• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Wie Unternehmen wirksamerer Klimaschutz gelingt: Sechs Handlungsfelder für effektiveren Klimaschutz

12.09.2022

Wie Unternehmen wirksamerer Klimaschutz gelingt: Sechs Handlungsfelder für effektiveren Klimaschutz

Die von den 4.700 größten börsennotierten Unternehmen der Welt beschlossenen Einsparziele senken die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 nur um rund 20%. Um das im Pariser Abkommen definierte Ziel einer maximalen Erwärmung von 1,5 °C einzuhalten, müssten aber 43% eingespart werden. Die wichtigsten Hürden für einen effektiveren Klimaschutz sind unter anderem der begrenzte Zugang zu grüner Energie und hohe Investitionen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Accelerating decarbonization. Six action areas for speeding up your emission reduction plans" von Roland Berger. Darin geben die Experten Lösungsansätze, wie sich die Dekarbonisierung beschleunigen lässt und so auch Wettbewerbschancen realisiert werden.

Beitrag mit Bild

©robertsrob/123rf.com

Reduktionsziele der weltweit größten Unternehmen senken Emissionen bis 2030 nur um 20%

Laut der Studienautoren haben sich viele Firmen beim Klimaschutz auf den Weg gemacht, aber deutliche Effekte sind bisher noch selten sichtbar. Was sie in den nächsten fünf Jahren tun, wird für ihre Wettbewerbsfähigkeit und für das Klima entscheidend sein, so die Autoren der Analyse. Es sei höchste Zeit, bei der Dekarbonisierung das nächste Level zu erreichen. Wie die aktuelle Untersuchung zeigt, plant der Großteil der Konzerne Emissionsreduzierungen von 20% bis 2030. Nur 15% der Unternehmen wollen ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 halbieren.

Woran mehr Klimaschutz bislang scheitert

Der schleppende Fortschritt hat laut der Studienautoren verschiedene Gründe. So ist die Verfügbarkeit von grüner Energie in den meisten Ländern derzeit sehr begrenzt. Kostenseitig ist die Erzeugung von Grünstrom inzwischen günstiger, die dringend benötigte Beschleunigung im Ausbau fehlt. Grüne Moleküle sind meist noch teurer, wobei sich grüner Wasserstoff durch die hohen Erdgaspreise inzwischen rechnen kann. Einige saubere Technologien, die für einen wirksameren Klimaschutz benötigt werden, sind noch nicht kommerziell verfügbar. Mehr als ein Drittel der CO2-Emissionsreduzierungen bis 2070 werden durch Technologien ermöglicht, die sich noch in der Prototyp- (18%) oder Demonstrationsphase (18%) befinden. Um diesen zur Marktreife zu verhelfen, müssten die globalen Investitionen in saubere Technologien und Infrastrukturen von fast 2 Billionen USD pro Jahr in den 2020er Jahren auf fast 3 Billionen USD in den 2030er Jahren steigen. Bis 2050 ergibt sich ein Gesamtbetrag von 56 Billionen USD.

CO2-Emissionen als neue Währung

Stärkerer regulatorischer Druck (beispielsweise der EU aber auch in den USA) sowie der kontinuierliche Anstieg des CO2-Preises, zwingen die Unternehmen zu handeln. Die Studienautoren gehen davon aus, dass der CO2-Preis von heute unter 100 USD pro Tonne CO2-Äquivalente auf bis zu 200 USD pro Tonne steigen wird. Auch das hat erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen und ihre Lieferketten.

Beim Thema Wettbewerbsvorteile ging es früher meist um Kosten und Qualität, stellen die Studienautoren fest. Jetzt gebe es eine weitere Dimension: CO2. Emissionen werden damit zu einer zusätzlichen Währung, die systematisch gemanagt werden muss, denn sie hat unmittelbaren Einfluss auf das Unternehmensergebnis.

Lösungsansätze für effektiveren Klimaschutz

Die Autoren beschreiben sechs Schlüsselbereiche, in denen Unternehmen aktiv werden müssen, um die Dekarbonisierung innerhalb der nächsten fünf Jahre zu beschleunigen. Dies ist einerseits ein kritischer Zeitrahmen, weil das globale Kohlenstoffbudget in den nächsten vier bis acht Jahren aufgebraucht sein könnte. Andererseits ist es für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend, jetzt die nötigen Investitionen zu tätigen, Technologien zu pilotieren und erste grüne Produkte auf den Markt zu bringen, um die steigende Marktnachfrage nach emissionsreduzierten Produkten und Dienstleistungen bedienen zu können.

So sollten Firmen ihren Energieverbrauch senken und selbst emissionsfreien Strom erzeugen oder auf emissionsfreien Strom umsteigen. Außerdem sollten private Investitionen in saubere Technologien wo nötig mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden, bis diese marktreif sind. Um Emissionen aus der Lieferkette zu minimieren, müssen kritische Lieferanten gezielt eingebunden werden. Neues Produktdesign, neue Materialien und zirkuläre Ansätze tragen ebenfalls dazu bei, den ökologischen Fußabdruck zu verbessern. Digitale Tools und künstliche Intelligenz können schließlich dabei helfen, Emissionsquellen zu identifizieren und Fortschritte bei der Erreichung der Klimaziele transparent zu machen.

Die vollständige Studie können Sie hier herunterladen.

(Pressemitteilung Roland Berger vom 12.09.2022)


Weitere Meldungen


Meldung

© adiruch na chiangmai/fotolia.com

02.02.2026

Weltweiter M&A-Markt geht mit Schwung ins neue Jahr

Der weltweite Markt für Fusionen und Übernahmen ist gut aufgestellt, seinen Aufwärtstrend auch 2026 fortzusetzen. Das Transaktionsvolumen stieg im vergangenen Jahr um 40 % auf insgesamt 4,9 Billionen US-Dollar und damit auf den zweithöchsten jemals gemessenen Wert. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Unternehmensberatung Bain & Company in ihrem „Global M&A Report 2026“. Auch der deutsche

Weltweiter M&A-Markt geht mit Schwung ins neue Jahr
Meldung

© bakhtiarzein/fotolia.com

29.01.2026

Ohne ESG kein Kapital: Wie Fintechs unter Druck geraten

Was lange als Thema klassischer Industrien galt, erreicht nun die Fintech-Szene: ESG-Anforderungen aus CSRD, Investorenlogiken und strenger Governance. Prof. Dr. Oliver Roll, Managing Partner bei Prof. Roll & Pastuch und Professor an der Hochschule Osnabrück, und Dr. Johann Thieme, Senior Director Financial Services, diagnostizieren einen klaren Paradigmenwechsel. Nachhaltigkeit wird vom „Nice-to-have“ zum Bewertungsmaßstab und zum

Ohne ESG kein Kapital: Wie Fintechs unter Druck geraten
Meldung

©pitinan/123rf.com

29.01.2026

Bankenregulierung: Eigenkapitalregeln blockieren Milliarden für die Transformation

Für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft müssen private Unternehmen bis 2045 hohe Milliardensummen investieren. Doch in einer Studie warnen Wissenschaftler am Institut der deutschen Wirtschaft (IW): Die Finanzierung droht an den Eigenkapitalgrenzen der Banken zu scheitern. 867 Milliarden Euro Eigenkapital benötigt Um die zusätzliche Kreditnachfrage für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft abzusichern, müssten europäische Kreditinstitute

Bankenregulierung: Eigenkapitalregeln blockieren Milliarden für die Transformation
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)