• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Volumen der Startup-Deals steigt erstmals wieder

17.07.2024

Volumen der Startup-Deals steigt erstmals wieder

Der Gesamtwert der Investitionen steigt im ersten Halbjahr 2024 auf 3,4 Milliarden Euro, die Anzahl der Deals sinkt dagegen auf 367 Abschlüsse.

Beitrag mit Bild

©Sunnystudio/fotolia.com

Gute Nachrichten aus dem Startup-Ökosystem in Deutschland: Das Deal-Volumen steigt wieder. Der Gesamtwert der Risikokapitalinvestitionen in Jungunternehmen wuchs im ersten Halbjahr 2024 gegenüber der Vorjahresperiode um 363 Millionen Euro (12 %) auf gut 3,4 Milliarden Euro. Zeichen einer Trendwende, nachdem die Investitionen in Startups in den beiden ersten Halbjahren 2022 und 2023 deutlich gesunken waren. Ebenfalls erfreulich: Die aktuelle Summe stellt den dritthöchsten Wert für ein erstes Halbjahr seit 2015 dar. Doch es gibt mit Blick auf die Zahl der Deals auch einen Dämpfer: Deutschlandweit sanken die Finanzierungsrunden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 erneut deutlich – gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 87 Abschlüsse auf 367 Deals (minus 19 %).

Zahl der Abschlüsse rückläufig

Vor allem die abnehmende Anzahl kleiner Finanzierungsrunden ist auffällig: Die Zahl der Deals mit einem Wert von weniger als fünf Millionen Euro sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2023 von 297 auf 200 – ein Minus von 33 %. Auch Abschlüsse im Volumen zwischen fünf und unter zehn Millionen Euro gingen zurück: von 45 im ersten Halbjahr 2023 auf 41 in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Die Zahl der großen Deals zwischen 50 und 100 Millionen Euro (sechs im ersten Halbjahr 2023, neun im ersten Halbjahr 2024) und von Abschlüssen im Wert von mehr als 100 Millionen Euro (fünf im ersten Halbjahr 2023, sieben im ersten Halbjahr 2024) stieg dagegen leicht an.

Das zeigt das Startup-Barometer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Die Studie basiert auf einer Analyse der Investitionen in deutsche Startups. Als Startups werden dabei grundsätzlich Unternehmen gewertet, die nicht älter als zehn Jahre sind.

Einordnung der Zahlen

Dr. Thomas Prüver, Partner bei EY: „Trotz der positiven Entwicklung bei der Finanzierungssumme: Von einem generellen Aufatmen in der deutschen Startup-Szene kann noch keine Rede sein. Auf der Habenseite steht, dass die Anzahl mittelgroßer und großer Deals nahezu konstant blieb oder sogar leicht stieg. Dass die Zahl der kleinen Abschlüsse unter zehn Millionen Euro allerdings so stark eingebrochen ist, ist eine Entwicklung, die mit Sorge zu betrachten ist. Es ist durchaus alarmierend, dass für ganz junge Startups offenbar immer schwieriger wird, an frisches Geld zu kommen.“ Denn gerade die Geldspritzen in der Anfangsphase seien für Jungunternehmen besonders essenziell, so Prüver: „Gerade diese Abschlüsse sind nötig, um aus guten Ideen anwendbare Produkte und Dienstleistungen zu formen – und gleichzeitig ein möglichst breit aufgestelltes Startup-Ökosystem aufrechtzuerhalten, da die Branche von der Konkurrenz untereinander, aber auch dem unterschiedlichen Knowhow zahlreicher Unternehmen, lebt und profitiert.“

Deutlicher Investitionsboost für Software-Startups

Sammelten Jungunternehmen aus dem Bereich E-Commerce im ersten Halbjahr 2023 noch 395 Millionen Euro ein, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres nur noch 233 Millionen Euro (minus 41 %). Startups aus dem Bereich Software & Analytics haben hingegen mit Abstand am meisten Investitionskapital im ersten Halbjahr dieses Jahres erhalten: 1,1 Milliarden Euro und damit 334 Millionen Euro mehr (plus 45 %) als in der Vorjahresperiode.

Noch deutlicher war der Kapitalanstieg im Bereich Hardware, hier flossen insgesamt 435 Millionen Euro Investitionskapital (plus 257 %). Federn ließen dagegen Jungunternehmen aus dem Bereich Energy auf Rang drei: 349 Millionen Euro – 328 Millionen weniger (minus 48 %) als im Vorjahreszeitraum. Prüver: „Vor allem Startups mit dem Fokus auf digitale Zukunftsthemen sind aktuell ein Magnet für die Investoren von Risikokapital. Allerdings gilt auch hier weiterhin: Eine gute Idee allein reicht schon lange nicht mehr aus, um Geldgeber zu überzeugen. Der Investorenfokus liegt weiter stärker auf dem Faktor Rentabilität. Langfristige Wachstumsperspektiven sind gut, reichen aber allein nicht. Die Geldgeber wollen einen klaren Weg zu Profitabilität sehen. Jungunternehmen sind daher weiter gefordert, sich darauf einzustellen und sehr umsichtig mit dem Kapital umzugehen, das ihnen zur Verfügung gestellt wird.“

(EY vom 16.07.2024 / RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

© Zerbor - Fotolia.com

15.10.2026

Cyberrisiken und KI setzen CEOs unter Druck

Die schwache Konjunktur bleibt für CEOs weltweit das größte Risiko. Laut dem aktuellen CEO Outlook Survey von EY-Parthenon nennen 44 % die wirtschaftliche Unsicherheit als zentrale Belastung. Cyberrisiken und Datenschutzbedrohungen folgen mit 40 %, technologische Umbrüche einschließlich KI mit 34 %. In Deutschland stehen Konjunktur- und Cyberrisiken mit jeweils 40 % gleichauf. Für die Studie

Cyberrisiken und KI setzen CEOs unter Druck
Meldung

© Erwin Wodicka /fotolia.com

14.10.2026

Steigende Kreditkosten: UKs CFOs setzen auf Sparkurs statt Expansion

Seit mehr als drei Jahren stehen geopolitische Konflikte an der Spitze der Risikoliste britischer Finanzchefs, zeigt die aktuelle Deloitte UK CFO Survey. Besonders die Eskalation des US-Iran-Konflikts und Ölpreise von über 100 US-Dollar je Barrel verstärken die Sorge vor Inflation und steigenden Zinsen. Finanzierungskosten auf Zweieinhalbjahreshoch Die Finanzchefs erwarten binnen zwölf Monaten eine Inflationsrate von

Steigende Kreditkosten: UKs CFOs setzen auf Sparkurs statt Expansion
Meldung

© weerapat1003/fotolia.com

13.10.2026

Klimaschutz als Milliardenchance für Unternehmen

Deutschlands Klimatransformation erfordert bis 2045 Investitionen von sechs Billionen Euro. Für Finanzvorstände wird die Finanzierung zum strategischen Thema. Entscheidend sind Kapitalkosten, Investitionsprioritäten und die Mobilisierung privaten Kapitals. Unternehmen müssen Investitionen deutlich steigern Laut einer Prognos-Studie im Auftrag der KfW sind jährlich 290 Milliarden Euro für die Klimaneutralität erforderlich. Knapp die Hälfte davon, rund 140 Milliarden

Klimaschutz als Milliardenchance für Unternehmen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)