• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Jedes zweite Unternehmen hat während der Pandemie Investitionen in Weiterbildung reduziert

28.07.2021

Jedes zweite Unternehmen hat während der Pandemie Investitionen in Weiterbildung reduziert

Beitrag mit Bild

© contrastwerkstatt / fotolia.com

Die betriebliche Weiterbildung verändert sich: 76% der Unternehmen in Deutschland gehen davon aus, dass nach dem Ende der Pandemie digitale und hybride Weiterbildungsangebote deutlich zunehmen werden. Ausschließliche Präsenzveranstaltungen würden dagegen abnehmen. So lauten zwei der Kernergebnisse der Studie „Trends in der betrieblichen Weiterbildung 2021“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland in Kooperation mit der Berliner Digital Business University of Applied Sciences (DBU).

Vor Beginn der COVID-19-Pandemie organisierten im Schnitt sieben von zehn Unternehmen ihre Weiterbildungen als reine Präsenzveranstaltungen. Die meisten hatten zwar erste Erfahrungen mit digitalen (85%) beziehungsweise hybriden (70%) Formaten gesammelt – allerdings nur in geringem Maße: Sie machten lediglich 17% beziehungsweise 13% am gesamten Weiterbildungsangebot aus. In der Pandemie sind digitale Formate dann deutlich wichtiger geworden: Knapp zwei Drittel der Weiterbildungen fanden ausschließlich in digitaler Form statt, nur noch jede sechste Veranstaltung (16%) war ein Präsenzformat.

Mehr digitale Formate, aber weniger Investitionen während der Pandemie

Besorgniserregend ist, dass laut der Umfrage jedes zweite befragte Unternehmen (49%) seine Investitionen in die Weiterbildung seiner Mitarbeitenden gekürzt hat. Darin sehen die Studienautoren ein Risiko: Dass Unternehmen in der Krise besonders auf ihre Liquidität achten, sei nachvollziehbar und absolut richtig. Dennoch brauchen sie auf allen Ebenen Mitarbeitende mit ’state of the art‘-Fertigkeiten. Insbesondere im Bereich der Digitalisierung und deren praktischer Anwendung herrsche weiterhin großer Nachholbedarf. Gezielte Weiterbildungsangebote von Unternehmen helfen, diesen Bedarf zu decken, empfehlen den die Studienautoren.

Digitale Weiterbildung oft zu überhastet umgesetzt

Nach Schulnoten von eins bis sechs bewerteten die befragten Unternehmen reine Präsenzveranstaltungen aktuell am besten (Durchschnittsnote: 1,8). Hybride Formate erhielten die Durchschnittsnote 2,1, und auch digitale Formate schnitten mit einer Durchschnittsnote von 2,3 gut ab. Nach Ansicht der befragten Unternehmen profitieren die Mitarbeitenden bei der digitalen Weiterbildung insbesondere von der örtlichen und zeitlichen Flexibilität, auch wenn sie viel Selbstdisziplin (65% der Befragten) und digitales Verständnis (48%) voraussetze. Oft bedarf es daher einer höheren individuellen Betreuung der Teilnehmenden – das sagen 39% der Befragten.

Hybride Lehrangebote kombinieren Online-Module mit Präsenzeinheiten

Hybride Lehrangebote, die Online-Module mit individualisierten Präsenzeinheiten kombinieren, können hier eine passende Lösung für die Unternehmen sein, raten die Autoren der Studie. Viele Unternehmen erkennen zwar die Vorteile hybrider und digitaler Weiterbildung, benötigen aber noch Unterstützung bei der Umsetzung neuer Formate. So gaben 47% der Unternehmen an, dass sie ihre Angebote seit Pandemiebeginn nicht verändert haben. Das spricht dafür, dass viele Unternehmen ihre Präsenztrainings – womöglich überhastet – in Onlineveranstaltungen umgewandelt und wichtige Elemente der Onlinedidaktik nicht berücksichtigt haben. Digitale Weiterbildung klingt einfach, ist sie aber nicht, so die Analyse.

Digitale Weiterbildung für Softwareanwendungen und Fremdsprachen

Mehr als jedes zweite befragte Unternehmen (56%) schreibt digitalen Weiterbildungsformaten zu, dass sie selbstständiges und lebenslanges Lernen fördern. Und für die Hälfte sind auch Kostenersparnisse ein wichtiger Vorteil. Besonders geeignet für rein digitale Formate seien unter anderem Softwareanwendungen (68%), Themen rund um die digitale Transformation (64%) und Fremdsprachen (52%). Präsenzveranstaltungen hingegen eigneten sich besonders für Schulungen zu Maschinen, Apparaten und Geräten (58%). Auch bei Themen der Mitarbeiterführung (49%), der persönlichen Weiterentwicklung (42%) oder beim Vertriebstraining (39%) sei der persönliche Kontakt besonders wichtig.

Mehrheit erwartet mehr digitale und hybride Weiterbildung

In Zukunft plant knapp die Hälfte der Unternehmen, ihr Angebot an betrieblichen Weiterbildungen auszubauen oder wieder mehr zu investieren (je 46%). Mehr als ein Drittel der Entscheider (37%) wollen dafür stärker auf externe Dienstleister zurückgreifen. Die Mehrheit erwartet zudem, dass rein digitale sowie hybride Weiterbildungsangebote zunehmen werden (73 bzw. 76%).

Laut der Studienautoren lohnt es sich, die digitale Weiterbildung strategisch, differenziert und vor allem zügig anzugehen, denn hier bestehen immer noch deutliche Lücken. Um diese schnell und zielführend für ein Unternehmen zu schließen, reiche es allerdings nicht, analoge in virtuelle Formate zu übertragen oder digitale Angebote von der Stange zu kaufen. Hier brauche es spezifische Angebote für die unterschiedlichen Fragestellungen. Wer zeitgemäßes, digitales Lernen ernsthaft betreibt, setzt auf hybride Weiterbildung und nutzt vor allem die hohe Skalierbarkeit der digitalen Trainings genauso, wie die Möglichkeit das Gelernte im Präsenzunterricht zu vertiefen, erklären die Experten. Die hohe Kunst sei es, den richtigen Mix zu finden.

Die Umfrage zu den Trends in der betrieblichen Weiterbildung finden Sie hier.

(Pressemitteilung PwC Deutschland vom 28.07.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

Matthias Töke

12.03.2026

KI, Regulierung, Private Equity: Finanzinstitute am Wendepunkt

Der Finanzsektor steht vor einem tiefgreifenden Umbruch: Künstliche Intelligenz, veränderte regulatorische Rahmenbedingungen und neue Akteure wie Private-Equity-Investoren verschieben etablierte Spielregeln. Im Interview ordnet Matthias Töke von Baker McKenzie ein, warum Finanzinstitute jetzt grundlegende Weichenstellungen vornehmen müssen und welche Entscheidungen über ihre Zukunftsfähigkeit entscheiden werden. CF: Herr Töke, viele sprechen von einem Wendepunkt für Finanzinstitute. Worin

KI, Regulierung, Private Equity: Finanzinstitute am Wendepunkt
Meldung

©vizafoto/fotolia.com

12.03.2026

Höchste Ausfallrate seit Finanzkrise erwartet

Die Ausfallrisiken deutscher Unternehmen steigen spürbar. Wie die aktuelle Default Study 2026 von Creditreform Rating zeigt, erhöhte sich die empirische Ausfallrate im Jahr 2025 auf 1,88 %. Für das Jahr 2026 erwartet die Ratingagentur einen weiteren Anstieg auf 2,08 %. Damit würde die Zwei-Prozent-Marke erstmals seit der globalen Finanzkrise wieder überschritten. Die Entwicklung spiegelt die weiterhin schwache

Höchste Ausfallrate seit Finanzkrise erwartet
Meldung

©Alexander Limbach/fotolia.com

11.03.2026

Fehlende KI-Strukturen bremsen Effizienz

Trotz breiter Nutzung von Künstlicher Intelligenz gelingt es vielen Unternehmen nicht, messbare Vorteile damit zu realisieren. Denn die organisatorische Reife bleibt weit hinter der technologischen Nutzung zurück. Die Folge sind geringe Effizienzgewinne und wachsende kulturelle Spannungen innerhalb der Organisationen. Dies zeigt der aktuelle Global Human Capital Trends Report 2026 von Deloitte. Der Großteil der befragten

Fehlende KI-Strukturen bremsen Effizienz
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)