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20.04.2016

Außenhandel: Importstärke gleicht Exportschwäche aus

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Corporate Finance

Mit dem KfW-Außenhandelsbarometer startet KfW Research einen neuen Indikator zur Außenhandelsaktivität Deutschlands. Nach diesem könnte die Ausfuhr zusammen mit der globalen Konjunktur bis zum Jahresende etwas anziehen, während die Einfuhrdynamik der im zweiten Halbjahr etwas schwächeren Binnenkonjunktur folgt.

Der von der KfW ermittelte Indikator zur Außenhandelsaktivität Deutschlands – das KfW-Außenhandelsbarometer – lag im 4. Quartal 2015 mit 100 Punkten auf seinem langfristigen Durchschnitt. Schon seit Ende 2013 zeigt der Gesamtindikator eine wenig spektakuläre Dynamik auf nahezu langfristigem Niveau. Auch für die nächsten vier Quartale setzt sich mit durchschnittlich 99,9 Punkten die Seitwärtsbewegung fort. Entsprechend dürfte vom Außenhandel kein großer Impuls für die deutsche Konjunktur ausgehen.

Einfuhren besser als Ausfuhren

Die Stabilität auf aggregiertem Niveau überdeckt, dass sich die Einfuhr im vergangenen Jahr positiver entwickelte als die Ausfuhr. Besonders gravierend war dieser Unterschied im 4. Quartal 2015. Die Ausfuhr hatte im Vorjahresvergleich unterdurchschnittlich zugelegt, diese Schwäche sollte sich jedoch nicht verfestigen. Die Einfuhr wuchs hingegen überdurchschnittlich, aber diese Dynamik wird im Jahresverlauf 2016 wohl etwas nachlassen. Entsprechend engt sich der Abstand zwischen Ausfuhr- und Einfuhrdynamik von  -0,99 Punkten im 4. Quartal 2015 auf -0,06 Punkte im 4. Quartal 2016 ein. Die Einfuhrdynamik hatte im vergangenen Jahr von einer stabilen Inlandskonjunktur – sichtbar an den Aufträgen für die Industrie aus dem Inland – profitiert. Auch die gesunkenen internationalen Transportkosten wirkten stützend.

Schwieriges internationales Umfeld

Im Gegensatz dazu musste sich die Ausfuhr im Jahr 2015 in einem schwierigen internationalen Umfeld behaupten. Gegen Jahresende nahm vor allem die Unsicherheit über die Wirtschaftsdynamik in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu. Dass sich das Wachstum im Vergleich zu 2014 nochmals verlangsamte, spiegelte sich in einer deutlich geringeren Dynamik der Auftragseingänge aus dem Ausland wider. Die gestiegene preisliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gegenüber seinen Handelspartnern federte die negativen Effekte jedoch ab.

Ist Deutschland preislich wettbewerbsfähig?

Damit die Ausfuhr in diesem Jahr stärker anzieht, müssen die positive Entwicklung in vielen kleineren Ländern und die positiven Effekte niedriger Rohstoffpreise bei den Importeuren die bremsenden Effekte für die Rohstoffexporteure, das langsamere Wachstum in China und die geopolitischen Risiken aufwiegen. Ein weiterer dämpfender Effekt könnte von der preislichen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands kommen, die sich nicht mehr in gleichem Maß verbessert.

(KfW Research, Meldung vom 18.04.2016 / Viola C. Didier)


Redaktion

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