Die deutschen Autokonzerne geraten im internationalen Wettbewerb zunehmend unter Druck. Während der Umsatz der 19 größten Autohersteller weltweit im ersten Halbjahr 2026 um 3,6% auf den Rekordwert von 1,048 Billionen Euro stieg, sanken die Erlöse der deutschen Hersteller um 2,9% auf 284 Milliarden Euro. Das zeigt eine Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY.
Gewinne und Margen sinken
Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche bei der Profitabilität. Der operative Gewinn der deutschen Hersteller fiel um 19% auf 13 Milliarden Euro. Gleichzeitig sank ihre EBIT-Marge von 5,5% auf 4,6%. Branchenweit stieg der operative Gewinn dagegen um 11,4% auf 43,7 Milliarden Euro.
Im Profitabilitätsranking liegt Suzuki mit einer Marge von 10,1% vorn, gefolgt von Kia mit 7,7% und Toyota mit 6,3%. BMW erreicht 5,8%, Mercedes-Benz 5,4% und Volkswagen 3,8%. EY-Autoexperte Constantin M. Gall sieht die deutschen Hersteller in einer „Profitabilitätskrise“. Hohe Lohn-, Energie- und Regulierungskosten belasteten die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte.
China wird zum größten Risiko
Besonders problematisch entwickelt sich das China-Geschäft. Der Absatz deutscher Hersteller brach dort im ersten Halbjahr um 25% ein. Der Anteil Chinas am weltweiten Absatz sank binnen eines Jahres von 28,9% auf 23,5%. Im Jahr 2020 waren noch rund 40% der Fahrzeuge deutscher Hersteller in China verkauft worden. Gleichzeitig gewinnen chinesische Anbieter in Europa an Boden. Ihr Absatz stieg dort um 44%, BYD legte sogar um 168% zu.
Sparkurs dürfte anhalten
Weltweit verkauften die 19 untersuchten Konzerne 34,5 Millionen Fahrzeuge und damit 2,9% weniger als im Vorjahreszeitraum. Die deutschen Hersteller verzeichneten ein Minus von 6%.
EY erwartet daher weiteren Kostendruck. Stellenabbau, Produktionsverlagerungen und mögliche Werkverkäufe dürften die deutsche Autoindustrie weiter beschäftigen.
(EY vom 20.09.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)

