• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Aktien-Boom: Deutsche investieren so viel in Aktien wie noch nie

10.05.2021

Aktien-Boom: Deutsche investieren so viel in Aktien wie noch nie

Beitrag mit Bild

©peterschreiber.media/fotolia.com

Das Jahr 2020 hatte erhebliche Auswirkungen auf das Anlageverhalten der Deutschen. Hierzulande wurden im Vorjahr 49 Mrd. € in Aktien investiert – so viel wie noch nie zuvor innerhalb eines Jahres. Auch Investitionen in Fonds, wie zum Beispiel ETF-, Aktien-, Geldmarkt- oder Immobilien-Fonds, haben deutlich angezogen. Das weitere Potenzial für eine Fortsetzung dieser Entwicklung ist groß angesichts der Zinssituation: Zinserträge aus Bankeinlagen befinden sich seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Sinkflug und haben von 2008 bis 2021 um 93% abgenommen. Gleichzeitig ist das Volumen im selben Zeitraum um 73% gestiegen. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse einer gemeinsamen Analyse der ING Deutschland und Barkow Consulting. Untersucht wurde das Spar- und Anlageverhalten der Europäerinnen und Europäer im Jahr 2020 anhand von Daten der Deutschen Bundesbank und der Europäischen Zentralbank (EZB).

2020 war in Deutschland ganz klar das Jahr der Aktienanlage, stellen die Studienautoren fest. Chancenorientierte Anlegerinnen und Anleger haben laut der Studie gezielt auf diese Anlageklasse als sinnvolle Ergänzung zum klassischen Sparen gesetzt. Deutsche investierten Rekordmittel in Höhe von 49 Mrd. € neu in Aktien. Das Anlagevolumen hat sich dadurch mit einem Anstieg von 160% gegenüber 2019 deutlich mehr als verdoppelt. Damit sind Aktien beim Wachstum einsamer Spitzenreiter gegenüber anderen Anlageklassen. Auch Investments in Fonds sind 2020 in Deutschland deutlich gestiegen. Sie vereinnahmten im vergangenen Jahr 41 Mrd. € und erfuhren damit einen Zuwachs von 32% gegenüber dem Vorjahr.

Potenzial für Aktien und Fonds bleibt groß

Der massive Zuwachs bei Aktien- und Fondsinvestments erklärt sich den Studienautoren zufolge auch damit, dass Vermögensaufbau mit klassischem Sparen kaum noch möglich ist. Denn der Zinsertrag aus Spareinlagen in Deutschland ist in den vergangenen knapp 20 Jahren um 93% zurückgegangen. Lag der Ertrag 2003 noch bei 27,2 Mrd. €, beträgt der Wert 2021 gerade mal 2,8 Mrd. €. Dieses Ergebnis ist umso bemerkenswerter, als dass im gleichen Zeitraum das Volumen der in Spareinlagen angelegten Gelder deutlich auf knapp 2,6 Billionen € stieg. Bei Spareinlagen herrscht laut der Studie ein immer größeres Missverhältnis aus investiertem Volumen und erzieltem Ertrag. Anlegerinnen und Anleger tun gut daran, künftig verstärkt die Chancen des Kapitalmarktes zu nutzen, natürlich ohne dabei mögliche Risiken auszublenden, so der Rat der Studienautoren.

Bereits die im vergangenen Jahr veröffentlichte ING-Studie „Wie Krisen das Sparverhalten der Deutschen verändern“ hat laut der ING-Experten gezeigt, dass das Anlageverhalten hierzulande seit jeher maßgeblich von Krisen beeinflusst wurde. Die Corona-Pandemie im Zusammenhang mit dem Niedrigzinsumfeld reihe sich hier nahtlos in die Beobachtungen aus der Vergangenheit ein.

Deutschland Europameister bei der Geldanlage

Der Erhebung zufolge war Deutschland 2020 mit einem Gesamtvolumen von 388 Mrd. € Europameister bei der privaten Geldanlage. Dies entspricht einem Zuwachs von 45% gegenüber 2019. Damit konnte bereits der achte Rekord in Folge erzielt werden. An zweiter Stelle folgt Frankreich (261 Mrd. €), dann Italien (123 Mrd. €) und Spanien, mit 78 Mrd. € Viertplatzierter. Analog dazu stieg das private Finanzvermögen in Deutschland auf nunmehr fast 7 Billionen € an.

Im gleichen Zusammenhang ist die Geldanlage pro Kopf bei den privaten Haushalten in Deutschland 2020 enorm gestiegen. Lag dieser Wert 2019 noch bei rund 3.200 €, hat er mit 4.671 Euro fast um ein Drittel zugenommen und liegt damit so hoch wie noch nie. Zum Vergleich: Noch 2013 lag der Wert lediglich bei rund 1.700 €.

Europäer so reich wie nie

Der im Untersuchungszeitraum größte jemals berichtete Vermögensrückgang von minus 3,2% im ersten Quartal 2020 wurde bereits unmittelbar im zweiten Quartal mit dem bislang zweithöchsten Vermögenszuwachs von 4,2% mehr als kompensiert. Auch das vierte Quartal hat das Jahr 2020 mit einem Wachstum von 2,9% abgeschlossen. Auf europäischer Ebene stieg das Finanzvermögen 2020 insgesamt um 1,23 Billionen € oder 4,7% auf 27,3 Billionen €.

Die Studie der ING Deutschland zur Geldanlage finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung ING Deutschland vom 10.05.2021)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© pichetw/fotolia.com

24.03.2026

Zahl der Gewinnwarnungen gesunken – CFOs planen konservativer

Die Zahl der Gewinnwarnungen deutscher börsennotierter Unternehmen ist im Jahr 2025 deutlich gesunken. Nach einem Höchststand von 160 Gewinnwarnungen im Jahr 2023 und einem weiterhin hohen Niveau von 153 im Jahr 2024 wurden im vergangenen Jahr insgesamt 118 Gewinnwarnungen registriert. Sinkende Umsätze sind für mehr als die Hälfte der Unternehmen der wichtigste Grund für die

Zahl der Gewinnwarnungen gesunken – CFOs planen konservativer
Meldung

©Egor/fotolia.com

23.03.2026

Aktionärsrechte im Rückzug: Krise der Corporate Governance

Die Corporate Governance börsennotierter Unternehmen steht seit Jahren zwischen Reformanspruch und Vertrauenskrise. Obwohl gesetzliche Vorgaben und der Deutsche Corporate Governance Kodex Transparenz, Kontrolle und verantwortungsvolle Unternehmensführung sichern sollen, zeigen sich in der Praxis immer wieder deutliche Defizite. Im Interview erläutert Robert Peres, Rechtsanwalt und Vorsitzender der Initiative Minderheitsaktionäre, wo die strukturellen Schwächen liegen und warum

Aktionärsrechte im Rückzug: Krise der Corporate Governance
Meldung

©JürgenFälchle/fotolia.com

23.03.2026

Steigende Energiepreise gefährden wirtschaftliche Erholung

Der eskalierende Krieg im Nahen Osten seit Anfang März 2026 erhöht die wirtschaftlichen Risiken für Deutschland deutlich. Eine aktuelle Analyse auf Basis des ZEW-Finanzmarkttests zeigt, dass insbesondere steigende Energiepreise und wachsende Unsicherheit die konjunkturelle Entwicklung belasten könnten. Während die Auswirkungen bei einer kurzen Kriegsdauer begrenzt bleiben, drohen bei einem länger anhaltenden Krieg spürbare Einbußen beim

Steigende Energiepreise gefährden wirtschaftliche Erholung
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)