• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • 2016 entwickelt sich zum Rekordjahr für chinesische Investitionen in Deutschland

13.06.2016

2016 entwickelt sich zum Rekordjahr für chinesische Investitionen in Deutschland

Beitrag mit Bild

Corporate Finance

Die M&A-Aktivitäten chinesischer Investoren in Deutschland werden im ersten Halbjahr 2016 deutlich zulegen und könnten bis Jahresende neue Rekorde erreichen, so die PwC-Analyse „Chinesische M&A-Aktivitäten in Deutschland“. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft prognostiziert für das 1. Halbjahr 2016 verglichen zum Vorjahreszeitraum einen signifikanten Anstieg der Transaktionsvolumen auf 3,4 Mrd. € von 737 Mio. € ersten Halbjahr 2015.

Die Zahl der Fusionen und Übernahmen wird sich der PwC-Halbjahresprognose zufolge auf 30 von 18 im gleichen Zeitraum 2015 nahezu verdoppeln. Verglichen dazu schlugen im 2. Halbjahr 2015 rund 17 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 503 Mio. € zu Buche.

„2016 wird nach derzeitigem Stand ein Rekordjahr für chinesische Investitionen in Deutschland werden“, sagt Martin Schwarzer, Partner und Co-Head Mergers & Acquisitions bei PwC in Deutschland. Angetrieben wird diese Entwicklung durch den anhaltenden Wachstumsdruck der chinesischen Wirtschaft. Die vereinfachten Genehmigungsprozesse rufen auch neue Investoren auf den Plan: Während in den vergangenen Jahren häufig der Branchenprimus als Käufer auftrat, gehen nun vermehrt auch chinesische Firmen aus der zweiten Reihe in Deutschland auf Einkaufstour.

Zahl der Kapitalmarktübernahmen und börsennotierten Investoren aus Fernost steigt

Die Zahl der börsennotierten Investoren aus Fernost dürfte 2016 ebenfalls kräftig steigen. „Börsennotierte Investoren verfügen häufig über eine gute Stellung in ihren Märkten, ein international erfahrenes Management und die notwendigen finanziellen Ressourcen für erfolgreiche M&A-Transaktionen“, begründet Schwarzer diesen Trend.

Gleichzeitig richten die chinesischen Interessenten ihr Augenmerk auf neue Branchen in Deutschland. So werden Investitionen in die Bereiche Konsumgüter, Umwelt- und Automatisierungstechnik sowie in Gewerbeimmobilien zulegen. In den vergangenen fünf Jahren investierten chinesische Käufer bevorzugt in deutsche Industrieunternehmen, insbesondere in Maschinen- und Anlagenbauer sowie in die Automobilbranche.

UK und Deutschland wichtigste Zielländer in Westeuropa

Im europäischen Vergleich bleibt Deutschland damit nach Großbritannien eines der wichtigsten Zielländer für chinesische Investoren. Die bislang größte abgeschlossene Transaktion auf dem deutschen Markt war der Verkauf des niedersächsischen Waste to Energy-Unternehmens EEW an Beijing Enterprises für mehr als 1,4 Mrd. € Anfang 2016.

Bei ihren M&A-Transaktionen fokussieren sich Käufer aus China mittlerweile häufig auf Carve-outs deutscher Konzerne oder Familienunternehmen. Hauptgründe für die chinesischen Investitionen sind der deutsche Markteintritt sowie der Erwerb neuer Technologien, Expertise und Marken.

Immer mehr chinesische Firmen aus der zweiten Reihe auf Einkaufstour

Strategische Überlegungen gewinnen bei den Transaktionen ebenfalls deutlich an Gewicht. Chinesische Investoren füllen ihre Rolle als neue Gesellschafter in den übernommenen Unternehmen zunehmend mehr aus und investieren über den Kaufpreis hinaus in ihre Beteiligungsunternehmen. „Für einen chinesischen Investor muss sich die Investition nicht kurzfristig amortisieren“, sagt Schwarzer. „Sehr häufig wird auch die Vereinbarung getroffen, dass die Gewinne der ersten Jahre nach der Übernahme nicht ausgeschüttet werden.“

Während bis 2010 vorwiegend chinesische Staatsunternehmen in Deutschland auf Einkaufstour gingen, treten seither zunehmend auch Privatunternehmen insbesondere aus Südchina in Erscheinung, die deutlich aktiver als die meisten Staatsunternehmen vorgehen. „Beim Verkaufsprozess zeigt sich insgesamt, dass die chinesischen Investoren und ihre M&A-Teams immer professioneller auftreten“, erläutert Schwarzer. Entsprechend hat die Zahl der Fehlinvestitionen deutlich abgenommen.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

(Pressemitteilung PwC vom 10.06.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© furuoda/fotolia.com

10.09.2026

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein

Der Markt für elektrische Lkw entwickelt sich weltweit mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit. Während China beim Hochlauf bereits weit vorangeschritten ist, steht Europa vor einer starken Wachstumsphase. Die USA dürften dagegen noch länger von Dieselantrieben geprägt bleiben. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Boston Consulting Group (BCG). China führt bei elektrischen Lkw In China entfielen 2025

2035 könnte fast jeder zweite Lkw elektrisch sein
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

09.09.2026

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung

Deutschland kann nach Einschätzung der KfW seine Wachstumsschwäche überwinden. Eine neue Studie von KfW Research hält im kommenden Jahrzehnt ein dauerhaftes Potenzialwachstum von mehr als 1% pro Jahr für erreichbar. Seit 2015 ist das Potenzialwachstum von knapp 2% auf nur noch leicht über null gesunken. Produktivität als zentraler Hebel Entscheidend für eine Trendwende seien Fortschritte

Deutschland mit realistischer Chance auf deutliche Wachstumssteigerung
Meldung

peshkova/123rf.com

08.09.2026

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen

Wie weit sind deutsche Unternehmen beim Einsatz von KI wirklich, und was bringt ihnen die Technologie wirtschaftlich? Eine Deutschland-Auswertung des McKinsey-Reports „The State of AI in 2026: On the Road to ROI“ zeigt: Zwischen Nutzung und messbarem Geschäftswert liegt noch eine deutliche Lücke. Für die weltweite Studie wurden 1.719 Führungskräfte und Fachleute aus 97 Ländern

KI-Investitionen steigen – der CFO kann den ROI oft noch nicht messen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)