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11.01.2018

Deutsche Firmen bleiben bei ausländischen Investoren beliebt

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Ausländische Investoren kaufen fast so viele Firmen wie im Rekordjahr 2016. Dank Mega-Deals wie Linde oder Siemens-Mobility stieg das Transaktionsvolumen sogar steil an.

Deutsche Unternehmen bleiben ein beliebtes Akquisitionsziel für internationalen Investoren. Laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC wurden 2017 bis Mitte November schon 709 Firmen von ausländischen Käufern übernommen. Angesichts der regen Deal-Aktivitäten in den vergangenen Wochen rechnen die Experten darüber hinaus mit einem deutlichen Anstieg bis zum Jahresende: „Alles in allem gehen wir für dieses Jahr von rund 870 Übernahmen deutscher Firmen durch ausländische Investoren aus“, sagt Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC in Deutschland. Damit würde der Rekord aus dem Vorjahr (883 Deals) nur knapp verfehlt.

Mega-Deals treiben das Gesamt-Transaktionsvolumen

Dabei standen die vergangenen Monate im Zeichen der sogenannten Mega-Deals – also von Akquisitionen mit einem Volumen von mindestens einer Milliarde Euro. Insgesamt 14 zählte PwC bis Mitte November und damit schon einen mehr als im gesamten Vorjahr. Die mit weitem Abstand größte Transaktion des Jahres war die Übernahme des Gase-Spezialisten Linde durch den US-Konkurrenten Praxair für 40,5 Milliarden Euro. Es folgt der Kauf der Siemens-Zugsparte durch den französischen Alstom-Konzern mit  8,2 Milliarden Euro.

Unterm Strich explodierte das Gesamtvolumen der Deals mit publiziertem Transaktionswert auf 99,8 Milliarden Euro nach 38,5 Milliarden Euro zum gleichen Vorjahreszeitraum. „Das zeigt, dass sich ausländische Käufer nicht mehr nur im deutschen Mittelstand umsehen, sondern auch größere Konzerne bis hin zu Dax-Konzernen wie Linde ins Visier nehmen“, sagt Steve Roberts, Leiter Private Equity bei PwC in Deutschland.

Im Schnitt hatten die Übernahmen ein Transaktionsvolumen von 620 Mio. Euro, verglichen mit jeweils zwischen 200 Millionen und 300. Millionen Euro in den drei Vorjahren. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die ganz großen Deals den Wert ein Stück weit verzerrten – und bei den meisten kleineren Akquisitionen gar kein Kaufpreis veröffentlich wurde.

Die meisten Käufer kamen aus den USA, es folgt die Schweiz

Bei 158 der bis Mitte November angekündigten Transaktionen kam der Käufer aus den USA. Auf dem zweiten Platz landete auch aufgrund des starken Frankens die Schweiz (80 Deals), während sich die Briten – die den ersten „Brexit-Schock“ offenbar abgeschüttelt haben – von Rang fünf auf Rang drei vorarbeiteten (72 Deals). Auf Käufer aus Frankreich entfielen 55 Übernahmen, hinter China (47 Deals inklusive Hongkong) landeten mit den Niederlanden (38) und Österreich (29) zwei weitere Länder aus der Eurozone. Aus Branchensicht entfielen die meisten Übernahmen wie schon 2016 auf den Bereich „Industrielle Produktion“ (24 Prozent). Es folgten „Handel & Konsumgüter“ (18 Prozent), Technologie (16 Prozent), Gesundheitswesen (9 Prozent) sowie „Medien & Unterhaltung (7 Prozent).

Private Equity-geführte Deals nehmen weiter zu

Auf weiterhin hohem Niveau lag der Anteil der Deals von Private Equity-Gesellschaften. Handelte es sich in früheren Jahren bei drei von zehn Käufern um einen Finanzinvestor, so ist dies inzwischen bei knapp vier vor zehn Akquisitionen der Fall. Den größten Deal im zu Ende gehenden Jahr landeten Bain & Cinven, die über ein gemeinsames Investmentvehikel für 4,6 Milliarden Euro den Arzneimittelhersteller Stada übernahmen. Daneben finden sich noch drei weitere Private Equity-Transaktionen unter den „Top 10“, nämlich die Übernahme des Energiedienstleister Ista durch einen Finanzinvestor aus Hongkong, der Verkauf des Verpackungsspezialisten Mauser in die USA sowie der Einstieg von „Global Infrastructure Partners“ beim Offshore-Windpark Borkum Riffgrund.

Auffällig: Beteiligungsgesellschaften sahen es überproportional häufig auf Technologiefirmen ab. „Dabei geht es manchen Finanzinvestoren nicht einmal zwingend um das Unternehmen als solches. Vielmehr setzen viele Private Equity-Fonds darauf, mithilfe deutscher Technologien auch andere Portfoliofirmen fit für die Zukunft zu machen“, erläutert PE-Experte Roberts.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung PwC vom 27.12.2017)


Redaktion

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