• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Anzahl der Schuldschein-Emissionen 2017 mit neuem Rekord

09.01.2018

Anzahl der Schuldschein-Emissionen 2017 mit neuem Rekord

Beitrag mit Bild

© fotografin/fotolia.com

Der Corporate Schuldscheindarlehensmarkt (SSD-Markt) schließt das Jahr 2017 erneut erfolgreich ab. Kurz vor Jahresende erreicht das Emissionsvolumen rund 27 Milliarden Euro und ist damit auf dem Rekord-Niveau des Vorjahres angekommen. Dabei liegt die Anzahl an Schuldschein-Emissionen mit 155 um rund ein Viertel höher als 2016, wie eine aktuelle Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zeigt.

Aus Sicht des LBBW Researchs nutzen dieses Jahr wieder viele Unternehmen, die über eine solide Bilanz verfügen, aber tendenziell zu klein für den Kapitalmarkt sind, das Schuldscheindarlehen als Finanzierungsinstrument. Mit einem vorläufigen Volumen von 27 Milliarden Euro hat der SSD-Markt seinen Rekordwert vom Vorjahr erreicht. Insgesamt stieg damit das ausstehende Marktvolumen aller Schuldscheindarlehen um rund 17 Milliarden Euro auf nun über 100 Milliarden Euro. „Die Emittenten sicherten sich mit dem Schuldscheindarlehen auch langfristig die nach wie vor niedrigen Zinsen. Insgesamt haben sich daher die durchschnittlichen Laufzeiten verlängert“, erklärt LBBWAnalyst Hans-Peter Kuhlmann. Der Anteil kurzfristiger Schuldscheindarlehen mit einer Laufzeit unter vier Jahren ist von 14 Prozent auf 9 Prozent gesunken. Gleichzeitig haben Schuldscheindarlehen mit Laufzeiten über acht Jahren ihren Anteil von 17 Prozent auf 27 Prozent erhöht.

Emissionszahl wächst, aber nur zwei Jumbo-Emissionen

Insgesamt weist der SSD-Markt mit aktuell 155 Emissionen – nach 122 im vergangenen Jahr – einen neuen Rekordwert aus. Immer mehr, auch mittelständische Unternehmen nutzen das Schuldscheindarlehen als Alternative zu klassischen Finanzierungsinstrumenten wie dem Bank- oder Konsortialkredit. „Der Schuldschein gewinnt für viele Unternehmen an Bedeutung – gerade auch als Option zur Anleiheemission. Wesentliche Vorteile des Schuldscheindarlehens sind die niedrigen Spreads, die Verteilung der Tranchen auf unterschiedliche Laufzeiten sowie geringere Transaktionskosten und keine Notwendigkeit von Publizitätspflichten. 2018 zählten wir 70 Debutemittenten, also Unternehmen, die erstmalig einen Schuldschein begeben haben“, erläutert Kuhlmann.

2017 gab es im Vergleich zum Vorjahr weniger großvolumige Schuldscheinemissionen. Die Anzahl der „Jumbos“ (Emissionen über eine Milliarde Euro) halbierte sich von vier auf zwei, ebenso wie die Zahl der Emissionen über 500 Millionen Euro, die von 14 auf sieben zurückging. Ein Grund dafür sieht das LBBW Research in der geringeren Anzahl von M&A-Deals, für die sich Schuldscheindarlehen als attraktive Finanzierungsform angeboten hätten. Zum anderen führte das EZB-Anleihekauf-Programm zu einer Verzerrung der Zinskonditionen zu Gunsten des Anleihemarkts.

2018: Marktvolumen von 20 bis 25 Milliarden Euro erwartet

Für das kommende Jahr erwartet das LBBW Research eine leichte Beschleunigung des Wachstumstrends in Deutschland sowie eine leichte Anhebung des Zinsniveaus am Kapitalmarkt. „Der Markt für Schuldscheindarlehen wird sich weiterhin gut entwickeln, wobei auf dem erreichten Niveau ein weiteres Wachstum schwieriger werden dürfte. Daher erwarten wir auch für 2018 ein Marktvolumen in der Größenordnung von 20 bis 25 Milliarden Euro – und damit eine Stagnation auf hohem Niveau“, prognostiziert LBBWAnalyst Kuhlmann.

(Pressemitteilung LBBW vom 22.12.2017)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© kevers/fotolia.com

20.05.2026

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf

Mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland suchen immer seltener eine Bankfiliale auf. Im Jahr 2024 nahmen erstmals weniger als die Hälfte der Unternehmen, nämlich 47 %, mindestens einen Geschäftstermin in einer Bank- oder Sparkassenfiliale wahr. Drei Jahre zuvor waren es 50 %, im Jahr 2017 noch 65 %. Der Rückgang der Filialbesuche geht somit weiter, die Dynamik hat

Immer weniger Mittelständler suchen eine Bankfiliale auf
Meldung

© pichetw/fotolia.com

19.05.2026

Stimmung der Finanzverantwortlichen verdüstert sich weiter

Die Folgen der anhaltenden geopolitischen Konflikte werden für Unternehmen immer spürbarer, wie der aktuelle CFO Survey zeigt. So sind geopolitische Risiken der stärkste Risikofaktor für das eigene Unternehmen – fast zwei Drittel (63 %) der CFOs sehen dies so (+ 11 Prozentpunkte). Finanzvorstände nehmen zudem Rohstoff- und Energiekosten als deutlich bedrohlicher wahr als noch vor

Stimmung der Finanzverantwortlichen verdüstert sich weiter
Meldung

©interstid/fotolia.com

19.05.2026

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken

Die DAX-Konzerne sind mit deutlichen Umsatzeinbußen in das Jahr 2026 gestartet: Der Gesamtumsatz der 40 Unternehmen schrumpfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 %. Der Gesamtgewinn stieg hingegen um 4,4 %, was vor allem auf die starke Entwicklung der Finanzbranche zurückzuführen ist, deren Gewinn sogar um 15,9 % stieg und einen neuen Rekordwert für ein erstes Quartal erreichte. Die

DAX-Konzerne: Umsatz und Beschäftigung sinken
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)