• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Acht von zehn Unternehmen trauen Finanzinvestoren einen schnelleren Turnaround zu als anderen Eigentümern

03.03.2022

Acht von zehn Unternehmen trauen Finanzinvestoren einen schnelleren Turnaround zu als anderen Eigentümern

Die deutsche Wirtschaft stellt der Private-Equity-Branche ein mehrheitlich positives Zeugnis aus. Finanzinvestoren können als tatkräftige Partner gerade in schwierigen Situationen unterstützen, sagen 82 Prozent der Unternehmen. Auch wird erwartet, dass kriselnden Firmen mit Finanzinvestoren im Eigentümerkreis ein schnellerer Turnaround gelingt. In einer Branchenanalyse der Unternehmensberatung Staufen, für die mehr als 200 Inhaber, Vorstände und Geschäftsführer deutscher Unternehmen befragt wurden, wird aber auch deutlich: Private-Equity-Managern fehlt es häufig noch an einem tiefergehenden Verständnis für das operative Tagesgeschäft ihrer Portfolio-Unternehmen.

Beitrag mit Bild

© alexlmx/fotolia.com

Das Fazit aus dem „Branchenpaper Private Equity“ ist eindeutig: Investoren werden gebraucht und ihre Stärken auch geschätzt, allerdings wünschen die Unternehmen einen Austausch auf Augenhöhe. „Das Fundament für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist eine Partnerschaft, die gleichermaßen auf gemeinsamen Werten wie exzellentem Branchen-Know-how beruht“, sagt Christoph Wurst, der bei der Staufen AG den Bereich Private Equity und Banking leitet. Erst im gegenseitigen Verständnis könne die Mischung aus unternehmerischer Kreativität und kapitalstarker Finanzexpertise ihr volles Potenzial ausspielen.

Laut Unternehmensberater Wurst, der selbst viele Jahre als Senior Investment Manager für eine Beteiligungsgesellschaft tätig war, genießt die Private-Equity-Branche in der Wirtschaft einen guten Ruf. Zwei Drittel der Unternehmen haben keine Vorurteile gegenüber Finanzinvestoren, und acht von zehn gehen sogar davon aus, dass diese den Turnaround schneller schaffen können als andere Eigentümer, so das Ergebnis der Staufen-Studie.

Die großen Potenziale verstecken sich meist nicht mehr in den Bilanzen

Angesichts gestörter Lieferketten sei die Private-Equity-Branche mit vielen Anfragen, aber auch neuen Herausforderungen konfrontiert. Finanzinvestoren sind nach Ansicht von Branchenkenner Wurst gleichermaßen als Feuerwehr und Katalysator gefragt. Meist werde frisches Kapital gebraucht, weil eine finanzielle Schieflage droht, Wachstum finanziert werden muss oder neue Märkte erschlossen werden sollen.

Die Staufen-Studie hat aber auch Schwachstellen aufseiten der Private-Equity-Unternehmen sichtbar gemacht. „Als Finanzexperten sind sie in allen Facetten des ‚Financial Engineering‘ bewandert. Je nach Branchenengagement ist nun aber zusätzlich der tiefe Einblick in die Werkhallen gefragt. Denn die großen Potenziale verstecken sich meist nicht mehr in den Bilanzen. Stattdessen geht es nun darum, die bestehenden Systeme zu harmonisieren, Organisationen zu optimieren und gleichzeitig die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen“, so Christoph Wurst. Wichtig für den Erfolg sei deshalb eine Partnerschaft auf Augenhöhe, auch unter Einbeziehung externer Expertise.

Dr. Anselm Stiehl, Geschäftsführer der Harald Quandt Industriebeteiligungen GmbH, mahnt deshalb im „Branchenpaper Private Equity“ eine gründliche Partnerwahl an. Häufig würden Eigentümer allein aufgrund des erzielbaren Preises entscheiden. Wichtiger sei jedoch die Frage, ob der Käufer gut zum Unternehmen passe: „Das Investorenprofil beinhaltet wesentliche Eigenschaften, die über Erfolg und Misserfolg der Partnerschaft entscheiden können. Ein Verkäufer sollte sich daher bereits im Vorfeld intensiv mit potenziellen Käufern beschäftigen, um Missverständnisse und enttäuschte Erwartungen zu vermeiden.“


Weitere Meldungen


Meldung

grapix/123rf.com

31.12.2025

Frohes neues Jahr 2026!

Die Corporate-Finance-Redaktion wünscht Ihnen und Ihren Familien ein frohes und erfolgreiches neues Jahr 2026! Möge es Ihnen Gesundheit, Zufriedenheit und viele persönliche wie berufliche Erfolge bringen. Ein neues Jahr bedeutet neue Chancen, inspirierende Begegnungen und spannende Herausforderungen – und wir freuen uns darauf, Sie auch in den kommenden zwölf Monaten mit fundiertem Wissen, aktuellen Entwicklungen

Frohes neues Jahr 2026!
Meldung

murrstock/123rf.com

31.12.2025

2025 ist das schwächste IPO-Jahr

2025 war kein gutes Jahr für Börsengänge in Deutschland: Mit nur drei Initial Public Offerings (IPOs) und einem Emissionsvolumen von 1,186 Milliarden Euro geht 2025 als schwächstes IPO-Jahr seit 2020 in die Geschichte ein. 2024 hatte die Frankfurter Börse immerhin fünf IPOs verzeichnet, die insgesamt Erlöse in Höhe von 1,914 Milliarden Euro einspielten. Zu diesen

2025 ist das schwächste IPO-Jahr
Meldung

©Cybrain/fotolia.com

30.12.2025

Online-Umsätze im Mittelstand legen deutlich zu

Mittelständische Unternehmen in Deutschland haben im Jahr 2024 insgesamt 306 Milliarden Euro im Online-Handel mit Produkten und Dienstleistungen verdient. Das waren 30 Milliarden Euro oder 11 % mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Gesamtumsätze im Mittelstand stiegen dagegen nominal nur um rund 2 % – die Einnahmen aus dem Online-Handel wuchsen also überproportional stark. Das sind

Online-Umsätze im Mittelstand legen deutlich zu
Corporate Finance Zeitschrift plus Datenbank

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank