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03.01.2020

Deutsche Telekom führt DAX in Sachen Geschlechtervielfalt an

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© fotogestoeber/fotolia.com

Weibliche Vorstände zeigen mehr Durchhaltevermögen in ihren Positionen als ihre männlichen Kollegen. Das ist ein Ergebnis der Studie Diversity Champions: BCG Gender Diversity Index 2019 der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG), die zum dritten Mal in Kooperation mit der Technischen Universität München (TUM) erscheint. Danach lag der Anteil der männlichen Abgänge im Vorstand zwischen 2017 und 2019 bei durchschnittlich 13% pro Jahr, unter den Frauen verließen nur 7% ihre Vorstandsposten.

Für die Studie analysierten BCG und TUM erneut die 100 größten börsennotierten Konzerne Deutschlands im Hinblick auf Vielfalt in den Führungsgremien. Dabei standen die Verteilung der Geschlechter in Vorstand und Aufsichtsrat sowie deren Vergütung im Mittelpunkt. Mit Daten aus drei Jahren in Folge lässt sich nun nicht nur der Ist-Zustand, sondern auch die Entwicklung in den Unternehmen nachvollziehen. Zudem wird der Index in diesem Jahr um eine Befragung zum Thema Vielfalt unter 16.700 Personen in 14 Ländern ergänzt.

Anteil von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten steigt nur schleppend

Laut der Studie gibt es zwar positive Signale auf dem Weg zur Geschlechterparität in den Führungsgremien, aber sie sind nach wie vor relativ schwach. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Vorständinnen um zwei Prozentpunkte gestiegen, doch sind lediglich 9% der deutschen Vorstandsposten mit Frauen besetzt (2018: 7%; 2017: 6%). Unter den Aufsichtsräten erhöhte sich im Jahr 2019 der Frauenanteil um bloß einen Prozentpunkt auf 32% (2018: 31%, 2017: 29%). Wenn die Entwicklung so weiter geht wie bisher, wird ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis in den Vorständen erst im Jahr 2051 erreicht, so die Analyse. Den Atomausstieg möchte Deutschland bis 2022 schaffen, den Kohleausstieg bis 2038 – und für die Geschlechterparität in den höchsten Ämtern der Wirtschaft lassen wir uns noch über 30 Jahre lang Zeit, stellen die Studienautoren fest. Aktuell leisten sich noch 59 von 100 Unternehmen einen rein männlich besetzten Vorstand.

Wie es besser geht, zeigen die diesjährigen „Diversity Champions“: An der Spitze des BCG Gender Diversity Index stehen dieses Jahr das Finanzinstitut Aareal Bank mit 81 von 100 möglichen Punkten, das Chemieunternehmen Evonik Industries (75 Punkte) und der Telekommunikationskonzern Deutsche Telekom (73 Punkte). Letzterem gelingt damit das ausgewogenste Verhältnis unter den DAX-Unternehmen. Es folgen die Konzerne Henkel, SAP und Lufthansa. Insgesamt zeigt sich, dass große Unter-nehmen Vielfalt stärker priorisieren als kleinere. So schneiden die DAX-Konzerne besser ab als der Durchschnitt der 100 Unternehmen.

Gehaltslücke im Vorstand vergrößert sich – aber nicht in allen Bereichen

Die Lücke zwischen den Gehältern von Frauen und Männern auf Vorstandsebene hat sich laut der Studie in diesem Jahr sogar wieder etwas vergrößert – von 21% auf 23% (2017: 30%). In den Aufsichtsräten stagniere der Gender Pay Gap bei 17% (2017: 20%). Die Studienautoren beobachten folgendes Nischenphänomen: In Business-nahen Positionen, beispielsweise im Produktions- oder Vertriebsressort, verdienten Frauen im Jahr 2019 durchschnittlich 8% mehr als ihre männlichen Kollegen. Für die Ausübung sogenannter Support-naher Ämter – etwa Personal oder Compliance – erhielten Frauen im Vorstand 6% mehr als Männer.

Unternehmen, die Chancengleichheit an der Firmenspitze ernst nehmen, haben nach Einschätzung der Studienautoren einen Vorteil bei der langfristigen Bindung weiblicher Talente. Die Befragung zum Thema Vielfalt zeige, dass aufstiegsambitionierte Frauen in Deutschland Diversität im Top-Management als wichtiges Signal für die eigene Perspektive bewerten. Wenn die oberste Führungsriege als vielfältig wahrgenommen werde, wollen 83% der befragten ambitionierten Frauen lieber im eigenen Unternehmen aufsteigen als anderswo. Die oft gehörte Entschuldigung „Wir haben keine Frauen im Top-Management, weil uns der weibliche Nachwuchs fehlt“ lasse sich ins Gegenteil umkehren. Vielmehr gelte: „Je mehr Frauen in Spitzenpositionen, desto größer die Sogwirkung für weiblichen Führungsnachwuchs“, so das Fazit der Studienautoren.

Die Kernergebnisse der Studie „Diversity Champions: BCG Gender Diversity Index 2019“ finden Sie hier.

(Pressemitteilung Boston Consulting Group vom 20.12.2019)


Redaktion

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