem Bereich Konsumgüter gegenüber. Der Emissionserlös war allerdings bei den Technologieunternehmen mit 5,9 Milliarden US-Dollar höher als bei den Industrieunternehmen, die insgesamt 4,4 Milliarden US-Dollar erlösten.

Deutschland: Emissionsvolumen mehr als versechsfacht

Am deutschen Markt wagten in den ersten neun Monaten mit acht Unternehmen mehr Unternehmen als im Vorjahreszeitraum (2016: fünf) den Sprung an die Börse: Davon entfielen vier auf den Prime Standard und drei auf das neu geschaffene Börsensegment Scale. Ein Unternehmen – die Erfurter X-FAB Silicon Foundries SE – zog es an die Pariser Euronext.  Das dabei insgesamt erzielte Emissionsvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr beträchtlich: von 321 Millionen Euro auf 2,1  Milliarden Euro. Erheblichen Anteil daran hatte der knapp 990 Millionen Euro schwere Börsengang des Essenslieferers Delivery Hero. Auch X-FAB Silicon Foundries (400 Millionen Euro) und der Maschinenbauer Aumann mit 251 Millionen Euro ließen mit ihren Börsengängen die Gesamtsumme in die Höhe schnellen. Im traditionell ruhigen dritten Quartal wurde mit dem Berliner FinTech The Naga Group nur noch ein Börsengang getätigt.

„Die bislang erfolgreichen IPOs in diesem Jahr machen weiteren Börsenaspiranten Mut und bilden eine gute Basis für ein starkes Schlussquartal“, glaubt Steinbach.“Die IPO-Pipeline ist voll, und Kandidaten aus verschiedenen Sektoren bereiten sich derzeit auf den Börsengang vor, so dass mit dem aktuell positiven IPO-Sentiment die Jahresprognose von zehn bis 15 IPOs für 2017 wahrscheinlich erreicht werden kann.“

(Pressemitteilung EY vom 28.09.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© Zerbor - Fotolia.com

15.10.2026

Cyberrisiken und KI setzen CEOs unter Druck

Die schwache Konjunktur bleibt für CEOs weltweit das größte Risiko. Laut dem aktuellen CEO Outlook Survey von EY-Parthenon nennen 44 % die wirtschaftliche Unsicherheit als zentrale Belastung. Cyberrisiken und Datenschutzbedrohungen folgen mit 40 %, technologische Umbrüche einschließlich KI mit 34 %. In Deutschland stehen Konjunktur- und Cyberrisiken mit jeweils 40 % gleichauf. Für die Studie

Cyberrisiken und KI setzen CEOs unter Druck
Meldung

© Erwin Wodicka /fotolia.com

14.10.2026

Steigende Kreditkosten: UKs CFOs setzen auf Sparkurs statt Expansion

Seit mehr als drei Jahren stehen geopolitische Konflikte an der Spitze der Risikoliste britischer Finanzchefs, zeigt die aktuelle Deloitte UK CFO Survey. Besonders die Eskalation des US-Iran-Konflikts und Ölpreise von über 100 US-Dollar je Barrel verstärken die Sorge vor Inflation und steigenden Zinsen. Finanzierungskosten auf Zweieinhalbjahreshoch Die Finanzchefs erwarten binnen zwölf Monaten eine Inflationsrate von

Steigende Kreditkosten: UKs CFOs setzen auf Sparkurs statt Expansion
Meldung

© weerapat1003/fotolia.com

13.10.2026

Klimaschutz als Milliardenchance für Unternehmen

Deutschlands Klimatransformation erfordert bis 2045 Investitionen von sechs Billionen Euro. Für Finanzvorstände wird die Finanzierung zum strategischen Thema. Entscheidend sind Kapitalkosten, Investitionsprioritäten und die Mobilisierung privaten Kapitals. Unternehmen müssen Investitionen deutlich steigern Laut einer Prognos-Studie im Auftrag der KfW sind jährlich 290 Milliarden Euro für die Klimaneutralität erforderlich. Knapp die Hälfte davon, rund 140 Milliarden

Klimaschutz als Milliardenchance für Unternehmen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)