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16.05.2021

Arbeitswelt im Umbruch: Nach Corona wollen Beschäftigte ortsunabhängig und flexibel arbeiten

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© Rawpixel / fotilia.com

Die Umstellung auf die pandemiebedingte neue Arbeitswelt hat bei einer großen Mehrheit der Unternehmen sehr gut funktioniert – zumindest aus Sicht ihrer Mitarbeitenden. So sind laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung EY rund 90% der befragten Angestellten mit Bürotätigkeiten, die daher seit über einem Jahr häufig mobil oder im Homeoffice arbeiten, in ihrem Job aktuell sehr zufrieden oder zufrieden.

Ein Zurück zum Status quo vor der Pandemie kommt für sie hingegen nicht in Frage, wie die Antworten der 1.000 Arbeitnehmer im Alter von 20 bis 50 Jahren zeigen: Gut 80% von ihnen wollen auch künftig komplett oder zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen. Zu ihren Vorstellungen von der Arbeitswelt der Zukunft im Jahr 2030 erklären sogar 84%: „Ich kann vollkommen ortsunabhängig arbeiten.“ 78% geben zu Protokoll: „Ich kann mir meine Arbeitszeit vollkommen flexibel einteilen.“ 60% der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer gehen davon aus, dass in ihrem Unternehmen zu diesem Zeitpunkt vollkommen hierarchiefrei gearbeitet wird. Dass es in zehn Jahren keine Firmengebäude mehr gibt, kann sich rund die Hälfte der Befragten vorstellen.

Drei Viertel der Mitarbeitenden zeigen sich motiviert für die neue Arbeitswelt

Nach den guten Erfahrungen mit mobilem Arbeiten oder im Homeoffice ist für die Mitarbeitenden vieles möglich geworden, was vor der Pandemie noch undenkbar schien“, stellen die Studienautoren fest. Den Veränderungen, die sie für die Zukunft erwarten, stehen drei Viertel der Befragten auch insgesamt positiv gegenüber. 55% erklären: „Ich freue mich auf die zukünftige Arbeitswelt und möchte gern in ihr arbeiten.“ Unternehmen sollten deshalb die Chancen nutzen, die sich aus der hohen Veränderungsbereitschaft und Motivation ergeben, und die Mitarbeitenden in den Wandel einbeziehen. Die Studienteilnehmer sind dazu bereit: Jeweils rund 80% würden sich in Innovationsprojekte, Projekte zur Chancengleichheit oder Nachhaltigkeit einbringen.

Vier-Tage-Woche und digitale Weiterbildung

Für ihr Engagement und ihre Veränderungsbereitschaft erwarten die Mitarbeitenden jedoch Gegenleistungen: Mit 94% erheben nahezu alle Befragten bei der Arbeit im Homeoffice Anspruch auf die Ausstattung mit der nötigen Infrastruktur bzw. halten diese für wünschenswert. 90% legen Wert auf regelmäßige Online-Teamkonferenzen. Und das ist laut der Studienautoren erst der Anfang einer langen Liste von Anforderungen, die auf die Arbeitgeber zukommen. So geben lediglich 20% der Befragten an, künftig in einem klassischen Vollzeitmodell arbeiten zu wollen. Ein Drittel wünscht sich eine starke Flexibilisierung der täglichen Arbeitszeit. Knapp 40% möchten ihre Arbeitszeit am liebsten auf 80% reduzieren – favorisieren also zum Beispiel eine Vier-Tage-Woche. Auch beim Thema Weiterbildung stehen einschneidende Veränderungen an: 84% erklären Weiterbildung müsse flexibel bzw. zeit- und ortsunabhängig – also in erster Linie digital – funktionieren. Nur 11% erwarten von ihrem Arbeitgeber noch regelmäßige Präsenzkurse.

Arbeiten am Urlaubsort

Wenn der Standort für die Ausübung der Arbeitstätigkeit in Zukunft keine Rolle mehr spielt, will mehr als die Hälfte der Befragten hauptsächlich im Homeoffice arbeiten, 29% wollen aufs Land ziehen. Pendeln käme für 28% nicht mehr in Frage und 25% wollen sich die Arbeitszeit dann so einteilen, dass sie auch tagsüber mehr Zeit mit Familie und Hobbies verbringen können. Ebenfalls ein Viertel der Befragten erklärt, sie würden am liebsten an einem beliebigen Ort arbeiten – etwa an ihrem bevorzugten Urlaubsziel. Die Studienautoren raten dazu, dass Unternehmen diese Bedürfnisse, die eine völlig neue Arbeitskultur mit sich bringen, sehr ernst nehmen sollten. Anderenfalls dürften sie sich schwer damit tun, künftig junge und innovative Mitarbeitende für sich zu gewinnen.

(Pressemitteilung EY vom 16.05.2021)


Redaktion

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