• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Deutsche Unternehmen planen erhebliche Investitionen, um Klimarisiken zu minimieren

29.11.2023

Deutsche Unternehmen planen erhebliche Investitionen, um Klimarisiken zu minimieren

43 % der Unternehmen wären laut KPMG-Studie bereit, 10 % ihres Jahresumsatzes für Investitionen in die „grüne Transformation“ aufzuwenden.

Beitrag mit Bild

©AndreyPopov/fotolia.com

Hitzewellen, Starkregen, Trockenperioden oder Stürme: Deutsche Unternehmen sind in Folge extremer Wetterereignisse eher bereit, Investitionen zu tätigen, um Klimarisiken zu reduzieren oder die Folgeschäden des Klimawandels zu mindern. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Klimarisiken und Folgeschäden des Klimawandels 2023“ der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die in Zusammenarbeit mit dem VDMA entstanden ist. Die Studie, für die über 200 Top-Entscheider aus den Branchen Maschinen- und Anlagenbau sowie Automotive befragt wurden, zeigt, dass viele Firmen hierzulande Klimarisiken bereits heute in ihrer Strategie berücksichtigen und Maßnahmen zur Reduzierung von Folgeschäden auf den Weg gebracht haben.

Demnach wären 43 % der befragten Unternehmen bereit, 10 % ihres Jahresumsatzes für Investitionen in die „grüne Transformation“ aufzuwenden. Insbesondere große Unternehmen (54 %) mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz wollen massiv in grüne Technologien investieren. Zu den Investitionsprioritäten gehören die Nutzung regenerativer Energien, Geld für das Energiemanagement sowie die Anlagen-Optimierung.

Im Gegensatz dazu können sich die Unternehmen nicht vorstellen, für die Reduzierung von Klimarisiken oder Minderung von Folgeschäden des Klimawandels auf Umsatz zu verzichten. So gaben lediglich 5 % der befragten Unternehmen an, auf mehr als 10 % ihres Umsatzes und/oder der Gewinnmarge verzichten zu wollen. 13 % wären ferner bereit, besonders klimaschädliche Unternehmensteile oder Geschäftseinheiten zu verkaufen.

Bewusstsein für den eigenen Einfluss auf die Klimarisiken und -folgen noch gering

Auch wenn die Bereitschaft für Investitionen steigt, schätzen bisher nur 15 % der Befragten den Einfluss des eigenen Unternehmens auf den Klimawandel als hoch ein. Umgekehrt spüren allerdings schon 28 % der Teilnehmenden Auswirkungen des Klimawandels und seiner Risiken und Folgen auf das eigene Unternehmen und Geschäftsmodell (28 %). So passen 45 % der befragten Unternehmen derzeit ihr Produkt- und Serviceportfolio an, um dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit der Verbraucherinnen und Verbraucher gerecht zu werden. 42 % spüren zudem die Auswirkungen des Klimawandelsauf ihre Rohstoff- und Energieversorgung in Deutschland, 31 % mussten dadurch bereits Schäden an ihrer Infrastruktur verzeichnen, zum Beispiel an Gebäuden. Hinzu kommen Auswirkungen auf die Belegschaft: 30 % der Unternehmerinnen und Unternehmen nehmen negative Auswirkungen auf die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden durch beispielsweise Hitzewellen wahr.

Optimierungspotenzial bei Industrieunternehmen

Der zunehmende Handlungsdruck des Klimawandels auf Unternehmen schlägt sich auch im Risiko-Management der Firmen nieder: So managt fast jedes zweite Unternehmen (44 %) klimabezogene Chancen und Risiken aktiv und sieht in diesem Klimarisikomanagement einen Wettbewerbsvorteil. Nur noch 10 % der Unternehmen gaben an, nur das Notwendigste zu tun und nur 3 % erfüllen ausschließlich die gesetzlichen Vorgaben. Auch wenn Optimierungsbedarf bleibt, kommt das Risikomanagement von Klimarisiken damit stärker in mittelständisch geprägten Branchen wie dem Maschinenbau an.

Beim Management von Klimarisiken lässt sich zunehmend zudem einen Paradigmenwechsel bei den Unternehmen feststellen: Viele der Befragten sehen heute nicht mehr nur die notwendigen Investitionen zur Lösung der aktuellen Umweltproblemstellungen, sondern sie erhoffen sich auch neues Umsatzpotenzial. 73 % der Unternehmen sehen demnach in der Entwicklung von Produkten und Services zur Minderung von Folgeschäden des Klimawandels zusätzliches Geschäftspotential in Höhe von 206 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren. Jedes vierte Unternehmen (25 %) hat bereits neues Absatzpotenzial erschlossen.

(KPMG vom 21.11.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

© Minerva Studio/fotolia.com

09.07.2026

Kapitalerhöhungen im Aufwärtstrend

Die Entwicklung am deutschen Emissionsmarkt zeigt im zweiten Quartal 2026 ein insgesamt robustes Bild. Zwar hat sich trotz verbesserter Kapitalmarktbedingungen nur ein Unternehmen neu auf das Börsenparkett gewagt, aber bei den Kapitalerhöhungen zeigt der Trend deutlich nach oben – ein klarer Hinweis, dass die Aufnahmebereitschaft des Marktes grundsätzlich vorhanden ist. Zu diesen Ergebnissen kommt die

Kapitalerhöhungen im Aufwärtstrend
Meldung

©Stockfotos-MG/fotolia.com

08.07.2026

Kredithürde im Mittelstand auf Rekordhoch

Der Kreditzugang der mittelständischen Unternehmen in Deutschland hat sich weiter verschlechtert. Im zweiten Quartal 2026 berichteten 40,5 % der kreditinteressierten Mittelständler, dass sich ihre Banken bei der Kreditvergabe restriktiv verhalten. Dieser Wert, der im Vergleich zum Vorquartal um 6,5 Prozentpunkte zulegte, markiert einen neuen Rekordwert seit Beginn der Umfrageaufzeichnung im Jahr 2017. Für die KfW-ifo-Kredithürde wertet

Kredithürde im Mittelstand auf Rekordhoch
Meldung

©number1411/fotolia.com

07.07.2026

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU bleibt hoch

Trotz der seit Jahren andauernden geopolitischen Herausforderungen erwirtschafteten die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) rund 2,8 Billionen Euro im Jahr 2024 laut den aktuellsten verfügbaren Daten. Das waren 29 % des gesamten Umsatzes in Deutschland. Mehr als 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen gemäß der KMU-Definition der Europäischen Kommission zu den kleinen und mittleren Unternehmen.

Volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU bleibt hoch
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)