05.08.2026

Banken bleiben stabil, Kredite werden knapper

Trotz stabiler Geschäftslage erwarten Deutschlands Banken eine schwächere Konjunktur, steigende Kreditrisiken und eine restriktivere Kreditvergabe.

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Deutschlands Banken blicken so skeptisch auf die Wirtschaft wie seit dem Sommer 2019 nicht mehr. Laut dem aktuellen Bankenbarometer von EY erwarten 56% der 100 befragten Institute in den kommenden zwölf Monaten eine Eintrübung der Konjunktur. Nur 17% rechnen mit einer leichten Verbesserung.

Eigenes Geschäft bleibt robust

Trotz des schwierigen Umfelds bewerten 78% der Banken ihre aktuelle Geschäftsentwicklung positiv, weitere 9% sogar sehr positiv. Auch für die kommenden zwölf Monate überwiegt die Zuversicht: 76% erwarten eine positive operative Entwicklung.

Die Institute sehen sich nach Effizienzsteigerungen und strikter Kostendisziplin gut aufgestellt. Zugleich wächst jedoch die Sorge vor Kreditausfällen: 93% erwarten steigende Kreditrisiken, davon 34% einen deutlichen Anstieg. 63% rechnen deshalb mit einer restriktiveren Kreditvergabe an Unternehmen.

Konsolidierung und Konkurrenz nehmen zu

Der Druck auf die Branche bleibt hoch. 63% erwarten bereits innerhalb eines Jahres mehr Zusammenschlüsse, auf Sicht von drei Jahren sind es 86%. Zugleich wächst die Konkurrenz durch Auslandsbanken, Fintechs und Neobanken.

Neue Erlöschancen sehen die Institute vor allem in der Finanzierung des wirtschaftlichen Strukturwandels und in der Altersvorsorgereform. Auch Verteidigung, Sicherheit und ESG gewinnen an Bedeutung.

Cybersicherheit und KI im Fokus

Cybersicherheit ist für 87% der Banken das wichtigste strategische Thema. Generative KI kommt ebenfalls voran: 42% haben bereits Anwendungsfälle identifiziert, weitere 38% planen entsprechende Projekte. Das größte Potenzial sehen die Häuser im Backoffice, vor allem bei internen Abläufen und regulatorischen Prozessen.

Regulierung belastet

Basel III/IV, DORA und die EU-Geldwäschevorgaben beschäftigen die Institute besonders stark. 72% sehen regulatorische Anforderungen mindestens als moderate Belastung für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Zugleich soll der Filialabbau bis 2027 weitergehen, wenn auch langsamer als bisher.

(EY vom 03.08.2026 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


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