05.07.2016

Boom bei Beteiligungskäufen im Mittelstand

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Corporate Finance

Die Investitionen von Beteiligungsgesellschaften in mittelständische Unternehmen in Deutschland nehmen seit Jahren konstant zu. Gleiches gilt für den Wettbewerb um geeignete Targets.

Die Beteiligungsbranche plant umfassende Investitionen in mittelständische Unternehmen in Deutschland. Während sich die Marktentwicklung bei großen Deals eingetrübt hat, sind die PE-Häuser optimistisch, auch im laufenden Jahr 2016 bei Mid-Cap-Deals mit einem Volumen von etwa 20 Mio. € auf hohem Niveau zuzulegen. Dabei hält der Trend zur Buy- and Build-Strategie an: Neben Eigenkapital bringen die PE-Gesellschaften Branchenexpertise und unternehmerisches Know-how ein, um ihre Beteiligungen zum Erfolg zu führen. Das ergibt die Studie zur deutschen Beteiligungsbranche von Rödl & Partner. Im Branchenfokus liegen Unternehmen aus den Bereichen Automotive sowie Maschinen- und Anlagenbau vor der IT- und Gesundheitsbranche.

„Der Private Equity-Markt boomt. Einziges Handicap für die Investoren ist die niedrige Zahl verkaufswilliger Unternehmen“, erklärt Partner Jochen Reis von Rödl & Partner Eschborn, der die Studie durchgeführt hat. „Deutsche Mittelständler sind weltweit begehrt. Wer sein Unternehmen verkaufen will, ist in der komfortablen Lage, sich den Käufer auszusuchen. Dabei fällt die Wahl vor allem auf PE-Häuser, die eine klare Perspektive aufzeigen, das Unternehmen fortzuführen und in künftiges Wachstum zu investieren.“

Unternehmerisches Engagement häufig entscheidend

Entscheidend für die Verkaufsentscheidung an eine Beteiligungsgesellschaft ist immer häufiger deren unternehmerisches Engagement. „Der eindeutige Trend geht zur Buy- and Build-Strategie. Mit ihr können PE-Häuser auch bei hohen Kaufpreisen noch eine gute Rendite erzielen“, betont Björn Stübiger, Leiter des Bereichs Corporate Finance und M&A bei Rödl & Partner. „Das gilt besonders beim Verkauf zur Lösung der Nachfolge. Die Unternehmer suchen Käufer ihres Lebenswerks gezielt danach aus, ob sie neben Kapital auch Branchenexpertise und operative Erfahrung einbringen.“

Das große Interesse sorgt für hohe Preise

Gebremst wird die Entwicklung des PE-Marktes durch die Preisspirale und die niedrigen Zinsen. „Viele Beteiligungskäufe scheitern auch im Mittelstand an den zu hohen Kaufpreisvorstellungen. Die Unternehmen haben keinen Druck zu verkaufen. Denn eine Unternehmensbeteiligung erzielt aktuell eine weitaus höhere Rendite als die Anlage des Verkaufserlöses“, so Stübiger. „Es erweist sich auch nicht als hilfreich, dass so viel Kapital bereit steht. Das hat die Begehrlichkeiten auf Verkäuferseite wachsen lassen.“

Wichtiger Treiber bei der Aufnahme von Beteiligungskapital ist die internationale Expansion deutscher Unternehmen. Hier haben global aufgestellte PE-Häuser die Nase vorn. „Kapitalgeber aus dem anglo-amerikanischen Raum erleichtern mit ihrem Netzwerk den Einstieg in ausländische Märkte“, betont Reis. „Zwar ist die Konkurrenz durch strategische Investoren, insbesondere aus Asien, sehr stark. Aber die USA sind außerhalb der Europäischen Union nach wie vor der wichtigste Markt für deutsche Unternehmen. Zur Finanzierung der Expansion in den Vereinigten Staaten sind amerikanische PE-Investoren die erste Wahl.“

(Pressemitteilung Rödl & Partner vom 04.07.2016)


Redaktion

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