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10.12.2018

2018 war eines der besten Jahre für Börsengänge seit dem Neuen Markt

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Corporate Finance

2018 war trotz der hohen Volatilität am Kapitalmarkt eines der besten Jahre für Börsengänge in Deutschland seit dem Neuen Markt. Das ist das Ergebnis der jährlich durchgeführten IPO-Studie der Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult. Demnach verdoppelte sich die Anzahl der Initial Public Offerings (IPO) im Börsensegment Prime Standard im Vergleich zum Vorjahr auf 16 und erreichte damit den höchsten Stand seit 2007, dem Jahr vor dem Ausbruch der Finanzkrise.

Das Emissionsvolumen der IPOs stieg 2018 um mehr als das Dreifache auf 11,6 Mrd. EUR (Vorjahr: 2,8 Mrd. EUR), das höchste Niveau seit dem Börsenboom um die Jahrtausendwende (2000: 31,9 Mrd. EUR in allen Segmenten). Unterdessen setzte auch der Emissionsmarkt für Mittelstandsanleihen seinen Erholungskurs weiter fort. Die Anzahl der neuen Anleihen kletterte im Vergleich zum Vorjahr um zwei auf 30 Bonds. Zugleich erhöhte sich das Emissionsvolumen um ein Drittel auf 1.085 Mio. EUR (Vorjahr: 817 Mio. EUR). Damit war 2018 das beste Jahr für Emissionen von Mittelstandsanleihen seit 2014. 2018 war der Studie zufolge trotz der hohen Volatilität an den Börsen eines der besten IPO-Jahre seit dem Neuen Markt. Selbst der oftmals totgesagte Emissionsmarkt für Mittelstandsanleihen hat weiter zugelegt. Damit hätten die Emittenten ein hohes Maß an Vertrauen in den Kapitalmarkt gezeigt.

Schwergewichte dominieren IPO-Markt

Der IPO-Markt profitierte 2018 insbesondere von den Börsengängen von Siemens Healthineers, Knorr-Bremse und DWS. Diese steuerten mit einem Emissionsvolumen von 9,4 Mrd. EUR mehr als 80% des gesamten Emissionsvolumens bei. Siemens Healthineers schaffte zudem mit einem Emissionsvolumen von 4,2 Mrd. EUR den größten Börsengang in Europa.

Trotz der drei IPOs in Milliardenhöhe zogen viele Unternehmen ihre Börsenpläne zurück. Dies war im Wesentlichen auf die im Vergleich zum Vorjahr höhere Volatilität an den Aktienmärkten zurückzuführen. Besonderes Gewicht hatte die Absage des Wissenschaftsverlags Springer Nature, der einen Emissionserlös von bis zu 1,6 Mrd. EUR geplant hatte. Weitere Absagen wie Abacus Medicine, Primepulse und Govecs im Herbst verhinderten ebenfalls eine noch positivere Bilanz für 2018. Für Unsicherheit sorgten die zunehmenden Kursverluste an den Aktienmärkten. Diese setzten auch die bereits im Handel gelisteten Neuemissionen unter Druck. Im Durchschnitt verloren ihre Aktien rund 15%. Nur drei Unternehmen verbuchten Kursgewinne. Siemens Healthineers erzielte als Spitzenreiter ein deutliches Plus von rund 33%.

Die Bilanz des 2017 eingeführten Börsensegments Scale fiel gemischt aus. 2018 registrierte Scale lediglich zwei IPOs und damit nur halb so viele wie im Vorjahr. Demgegenüber verdoppelte sich das Emissionsvolumen auf 133,4 Mio. EUR (Vorjahr: 67,3 Mio. EUR).

Mittelstandsanleihen weiter im Aufwind

Der Markt für Mittelstandsanleihen profitierte 2018 insbesondere vom hohen Finanzierungsbedarf der Immobilienbranche. So stammten 12 Anleihen bzw. 40% aller neu platzierten Bonds allein aus diesem Sektor. Das Volumen dieser Anleihen belief sich auf rund 580 Mio. EUR, mehr als die Hälfte des gesamten Emissionsvolumens. Zwei Immobilienanleihen erzielten einen Erlös von 100 Mio. EUR. Der Bond von DIC Asset kam auf 150 Mio. EUR und war damit die größte Emission des Jahres. Neben der Anzahl der Emissionen und dem Emissionsvolumen stieg 2018 auch die Anzahl der Vollplatzierungen. Demnach erreichten 18 der 30 Emissionen ihr Zielvolumen. Die Erfolgsquote verbesserte sich damit um zehn Prozentpunkte auf 60% (Vorjahr: 50%). Insgesamt wurden rund 70% des angestrebten Emissionsvolumens platziert (Vorjahr: 86%). Der durchschnittliche Kupon der Anleihen lag bei 5,2% (Vorjahr: 5,7%).

Weitere Börsengänge, weniger Mittelstandsanleihen in 2019

Die Rahmenbedingungen für IPOs haben sich der Studie zufolge im Herbst zwar verschlechtert, die Aussichten für die Aktienmärkte 2019 sind jedoch insgesamt positiv. Damit haben Unternehmen weiterhin die Möglichkeit, an die Börse zu gehen. Die Kandidaten-Pipeline ist aufgrund der IPO-Absagen und -Verschiebungen in den vergangenen Monaten prall gefüllt. Nach offiziellen Informationen und Marktgerüchten gibt es derzeit knapp 80 Unternehmen, die einen Börsengang anstreben könnten. Darunter befinden sich auch große Namen wie die VW-Trucksparte Traton, die Continental-Antriebssparte Powertrain und der Modehändler Takko Fashion. Hinzu kommen eher unbekannte, aber größere Unternehmen wie Signa Sports, Xella und Exyte sowie die möglichen Nachzügler Springer Nature, Abacus Medicine, Primepulse und Govecs.

Vor diesem Hintergrund erwartet Kirchhoff Consult ein gutes IPO-Jahr 2019, das aber in Bezug auf die Anzahl der Börsengänge und die Höhe des Emissionsvolumens nicht ganz das Niveau von 2018 erreichen wird. Diese Einschätzung gilt auch für den Markt für neue Mittelstandsanleihen. Laut der Studienautoren hat der IPO-Markt im internationalen Vergleich noch viel Aufholpotenzial. Trotz des aktuell volatilen Börsenumfelds werden für 2019 rund 15 IPOs im Prime Standard erwartet sowie weitere Neuzugänge im Scale-Segment. Bei den Mittelstandsanleihen wird mit mindestens 25 Emissionen gerechnet.

Die IPO-Studie 2018 steht hier zum Download bereit.

(Pressemitteilung Kirchhoff Consult vom 06.12.2018)

 


Redaktion

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