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16.08.2018

Ausländeranteil in den DAX-Chefetagen über 30%

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Corporate Finance

Deutschlands Top-Konzerne setzen in ihren Chefetagen auf Fachwissen aus dem Ausland: In den 30 DAX-Unternehmen hat aktuell fast jeder dritte (60) der 194 Vorstände einen ausländischen Pass. Während die Internationalität unter den Vorstandsvorsitzenden weiter abnimmt, liegt er unter den weiblichen Vorständen mit 44% deutlich über dem Durchschnitt.

Der Ausländeranteil unter den DAX-Vorständen liegt 2018 zum zweiten Mal in Folge über der Grenze von 30%, kann sich aber im Vergleich zum Vorjahr nicht weiter verbessern: Zum Stichtag 01.07.2018 beträgt der Anteil im Schnitt 30,9%, das ist lediglich eine Kommastelle mehr im Vergleich zu 2017. Somit haben 60 der insgesamt 194 Manager in den DAX30-Vorstandsetagen einen ausländischen Pass. Das zeigt die Studie „Internationalität und Frauenanteil der DAX30-Vorstände 2018“ der Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners, die das Unternehmen seit 2005 alljährlich veröffentlicht.

Die Internationalität auf den Chefposten der DAX30-Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren reduziert. Während 2012 zehn von insgesamt 32 Vorstandsvorständen (2012 gab es sowohl bei SAP als auch bei der Deutschen Bank eine Doppelspitze) einen ausländischen Pass hatten (entspricht 31%), waren es im Jahr 2018 nur noch fünf (knapp 17%): Adidas (Kaspar Rorsted, Däne), Fresenius Medical Care (Rice Powell, US-Amerikaner), Henkel (Hans van Bylen, Belgier), Linde (Aldo Belloni, Italiener) und SAP (Bill McDermott, US-Amerikaner).

19 verschiedene Nationalitäten in DAX30-Vorständen vertreten

2018 kommen die ausländischen Vorstände aus insgesamt 19 verschiedenen Ländern. „Dabei fällt auf, dass vermehrt Nationalitäten außerhalb von Europa und Nordamerika in die Führungsetagen der DAX30-Konzerne einziehen“, sagt Lesch. Während früher ausländische Vorstände hauptsächlich aus Österreich, der Schweiz, Großbritannien oder den Vereinigten Staaten stammten, ist dieser Anteil heute deutlich gesunken. Zwar stellen amerikanische Manager mit 7,2% oder 14 Vorständen nach den deutschen Vorständen weiterhin die größte Gruppe. Der Anteil Österreicher und Schweizer jedoch ist von 5,3% in 2005 auf 3,6% in 2018 gesunken. Der Anteil Asiaten, Afrikaner, Südamerikaner und Australier hingegen beläuft sich 2018 auf 5,1%, 2005 lag er lediglich bei 2,2%. Besonders stark vertreten in den DAX30-Vorständen sind mittlerweile Indien mit vier Vorständen gefolgt von Südafrika (zwei Vorstände) und Australien, China, Kolumbien und Sri Lanka (jeweils ein Vorstand).

Allianz hat internationalsten Vorstand

Generell verteilen sich die ausländischen Manager 2018 auf weniger Unternehmen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der Unternehmen, deren Vorstände ausschließlich aus deutschen Managern bestehen, um zwei auf sieben angestiegen: Commerzbank, E.on, Infineon, Münchener Rück, RWE, Volkswagen und DAX-Neuling Covestro. Bereits seit mehreren Jahren den höchsten Ausländeranteil im Vorstand weisen Fresenius Medical Care (83%), Fresenius AG (71%) und Adidas (67%) auf. Das Unternehmen mit dem mit Abstand internationalsten Vorstand ist jedoch die Allianz: Beim Anteil ausländischer Vorstände liegt sie mit 70% (2017: 44%) vor Adidas zwar nur auf Platz drei. Aber bei der absoluten Anzahl an Personen steht die Allianz mit sieben ausländischen von insgesamt zehn Managern deutlich vor allen anderen DAX30-Unternehmen. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass die sieben ausländischen Vorstände aus fünf verschiedenen Ländern stammen“, so die Studienautoren. Neben drei Deutschen sitzen bei der Allianz zwei Österreicher, zwei Italiener, ein Spanier, ein Südafrikaner sowie ein Sri Lanker im Vorstand. Bei der Fresenius AG haben von sieben Managern insgesamt fünf einen ausländischen Pass.

Frauenanteil stabil, aber mehr Unternehmen mit Frauen im Vorstand

Unter den 194 Managern in den DAX30-Vorständen finden sich aktuell 25 Frauen (12,9%). 2018 verteilen sie sich auf 21 DAX-Unternehmen, 2017 waren es nur 20. An der Spitze mit je zwei weiblichen Vorständen stehen die Allianz, Daimler, SAP und Siemens. Prozentual liegen hier Daimler und Siemens mit je 25% Frauenanteil vorn. Das zeige allerdings auch, dass die Vorstände von neun DAX-Unternehmen weiterhin reine Männer-Riegen sind. Es scheint für die DAX-Unternehmen weiterhin schwierig zu sein, qualifizierte weibliche Kandidaten in Deutschland zu finden. Ein Indikator hierfür ist laut der Studie der Ausländeranteil innerhalb der Gruppe der weiblichen Vorstände, der mit 44% deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt liegt. Dies liege nicht an der mangelnden Qualifikation deutscher Kandidatinnen, sondern schlichtweg an der geringen Anzahl. Im Vergleich zu Deutschland werden die Karrierewege von Frauen im Ausland, zum Beispiel in Frankreich oder Schweden, schon länger gezielt gefördert, sowohl von den Unternehmen als auch vom Staat, so die Studienautoren.

(Pressemitteilung Simon-Kucher & Partners vom 14.08.2018)


Redaktion

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