• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Auch in der Konjunkturflaute sparen Unternehmen nicht bei der Digitalisierung

31.10.2019

Auch in der Konjunkturflaute sparen Unternehmen nicht bei der Digitalisierung

Beitrag mit Bild

© Coloures-Pic/fotolia.com

Wenn Unternehmen konjunkturbedingt sparen müssen, bleiben Digitalprojekte zunächst verschont. Entscheider im deutschsprachigen Raum setzen im Fall der Fälle lieber an anderer Stelle den Rotstift an. Denn die Manager haben erkannt: Die digitale Transformation hält das Unternehmen auch künftig in der Erfolgsspur.

Dies sind Ergebnisse der Studie Digital Value 2019, für die Horváth & Partners 300 Führungskräfte befragt hat.

Sparprogramme zur Kostensenkung und Einstellungsstopps – so begegnet jede vierte Führungskraft der konjunkturellen Abkühlung. Rund ein Fünftel der befragten Entscheider kürzt die Investitionen insgesamt oder streicht Projekte allgemein. Etwas mehr als jedes sechste Unternehmen würde Entlassungen ins Auge fassen. Nur weniger als jede sechste Führungskraft will Digitalisierungsprojekte einfrieren oder Investitionen in die Digitalisierung verringern.

Konjunktursorgen weit verbreitet

Die Wirtschaft sieht den Konjunkturknick kommen: Acht von zehn Unternehmen haben in den vergangenen sechs Monaten Zeichen einer konjunkturellen Abkühlung wahrgenommen. Knapp ein Drittel erkennt einen erhöhten Preisdruck, ein Viertel registriert sinkende Auftragseingänge, ebenso viele verzeichnen geringere Umsätze. Besonders starken Gegenwind spüren die Autoindustrie, die Branchen Chemie, Öl, Pharma sowie die Medien- und Telekommunikationsbranche. Hier spüren knapp neun von zehn Entscheidern die Auswirkungen einer rückläufigen Konjunktur.

Unter dem Eindruck der sich eintrübenden Aussichten arbeiten die Unternehmen bereits an ihrer Strategie, um die konjunkturelle Delle zu überstehen. „Managern ist bewusst, dass die digitale Transformation für Unternehmen erfolgskritisch ist. Entsprechend stehen Digitalprojekte für die meisten von ihnen nicht zur Disposition“, sagt Dr. Michael Kieninger, Sprecher des Vorstands von Horváth & Partners. „Wer im Abschwung nicht auch noch den Anschluss verpassen will, darf bei der Digitalisierung nicht lockerlassen.“

Digitaler Umbruch trifft alle 

Dem digitalen Wandel kann sich keine Branche entziehen. Die Firmen stellen sich auf erhebliche Umwälzungen in den kommenden fünf Jahren ein, wie die Studie belegt. 85 Prozent der befragten Manager rechnen damit, dass sich die Dominanz der globalen Internet- und Technologiekonzerne auf weitere Bereiche der Wirtschaft und Gesellschaft ausdehnen wird. Eine ähnlich große Mehrheit erwartet, dass es weitere größere Marktkonsolidierungen geben wird. Durch den digitalen Fortschritt werden bisher erfolgreiche Geschäftsmodelle überholt. Dass klassische Geschäftsfelder massiv beeinflusst oder gar wegbrechen werden, haben 82 Prozent der Firmenlenker erkannt, 76 Prozent sehen sich in ihrer Branche sogar mit Disruption konfrontiert. „Was gerade noch am Markt funktionierte, wird plötzlich nicht mehr nachgefragt. Wer sich nicht wandelt, wird verdrängt oder geht unter. Diesen Realitäten der Digitalisierung stellen sich die Unternehmen heute – und sind dabei, eine Antwort auf die Veränderungen zu geben“, sagt Rainer Zierhofer, Partner bei Horváth & Partners und Leiter des Beratungsbereichs IT Management & Transformation.

Konkrete Erfolge in greifbarer Nähe

Für die Zukunft verbinden viele Manager konkrete Chancen mit dem digitalen Wandel: Jeweils rund ein Drittel der Entscheider meinen, digitale Lösungen hätten das Potenzial, die Produktivität und Kosteneffizienz des Unternehmens zu steigern. 28 Prozent erwarten in den kommenden zwölf Monaten Verbesserungen in der Prozessqualität z.B. durch weniger Störungen, 27 Prozent eine Beschleunigung der Prozesszeiten. Angesichts des hohen Stellenwerts der Digitalisierung in den Unternehmen und der damit verbundenen finanziellen Aufwendungen ist diese Annahme durchaus realistisch: Im Durchschnitt sind mehr als ein Drittel der Investitionen mit der Digitalisierung verbunden.

(Pressemitteilung Horváth & Partners vom 29.10.2019)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© Denis Junker / fotolia.com

04.06.2026

Zahlungsverzug setzt Unternehmen unter Druck

Späte Zahlungen und steigende Forderungsausfälle setzen deutsche Unternehmen unter Druck. Die schwache Konjunktur verschärft die Situation – mit direkten Folgen für Liquidität und Lieferketten. Das aktuelle Atradius-Zahlungsbarometer für Deutschland zeichnet ein besorgniserregendes Bild der wirtschaftlichen Lage. „Während sich die Kreditbedingungen der Banken in ganz Westeuropa verschärfen, ist der Druck auf deutsche Unternehmen aufgrund ihrer starken

Zahlungsverzug setzt Unternehmen unter Druck
Meldung

© Olivier Le Moal/fotolia.com

03.06.2026

Stablecoins: Neue Spielregeln im Wholesale Banking

Das weltweite Angebot an Stablecoins dürfte sich bis 2030 auf das Fünf- bis Zwölffache erhöhen. Digitale Bargeldinstrumente sind dabei, die Architektur des Zahlungsverkehrs grundlegend zu verändern – für Banken wird es damit zur dringenden strategischen Priorität, ihre Rolle in diesem Ökosystem neu zu definieren. Das hat die Studie „From Hype to Hard Value: Stablecoin and

Stablecoins: Neue Spielregeln im Wholesale Banking
Meldung

pitinan/123.rf.com

02.06.2026

Finanzplanung per KI: Das Vertrauen wächst

Beim Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Das Vertrauen in Maschinen wächst dagegen: 39 % der Menschen in Deutschland nutzen Künstliche Intelligenz, um ihre Finanzplanung zu optimieren. Das zeigt der aktuelle „AI Sentiment Index 2026 – Fokusthema Finanzen“ von EY, für den weltweit rund 18.000 Menschen in 23 Ländern befragt wurden, darunter 1.000 in Deutschland. Damit

Finanzplanung per KI: Das Vertrauen wächst
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)