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26.07.2025

Analyse bestätigt: Erreichen der Pariser Klimaziele immer unwahrscheinlicher

Das 1,5-Grad-Limit gilt unter aktuellen Bedingungen als kaum noch erreichbar; das 2-Grad-Limit jedoch könnte durch entschlossene globale Emissionsminderungen noch gehalten werden.

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Eine neue Studie mit Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) liefert eine rein datenbasierte Abschätzung, wann die im Pariser Klimaabkommen festgelegten Temperaturschwellen von 1,5 Grad Celsius und deutlich unter 2 Grad Celsius überschritten werden könnten, falls sich die menschengemachte globale Erwärmung in etwa linear fortsetzt. Die Analyse bestätigt zentrale Aussagen komplexer Klimamodelle mit einer davon unabhängigen, datenbasierten Methode.

Zum Hintergrund der Analyse

Der internationalen Forschungsgruppe um die Physiker Josef Ludescher vom PIK und Armin Bunde von der Justus-Liebig-Universität Gießen zufolge könnte die 1,5-Grad-Schwelle bereits 2025 überschritten werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit spätestens bis 2040. Für die „deutlich unter 2 °C“-Schwelle schätzen die Forschenden eine 20% Wahrscheinlichkeit, dass sie bereits im Jahr 2047 überschritten wird und eine 80% Wahrscheinlichkeit, dass dies spätestens bis 2069 geschieht. Die Analyse, veröffentlicht im Fachjournal Communications Earth & Environment, basiert ausschließlich auf Messdaten zur globalen Temperaturentwicklung und berücksichtigt die Tendenz des Klimasystems, dass überdurchschnittlich warme oder kalte Phasen über längere Zeiträume hinweg bestehen bleiben. Auf dieser Grundlage wurde der Trend der menschengemachten globalen Erwärmung von natürlichen Schwankungen des Klimasystems  getrennt und daraus Wahrscheinlichkeiten für das Überschreiten der Temperaturschwellen abgeleitet.

Dringlichkeit eines Overshoot-Managements

Während Klimamodelle die physikalischen Prozesse im System Erde nachbilden, bietet die hier vorgestellte Analyse eine davon unabhängige Validierung auf Grundlage beobachteter Temperaturdaten. Diese Übereinstimmung unterstreicht den Forschenden zufolge die Dringlichkeit eines Overshoot-Managements: Maßnahmen, um das temporäre Überschreiten der Klimaziele zu begrenzen und schnellstmöglich wieder unter kritische Schwellen zurückzukehren, sind dringend erforderlich. Das 1,5-Grad-Limit gilt unter aktuellen Bedingungen als kaum noch erreichbar – das 2-Grad-Limit jedoch könnte durch entschlossene globale Emissionsminderungen und den Schutz natürlicher CO₂-Speicher noch gehalten werden.

(PIK Potsdam vom 21.07.2025 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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