• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • DAX-Konzerne gehören ausländischen Investoren

10.05.2016

DAX-Konzerne gehören ausländischen Investoren

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Die DAX-Konzerne schütten in diesem Jahr 29,2 Mrd. € an ihre Anteileigner aus – davon fließen allerdings 57% bzw. 16,8 Mrd. € ins Ausland. Denn im Durchschnitt liegt mehr als jede zweite Aktie der DAX-Unternehmen (55,3%) in Depots ausländischer Investoren. Im Vergleich zum Vorjahr steigen die Dividendenzahlungen an ausländische Investoren leicht um 0,8% bzw. 130 Mio. €.

Aktionäre aus Deutschland müssen sich hingegen mit einer deutlich geringeren Dividendensumme als noch im Vorjahr begnügen: Sie erhalten für das Geschäftsjahr 2015 eine Gesamtausschüttung von 10,1 Mrd. € und damit 570 Millionen Euro bzw. gut 5% weniger als im Vorjahr. Und dies, obwohl deutsche Investoren im Durchschnitt ihr Engagement aufstockten: Sie hielten hielten im Geschäftsjahr 2015 nur durchschnittlich 36,2% der Aktien, im Vorjahr waren es 35,6% – gut acht% der Aktien können keiner Region zugeordnet werden.

Bei fünf DAX-Unternehmen sind mehr als 70% der ausgegebenen Aktien in ausländischer Hand (Deutsche Börse, Linde, adidas, Infineon und Bayer), insgesamt 19 Unternehmen sind zu mindestens 50% im Besitz ausländischer Aktionäre. Den geringsten Anteil ausländischer Aktionäre weist die Lufthansa auf, bei der nur ein Viertel der Aktien ausländischen Anlegern gehört.

Das sind Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft zur Aktionärsstruktur der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Unternehmen.

„Trotz der erheblichen Marktschwankungen blieb das Engagement ausländischer Anleger bei den DAX-Konzernen im vergangenen Jahr konstant hoch. Das zeigt, dass Deutschlands Top-Unternehmen für Investoren aus dem Ausland anhaltend attraktiv sind – nicht zuletzt sorgte im vergangenen Jahr aber auch der niedrige Eurokurs für günstige Investitionsgelegenheiten“, beobachtet Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY.

Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil ausländischer Investoren bei zwölf DAX-Konzernen, bei ebenfalls zwölf Unternehmen ist er hingegen gesunken, bei drei Unternehmen gab es keine Veränderung – zu den übrigen Unternehmen liegen keine entsprechenden Informationen vor. Besonders stark zugelegt hat der Anteil ausländischer Anteilseigner bei Adidas (um 10%punkte von 69 auf 79%), während Lufthansa und Merck den stärksten Rückgang (um jeweils neun Prozentpunkte) verzeichneten.

Mittelfristig stark gestiegenes Engagement ausländischer Investoren

Vor allem im langfristigen Vergleich wird deutlich, wie stark ausländische Anleger ihr Engagement im DAX-Segment ausgebaut haben: Bei den 22 Unternehmen, von denen vergleichbare Angaben für das Jahr 2005 vorliegen , stieg der Anteil ausländischer Anteilseigner von durchschnittlich 45% im Jahr 2005 auf 58% im Geschäftsjahr 2015. „Der Langzeitvergleich zeigt das erheblich gewachsene Interesse ausländischer Investoren an einem Engagement bei Deutschlands Top-Unternehmen“, kommentiert Steinbach. Zudem hätten in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten die Entflechtung der sogenannten „Deutschland AG“ und die fortschreitende Globalisierung zu einem steigenden Engagement ausländischer Anleger in Deutschland geführt.

Vor allem aber wertet Steinbach den stark gestiegenen Anteil ausländischer Investoren als „Zeichen für die hohe Wertschätzung der deutschen Konzerne auf dem Weltmarkt, aber auch für die Sichtbarkeit, Internationalität und Reichweite des Finanzplatzes Deutschland“.

Europäische Investoren vor US-Anlegern

Anleger aus dem europäischen Ausland sind traditionell  besonders stark bei den DAX-Konzernen engagiert: Durchschnittlich 29% der Aktien der DAX-Unternehmen befinden sich im Besitz europäischer Anleger – 2010 lag ihr Anteil noch bei 25%. Aber auch das Interesse der Anleger aus den USA bzw. aus Nordamerika an den DAX-Unternehmen ist seit 2010 gestiegen: Sie halten aktuell durchschnittlich 20% der von den Konzernen ausgegebenen Aktien – 2010 waren es noch 18%.

Im vergangenen Jahr hat sich das Engagement europäischer und nordamerikanischer Investoren allerdings gegenläufig entwickelt: Der Anteil europäischer Investoren stieg um 1,7 Prozentpunkte, während der Anteil nordamerikanischer Anleger um einen Prozentpunkt gesunken ist.

Privatanleger bleiben in der Minderheit

Der Großteil der DAX-Aktien ist im Besitz institutioneller Anleger, dazu zählen etwa Pensions- und Investmentfonds, Versicherungen oder Kreditinstitute: Sie halten im Schnitt mehr als sechs von zehn Aktien (64%). Private Investoren sind nur mit 11% vertreten, strategische Investoren wie Familien oder Unternehmen halten zwölf% der Aktien. Das Engagement des Bundes, der KfW-Bankengruppe sowie eigene Aktien spielen insgesamt kaum eine Rolle (4%).

Die Dax-Konzerne befinden sich mehrheitlich im Streubesitz: Acht von zehn Aktien (83%) der deutschen DAX-Unternehmen stehen dem freien Handel an der Börse zur Verfügung. Lediglich 17% der Wertpapiere sind als Festbesitz Großanlegern zuzuordnen – im Vergleich zum Vorjahr hat sich keine nennenswerte Änderung ergeben. Sieben Unternehmen sind vollständig im Steuerbesitz, darunter die Deutsche Bank, BASF, Bayer und Munich Re. „Ein hoher Free-float fördert die Liquidität im Aktienhandel an der Börse und beeinflusst das Ranking im DAX positiv“, betont  Steinbach.

Unternehmen mit einem verhältnismäßig niedrigen Streubesitz sind Beiersdorf (39%) und die Automobilunternehmen Volkswagen (44%), Continental (54%) und  BMW (57%).

(Pressemitteilung EY vom 09.05.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© Minerva Studio/fotolia.com

14.09.2026

M&A 2027: Optimismus trotz Gegenwind

Europas M&A-Markt zeigt sich trotz geopolitischer Spannungen widerstandsfähig. Laut dem „CMS European M&A Outlook 2027“, für den CMS gemeinsam mit Mergermarket 250 Führungskräfte aus Unternehmen und Private Equity befragt hat, rechnen 64 % der Befragten in den kommenden zwölf Monaten mit steigenden Transaktionszahlen. Im Vorjahr waren es 50 %. Weniger Deals, deutlich höheres Volumen Im

M&A 2027: Optimismus trotz Gegenwind
Meldung

© furuoda/fotolia.com

10.09.2026

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein

Der Markt für elektrische Lkw entwickelt sich weltweit mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während China beim Hochlauf bereits weit vorangeschritten ist, steht Europa vor einer starken Wachstumsphase. Die USA dürften dagegen noch länger von Dieselantrieben geprägt bleiben. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG). China führt bei elektrischen Lkw In China entfielen 2025

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

09.09.2026

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung

Deutschland kann nach Einschätzung der KfW seine Wachstumsschwäche überwinden. Eine neue Studie von KfW Research hält im kommenden Jahrzehnt ein dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als 1% pro Jahr für erreichbar. Seit 2015 ist das Potenzialwachstum von knapp 2% auf nur noch leicht über null gesunken. Produktivität als zentraler Hebel Entscheidend für eine Trendwende seien Fortschritte

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)