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03.08.2026

Automobilindustrie: Abhängigkeit von asiatischen Batterieproduzenten steigt

Ohne eine eigene Batteriewertschöpfungskette entgeht der europäischen Automobilindustrie rund 10,5 Milliarden Euro Gewinn.

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© habrda/ fotolia.com

Europas Abhängigkeit insbesondere von chinesischen Batterieproduzenten steigt deutlich auf hohem Niveau. Demnach wurden im vergangenen Jahr 77 % der Batteriezellen für Elektroautos in Asien hergestellt (2024: 70 %), während auf Europa unverändert 13 % entfallen, wie eine aktuelle Analyse von Deloitte zeigt. Hinzu kommt, dass 98 % der europäischen Produktionskapazitäten von asiatischen Unternehmen kontrolliert werden (2024: 97 %). Insgesamt ist die weltweite Produktionskapazität innerhalb eines Jahres um 26 % auf 920 Gigawattstunden gestiegen.

Automobilindustrie entgehen Milliardengewinne

Die Nachfrage nach Batterien für Elektroautos wird weiter steigen: Knapp 28 Millionen Elektrofahrzeuge werden nach Analysen von Deloitte bis 2030 in Europa produziert. Sie benötigen Batterien mit einer Kapazität von 1.950 Gigawattstunden. Den hiesigen Batterieunternehmen entgehen über die kommenden vier Jahre Gewinne in Höhe von 10,5 Milliarden Euro, wenn sie diese nicht selbst herstellen. Zählt man importierte Vorprodukte, Produktionsanlagen und aus Asien entsandte Fachkräfte hinzu, auf die die europäische Batterieindustrie angewiesen ist, kann sich die entgangene Wertschöpfung bis 2030 auf 100 bis 150 Milliarden Euro summieren.

Das zeigt eine aktuelle Studie von Deloitte. Auf Basis von Produktionsanalysen und einer Befragung unter 222 Entscheiderinnen und Entscheidern in 13 europäischen Ländern untersucht die Studie die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen entlang der Batteriewertschöpfungskette. In diesem Ökosystem agieren insgesamt circa 350 europäische Industrieunternehmen.

Batterieabhängigkeit verschärft Absatzkrise

„Batterien bestimmen Reichweite, Leistung und Preis eines Elektroautos“, sagt Harald Proff, Leiter des globalen Automobilsektors bei Deloitte. „Wenn europäische Hersteller hier nicht wettbewerbsfähig sind, werden die Absätze künftig noch stärker unter Druck geraten. Die Branche und die Politik müssen jetzt gemeinsam gegensteuern, um die Abhängigkeit insbesondere von China zu reduzieren.“

Die Wertschöpfung der Batterien entsteht vorwiegend bei der Materialgewinnung und -aufbereitung (50 bis 60 % der Wertschöpfung) sowie der Zellproduktion (15 bis 30 %). Sie bestimmen maßgeblich die Wirtschaftlichkeit und die Stabilität der nachgelagerten Prozesse. Doch gerade in diesen Bereichen sind europäische Batterieunternehmen bislang nicht ausreichend positioniert: Für 83 % der befragten Unternehmen ist die Produktion der Zellkomponenten eine zentrale Herausforderung, gefolgt von Materialgewinnung und -aufbereitung (82 %).

Insbesondere nennen 57 % der Befragten Probleme bei der Versorgung mit Vorläufermaterialien als größte Hürde. An zweiter Stelle folgen Schwierigkeiten bei der Inbetriebnahme der Anlagen (51 %) sowie fehlende Erfahrung (48 %). Zudem sehen 41 % das Risiko, dass Europa seinen eigenen Batteriebedarf künftig nicht decken kann.

Europäische Unternehmen können noch gewinnen

„Die Hersteller forschen an neuen Batterietechnologien, doch die Probleme liegen bei der Finanzierung und der Industrialisierung“, erklärt Proff. „Investitionen und Fördermittel sollten nicht nur die Entwicklungsphase, sondern auch die ersten kapitalintensiven Betriebsjahre abdecken. Denn die Batterieproduktion ist eine langfristige Wette, die die europäischen Unternehmen noch gewinnen können. Für die Investitionen braucht die Industrie langfristige Planungssicherheit und ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität. Europa darf bei Batterien nicht länger auf Sicht fahren.“

Die Befragung zeigt, dass in den vergangenen drei Jahren nur 40 % der Projekte entlang der Batteriewertschöpfungskette vollständig wie geplant umgesetzt wurden. 80 % der Befragten sagen, dass die aktuelle Regulatorik einen negativen Einfluss auf Batterieprojekte hat. Hilfreich wären hingegen beschleunigte Genehmigungsverfahren (70 %), eine stabile Nachfrage (54 %) und die konsequente Umsetzung einer Clean-Tech Roadmap (51 %).

(Deloitte vom 03.08.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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