• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • 57 % der Unternehmen versprechen sich Vorteile vom Digitalen Euro

04.10.2023

57 % der Unternehmen versprechen sich Vorteile vom Digitalen Euro

Mit dem digitalen Euro verbindet sich die Hoffnung, im Zahlungsverkehr eine Alternative zu den dominierenden US-amerikanischen Karten- und Zahlungsanbietern aufzubauen.

Beitrag mit Bild

© JFL Photography/fotolia.com

Die deutsche Wirtschaft beschäftigt sich bereits intensiv mit den Einsatzmöglichkeiten und Chancen eines Digitalen Euro. Denn die Mehrheit der Unternehmen ist überzeugt, von der digitalen Währung profitieren zu können, braucht dafür aber die Unterstützung der Banken. Auch politische Gründe sprechen aus Sicht der Wirtschaft für die Einführung der Währungsinnovation: So sind 87 % davon überzeugt, dass ein Digitaler Euro dazu beiträgt, europäische Werte zu sichern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Unternehmensbefragung der auf Finanzdienstleister spezialisierten Unternehmensberatung Cofinpro.

Einsatzmöglichkeiten des Digitalen Euro

„Der Digitale Euro birgt ein enormes wirtschaftliches und politisches Potenzial. Um dieses auszuschöpfen, müssen alle Akteure frühzeitig in die Planungen einbezogen werden“, sagt Eric Neumann von der Cofinpro AG. Die aktuellen Studienergebnisse belegen ein großes Interesse der Wirtschaft, auch wenn die technische Ausgestaltung der Projekte noch offen ist: „Zwei Drittel der Dienstleister, und mehr als die Hälfte der Industrieunternehmen beschäftigen sich bereits mit den Einsatzmöglichkeiten des Digitalen Euro, es werden sogar schon konkrete Anwendungsfälle definiert. Jetzt müssen Politik und Finanzwirtschaft nachziehen, um die Use Cases mit Leben zu füllen. Denn die bisher von der EZB definierten Use Cases des Digitalen Euro gehen noch nicht über die Anwendungsfälle existierender Bezahlverfahren hinaus.“

Weniger Abhängigkeit von Zahlungsdienstleistern außerhalb der EU

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Mit der neuen digitalen Zentralbankwährung verbindet sich die Hoffnung, im Zahlungsverkehr eine Alternative zu den dominierenden US-amerikanischen Karten- und Zahlungsanbietern aufzubauen. „Mehr als 80 % der Unternehmen halten es für wichtig, die Abhängigkeit von Zahlungsdienstleistern außerhalb der EU zu verringern. Und fast neun von zehn stimmen der Aussage zu, mit dem Digitalen Euro ein Gegengewicht zu anderen staatlichen oder privaten digitalen Währungen zu schaffen, die europäische Werte untergraben könnten. Diese Kombination aus wirtschaftlichen und politischen Erwägungen unterstreicht die Bedeutung des Projekts“, so Branchenexperte Neumann. Weltweit arbeiten einer aktuellen Umfrage der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich zufolge 90 % der Notenbanken an Projekten zur Einführung von digitalem Zentralbankgeld. Bis 2030 könnten so 24 staatliche Digitalwährungen existieren.

Die Anwendungsmöglichkeiten bestimmen den Erfolg

Am 18.10.2023 will die EZB erste Details zur Ausgestaltung des Digitalen Euro bekannt geben, dann könnte auch eine Obergrenze für die Wallet genannt werden. Die Mehrheit der Studienteilnehmer spricht sich für einen großzügigen Rahmen aus: Bei einem maximalen Volumen von 3.000 Euro ist der Einsatz nur für 37 % der Unternehmen wirklich interessant. Steigt der Betrag auf 5.000 Euro, wollen bereits zwei von drei Unternehmen Nutzungsmöglichkeiten anbieten. „Die EZB ist gut beraten, die Bedürfnisse der Unternehmen zu berücksichtigen, denn sie werden der treibende Faktor für eine breite Nutzung der digitalen Zentralbankwährung sein“, sagt der Cofinpro-Experte.

Die Einsatzmöglichkeiten des Digitalen Euro werden wesentlich durch seine technischen Eigenschaften bestimmt. Diesbezüglich äußern die Studienteilnehmer zahlreiche Erwartungen: 88 % wünschen sich die Möglichkeit von Echtzeitzahlungen und 82 % den Umtausch in andere digitale Währungen oder Buchgeld. Letztlich versprechen sich die Unternehmen betriebswirtschaftliche Effekte und Kundennutzen. Dabei fällt auf: Je konkreter die möglichen Anwendungsfälle sind, desto stärker werden die Vorteile erkannt. Cofinpro-Experte Eric Neumann: „Die Finanzindustrie sollte sich daher bereits jetzt mit den Unternehmen zusammensetzen, um Anwendungsmöglichkeiten und neue Geschäftsmodelle zu erarbeiten – auch um gegebenenfalls noch Einfluss auf die Planungen der EZB nehmen zu können.“

Über die Studie

Die von Cofinpro herausgegebene Studie Digitaler Euro wurde im Juli 2023 durchgeführt. Rund 225 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen haben im Rahmen einer Online-Befragung teilgenommen. Die Studie steht hier zum Download bereit.

(Confinpro vom 26.09.2023 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


Weitere Meldungen


Meldung

©pixbox77/fotolia.com

08.04.2026

Mehr als jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte des Klimawandels

Mehr als jedes fünfte Unternehmen (21 %) in Deutschland sieht sich bereits von negativen Folgen des Klimawandels betroffen. Das sind rund 800.000 Unternehmen. Besonders große Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Jahresumsatz leiden unter den mannigfaltigen Auswirkungen der Erderwärmung: 74 % von ihnen geben an, zumindest teilweise von negativen Konsequenzen betroffen zu sein. Unter den größeren

Mehr als jedes fünfte Unternehmen spürt negative Effekte des Klimawandels
Meldung

©EtiAmmos/fotolia.com

08.04.2026

Zahlreiche Branchen durch Lieferketten-Probleme in prekärer Lage

Die Störung der globalen Lieferketten beeinträchtigt Deutschlands Wirtschaft. Krisen, wie die faktisch gesperrte Straße von Hormus im Zuge des Iran-Krieges oder die Vorherrschaft Chinas bei Seltenen Erden, haben gravierende Folgen für die Versorgung der deutschen und europäischen Unternehmen mit Rohstoffen, Energie und Technologie. „Der Iran-Krieg ist ein Bremsklotz für den Aufschwung, der durch sinkende Zinsen

Zahlreiche Branchen durch Lieferketten-Probleme in prekärer Lage
Meldung

murrstock/123rf.com

07.04.2026

Nahost-Krieg bremst weltweiten IPO-Markt

Nach einem vielversprechenden Start ins Jahr 2026 führten neue geopolitische Spannungen und der weltweite Anstieg der Energiepreise zu einem deutlichen Rückgang auf dem IPO-Markt: Die Zahl der Börsengänge schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 23 % und lag mit 230 auf dem niedrigsten Stand seit sechs Jahren. Zuletzt waren im zweiten Quartal des COVID-Jahres 2020 mit 195

Nahost-Krieg bremst weltweiten IPO-Markt
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)