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02.04.2025

Outsourcing im Umbruch: Studie zeigt neue Trends im Finanzsektor

Erfolgreiches Outsourcing in der Finanzbranche erfordert ein ausgewogenes Zusammenspiel von Kostenkontrolle, technologischer Innovation und regulatorischer Compliance.

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© Egor/fotolia.com

Outsourcing bleibt ein zentraler Hebel für Effizienz im Finanzdienstleistungssektor – doch die Erwartungen werden nicht immer erfüllt. Eine aktuelle Studie von PwC Deutschland und Strategy& zeigt, dass zwar neue Technologien wie Cloud-Lösungen an Bedeutung gewinnen, jedoch die erhofften Kosteneinsparungen oft ausbleiben. Gleichzeitig rücken Nachhaltigkeitsaspekte stärker in den Fokus. An der Erhebung nahmen 161 Finanz- und Kreditinstitute sowie andere Finanzdienstleister teil.

Potenzial für Einsparungen noch nicht ausgeschöpft

Die Auslagerung von Dienstleistungen bleibt ein wichtiges strategisches Instrument für Banken und Versicherungen, und sie bietet enormes Potenzial für Kosteneinsparungen. „Outsourcing ist nicht mehr nur eine Option, sondern eine strategische Notwendigkeit im Finanzsektor. Es bietet Institutionen die Flexibilität, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren und innovative Technologien zu nutzen“, erklärt Tomas Rederer, Leiter Management Consulting Financial Services bei PwC Deutschland.

Und doch gab mehr als die Hälfte der Befragten (57 %) an, dass die angestrebte Kosteneffizienz durch Outsourcing nur minimal oder teilweise erreicht werden konnte. Diese Diskrepanz weist auf eine allgemeine Problematik hin: eine unzureichende Transparenz über die Kostentreiber im Outsourcing. Nur eine Minderheit der Befragten (rund 21 %) gab an, vollständig über die Kostentreiber in ihren Outsourcing-Prozessen im Bilde zu sein. 79 % hingegen können die Auslagerungskosten nicht umfassend einschätzen. Angesichts der erwarteten Kostensteigerung in den kommenden ein bis zwei Jahren ist dies besonders alarmierend. Finanzinstitute müssen ihr Kostenmanagement optimieren, um besser auf künftige Herausforderungen vorbereitet zu sein.

Skepsis verlangsamt die Cloud-Transformation im FS-Sektor

Die Nutzung von Cloud-Lösungen sehen die Befragten als wesentlichen Treiber der Modernisierung. Doch obwohl sie sich der Relevanz bewusst sind, betreiben 65 % der Befragten ihre Anwendungen hauptsächlich noch on-premise. Besonders hoch ist das Cloud-Outsourcing bei zentralen IT-Funktionen, während Bereiche wie Vertragsmanagement und Backoffice-Funktionen weiterhin überwiegend on-premise bleiben. Unternehmen, die bereits Cloud-Technologien verwenden, berichten keinerlei negative Erfahrungen und sehen großes Potenzial für weitere Migrationen. Skepsis gegenüber der Cloud besteht vor allem bei den Befragten, die sie noch nicht nutzen. Um Bedenken auszuräumen, empfiehlt es sich, im Vorfeld mit kleinen, risikoarmen Projekten zunächst die Cloud zu testen. Die Kluft zwischen den Early Adopters und den eher vorsichtigen Finanzinstituten nimmt jedoch tendenziell ab, und die Cloud gewinnt auch für Funktionen jenseits der IT-Infrastruktur an Bedeutung.

Nachhaltigkeit wird zum Wettbewerbsfaktor bei der Dienstleisterauswahl

Regulatorische Anforderungen und Nachhaltigkeit spielen eine zunehmend wichtige Rolle im Outsourcing-Management der Finanz- und Kreditinstitute. Mehr als 95 % der Befragten gaben an, dass ihr Outsourcing-Management stark bis sehr stark von regulatorischen Faktoren beeinflusst wird. Mehr als 80 % haben bereits entsprechende Rahmenwerke implementiert, um die Compliance-Anforderungen zu erfüllen. Die Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten nimmt ebenfalls zu, wobei fast 60 % der Befragten ihre Serviceprovider als sehr wichtig bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele einstufen. Nachhaltigkeit wird zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor für Serviceprovider, und Outsourcing-Strategien sollten direkt mit Nachhaltigkeitszielen in Einklang gebracht werden, um den wachsenden regulatorischen Druck und den Anforderungen seitens der Investoren Rechnung zu tragen. Der deutsche Finanzdienstleistungssektor ist in puncto Outsourcing an einem entscheidenden Punkt angelangt: Die Institute müssen die neuen Entwicklungen bewältigen und im Zuge dessen ihre Strategien so anpassen, dass sie sowohl ihre Kosten- und Nachhaltigkeitsziele erreichen als auch die regulatorischen Anforderungen erfüllen.

(PwC vom 02.04.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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