• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Acht von zehn Industrieunternehmen weltweit wollen bis 2050 klimaneutral sein

16.04.2021

Acht von zehn Industrieunternehmen weltweit wollen bis 2050 klimaneutral sein

Beitrag mit Bild

Für produzierende Unternehmen sind zunehmend Resilienz und Nachhaltigkeit wichtige Faktoren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Laut einer aktuellen Studie gaben zwar 65 Prozent der befragten Industrie-Manager an, dass die Reduzierung von Kosten bei gleichbleibender Qualität für sie wichtiger geworden ist – und legen damit ein Augenmerk auf klassische Wettbewerbsfaktoren. Gleichzeitig haben sich jedoch weltweit auch 79 Prozent der befragten Unternehmen Netto-Null-Emissionen bis 2050 zum Ziel gesetzt. Darüber hinaus wollen 63 Prozent die Resilienz ihrer Produktion stärken.

Für produzierende Unternehmen sind zunehmend Resilienz und Nachhaltigkeit wichtige Faktoren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das zeigt die Studie The Zero-based Factory der Boston Consulting Group (BCG), für die weltweit rund 1.800 Manager aus der Industrie befragt wurden. Zwar gaben 65 Prozent der Firmen an, dass die Reduzierung von Kosten bei gleichbleibender Qualität für sie wichtiger geworden ist – und legen damit ein Augenmerk auf klassische Wettbewerbsfaktoren. Gleichzeitig haben sich jedoch weltweit auch 79 Prozent der befragten Unternehmen Netto-Null-Emissionen bis 2050 zum Ziel gesetzt. Darüber hinaus wollen 63 Prozent die Resilienz ihrer Produktion stärken.

„Wettbewerbsfähigkeit bedeutet heutzutage mehr als nur niedrige Kosten und hohe Produktqualität“, sagt Daniel Küpper, BCG-Partner und Studienautor. „Nicht zuletzt aufgrund ihrer Erfahrungen mit der Coronapandemie haben Industrieunternehmen erkannt, dass eine nachhaltige und resiliente Produktion immer wichtiger wird, um im Markt zu bestehen.“

Die deutsche Industrie legt im internationalen Vergleich nach wie vor einen höheren Wert auf Kosten: So ist dies hierzulande für 73 Prozent wichtiger geworden, während es in den USA und China nur bei jeweils 66 bzw. 64 Prozent der Fall ist. Im Hinblick auf die Klimaziele liegt das produzierende Gewerbe in Deutschland über dem weltweiten Durchschnitt (79 Prozent), jedoch deutlich hinter anderen Nationen. So wollen 83 Prozent der befragten deutschen Industrieunternehmen bis 2050 klimaneutral werden. Der Anteil ist in China (98 Prozent), Japan (95 Prozent) oder Frankreich (90 Prozent) weitaus höher.

Digitalisierung als Schlüssel für alle drei Wettbewerbsfaktoren

„Digitalisierung ist der entscheidende Schlüssel, um in der Industrie über alle Wettbewerbsfaktoren hinweg erfolgreich zu sein“, erläutert Küpper. Laut BCG-Studie haben 88 Prozent der deutschen Industrieunternehmen Erfahrungen im Bereich Industrie 4.0 gemacht. Damit ist Deutschland nach China (90 Prozent) führend. Die Studie zeigt jedoch auch, dass nur 15 Prozent der deutschen Firmen bislang einen echten Mehrwert aus Anwendungen im Bereich Industrie 4.0 generieren konnten. In den USA (17 Prozent) und China (16 Prozent) gelingt es einem ähnlich geringen Anteil der Industrieunternehmen, die Vorteile der digitalisierten Produktion voll zu nutzen.

Als Hürden für die Skalierung von Industrie 4.0 sehen deutsche Firmen vor allem einen Mangel an Fähigkeiten und einer ausreichenden Datenbasis im eigenen Unternehmen. Auch Bedenken beim Thema Datenschutz wurden im Rahmen der Befragung in Deutschland wie auch global als eines der häufigsten Hindernisse genannt. „Das Rennen bei der Nutzung industrieller Daten ist nach wie vor offen“, so Küpper. „Deutschland hat eine gute Position und kann zukünftig eine international führende Rolle einnehmen.“

Planung auf dem weißen Blatt Papier als Grundlage für Investitionen

Um alle Wettbewerbsfaktoren erfolgreich ausgestalten zu können, sind Investitionen in der Industrie erforderlich. Die Boston Consulting Group hat hierfür ein Modell entwickelt, bei dem das Zielbild einer idealen, neuen Fabrik („Zero-based Factory“) mit dem Status Quo abgeglichen wird. Dadurch können produzierende Unternehmen zielgerichtetere Investitionsentscheidungen treffen. Wesentliche Gestaltungskriterien reichen hierbei von Standort und Größe der Fabrik über die Entscheidung über Eigenfertigung oder Fremdbezug („Make or buy“) bis hin zum Grad der Automatisierung. Auf die beiden letzten Kriterien sowie auf den Grad der Digitalisierung legen deutsche Unternehmen laut Befragung den größten Wert beim Zielbild einer idealen Fabrik. „Der Zero-based Ansatz ist essenziell, um neben der Reduzierung von Kosten auch Resilienz und Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktoren in den Fokus zu rücken. Unternehmen, die diese Faktoren erfolgreich kombinieren, werden langfristig im Markt bestehen“, erläutert Küpper.

Die Studie finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung BCG vom 15.04.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

Dominik Spanier

24.08.2026

KI verändert die Spielregeln der IT-Finanzierung

Künstliche Intelligenz verändert die Geschäftsmodelle von IT-Dienstleistern und damit auch ihre Finanzierbarkeit. Banken, Private-Debt-Fonds und Finanzinvestoren prüfen inzwischen genauer, welche Anbieter von Produktivitätsgewinnen profitieren und welche durch Automatisierung und Preisdruck unter Druck geraten. Dominik Spanier von Lincoln International erklärt, welche Geschäftsmodelle künftig noch attraktive Finanzierungskonditionen erhalten. CF: Herr Spanier, IT-Dienstleister galten lange als besonders verlässliche

KI verändert die Spielregeln der IT-Finanzierung
Meldung

© alexlmx/fotolia.com

20.08.2026

Private Equity: Nachfolgewelle eröffnet neues Potenzial

Der globale Private-Equity-Markt hat sich im ersten Halbjahr 2026 trotz geopolitischer Konflikte, steigender Inflation und unterschiedlicher Zinspolitiken als widerstandsfähig erwiesen. Weltweit wurden 1,0 Billion US-Dollar in 9.294 Transaktionen investiert. Damit bewegt sich das Investitionsvolumen weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Zahl der Transaktionen entwickelte sich dagegen deutlich schwächer. Im rollierenden Zwölfmonatszeitraum sank das Investitionsvolumen leicht

Private Equity: Nachfolgewelle eröffnet neues Potenzial
Meldung

©Olivier Le Moal

19.08.2026

CO₂-Preis entscheidet über grüne Investitionen

Deutsche Industrieunternehmen würden mehr in klimafreundliche Technologien investieren, wenn der CO₂-Preis höher und zugleich verlässlich wäre. Dies zeigt eine aktuelle ifo-Umfrage. „Für viele Unternehmen machen planbare CO₂-Preise den Unterschied, ob sich etwa eine neue, klimafreundliche Anlage rechnet“, sagt ifo-Forscher Mathias Dolls. „Die befragten Unternehmen investieren im Schnitt erst, wenn der Preis konstant über 90 Euro

CO₂-Preis entscheidet über grüne Investitionen
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)