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28.05.2018

Deutsche Konzerne treiben Übernahmepläne voran

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© gunmanza/fotolia.com

Käufe und Verkäufe von Unternehmen und Unternehmensteilen werden in den kommenden zwölf Monaten in Deutschland und weltweit zunehmen. Das jedenfalls erwarten die Konzerne selbst: 91 Prozent der deutschen Unternehmen gehen von einem stärker werdenden M&A-Markt weltweit aus – international ist der Anteil mit 86 Prozent fast genauso hoch. Vor einem halben Jahr erwarteten nur 53 Prozent der deutschen und 57 Prozent der Unternehmen weltweit eine Steigerung der M&A-Aktivität.

Auch in den heimischen Markt dürfte nach Einschätzung der Firmen mehr Bewegung kommen. 68 Prozent der deutschen Unternehmen erwarten mehr Käufe und Verkäufe, nicht eines geht von einem Rückgang aus. Vor einem halben Jahr erwarteten nur 63 Prozent einen stärkeren M&A-Markt.

Befragt nach den eigenen Übernahmeplänen bleibt das Niveau weiterhin hoch: Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der deutschen Unternehmen plant in den kommenden zwölf Monaten einen Zukauf – der Anteil ist zwar niedriger als im Oktober 2017, allerdings wurde da mit 63 Prozent auch ein Rekordwert erzielt. Auch weltweit plant immer noch mehr als die Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) mindestens einen Zukauf – das sind vier Prozentpunkte weniger als zuletzt.

Angesichts der Erwartungshaltung und der Pläne könnte 2018 ein starkes M&A-Jahr werden, nachdem bereits 2017 das Vorjahr übertroffen hatte: Die Akquisitionen mit deutscher Beteiligung stiegen von 101,3 Milliarden Euro um mehr als ein Fünftel auf 122,6 Milliarden Euro. Die Anzahl sank allerdings von 2.077 auf 1.924.

Das sind Ergebnisse des aktuellen „Capital Confidence Barometer“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Basis der Studie ist eine Umfrage unter 2.500 Managern in Großunternehmen weltweit, davon 148 in Deutschland.

Alexander Kron, Partner und Leiter des Bereichs Transaction Advisory Services bei EY in Deutschland, Österreich und der Schweiz, kommentiert die Ergebnisse: „Die anhaltend gute Konjunktur und die Niedrigzinsphase führen dazu, dass deutsche Unternehmen Akquisitionen vorantreiben können. International hat vor allem die zum Jahresanfang in Kraft getretene US-Steuerreform den Unternehmen mehr Planungssicherheit verschafft. Jetzt können sie sich voll auf die Geschäftsentwicklung konzentrieren. Das heißt für sie konkret: Geschäftsmodelle auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüfen, digitales Know-how selbst aufbauen oder zukaufen und disruptive Technologien möglichst frühzeitig verstehen und einsetzen. Dieser Druck zur Veränderung treibt das M&A-Geschehen immer stärker.“

Disruptive Technologien setzen Geschäft immer stärker unter Druck

Die Entwicklung zeigt sich insbesondere im geänderten Antwortverhalten der deutschen Manager bei der Frage, was die größten wirtschaftlichen Risiken für ihr Geschäft sind: Für 39 Prozent sind zwar politische Unsicherheit und geopolitische Spannungen immer noch die größten Risiken. Für einen genauso großen Anteil sind es aber bereits die disruptiven Kräfte – also Technologien, die Geschäftsmodelle oder sogar ganze Branchen verändern können. Vor einem halben Jahr machten sie erst 15 Prozent der deutschen Top-Manager Sorgen. Dafür war die Angst vor geopolitischen Herausforderungen damals noch bei 55 Prozent vorhanden.

Weltweite Volatilität oder mögliche Krisen hätten die deutschen Unternehmen inzwischen relativ gut im Griff, so Kron: „In den vergangenen Jahren haben sich die hiesigen Unternehmen darauf konzentriert, in den wichtigsten Märkten präsent zu sein um flexibel auf schwierige politische Rahmenbedinungen reagieren zu können. Jetzt geht es – gerade für die relativ teuren und hochwertigen deutschen Produkte – darum, technologisch vorne mit dabei zu sein oder sogar den Standard zu setzen.“

Deutschland für deutsche Unternehmen Top-Investitionsziel

Die deutschen Unternehmen schauen sich für Zukäufe vor allem auf dem Heimatmarkt um: Für 41 Prozent ist Deutschland der Markt, in dem sie am ehesten investieren werden. Unter den Top-5-Destinationen befinden sich zudem die traditionell engen Partner USA (16 Prozent), Frankreich (6 Prozent) und das Vereinigte Königreich (4 Prozent). Aber auch China ist für 4 Prozent der deutschen Manager ein Top-Investitionsziel.

International haben ganz klar die USA die Nase vorne: 22 Prozent der weltweit befragten Manager würden am ehesten in den Vereinigten Staaten investieren. China folgt bereits auf Platz zwei und ist in den Augen von 10 Prozent der Befragten ein Top-Investitionsziel. Deutschland landet im internationalen Ranking mit fünf Prozent auf Platz vier hinter Großbritannien (7 Prozent) und vor Australien (4 Prozent).

„Der deutsche Markt bleibt mit seinem erfolgreichen und innovativen Mittelstand und international aktiven Top-Konzernen attraktiv für Investoren. Auch das kürzlich erweiterte Vetorecht der Bundesregierung wird darauf kaum signifikante Auswirkungen haben. Gerade auch die chinesischen Investoren haben sich inzwischen so professionalisiert, dass sie Risiken gut abschätzen und einen Übernahmeprozess gut zum Abschluss bringen können“, so Kron abschließend.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung EY vom 26.05.2018)


Redaktion

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