• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Banken und Versicherer setzen voll auf FinTechs

18.10.2018

Banken und Versicherer setzen voll auf FinTechs

Beitrag mit Bild

© pichetw/fotolia.com

Banken und Versicherungen in Deutschland arbeiten in sehr viel stärkerem Maße mit Finanz-Start-ups zusammen als bislang bekannt. Zu diesem Ergebnis kommt der „FinTech-Kooperationsradar“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Insgesamt wurden im Rahmen der erstmals durchgeführten Untersuchung mehr als 850 Partnerschaften zwischen klassischen und neuartigen Finanzdienstleistern ermittelt.

Besonders aktiv zeigen sich die Commerzbank mit 73 eingegangenen Kooperationen, die Munich Re mit 67, die Deutsche Bank mit 58 und die Allianz mit 54. Auf die Bankenbranche entfallen unterm Strich rund zwei Drittel der Bündnisse, auf die Versicherer ein Drittel.

„Das Ausmaß der wechselseitigen Verflechtungen erstaunt“

„Bislang ging man bei den meisten Banken und Versicherern davon aus, dass sie allenfalls mit einem Dutzend FinTechs zusammenarbeiten. Dabei haben die wechselseitigen Verflechtungen mittlerweile ein viel größeres Ausmaß erreicht“, sagt Sascha Demgensky, Leader FinTech. „Die etablierten Player haben genauso wie die Start-ups erkannt, dass sie den größten Erfolg erzielen, wenn beide Seiten miteinander statt gegeneinander arbeiten.“

Dennoch komme es letztlich auf die Qualität an, nicht auf die Quantität: „Man muss kritisch fragen, ob die Bündnisse immer das halten, was sich die Parteien von ihnen versprechen. Beide Seiten brauchen eine passgenaue Kooperationsstrategie.“

Alle 17 Stunden eine neue FinTech-Kooperation

Rechnet man die Kooperationen ein, die FinTechs untereinander und mit anderen Unternehmen als Banken und Versicherungen eingegangen sind, steigt die Gesamtzahl der Zusammenschlüsse sogar auf 1.588 an. Wie die PwC-Untersuchung zeigt, entwickelt sich ihre Anzahl in rasantem Tempo, seit 2012 die ersten Bündnisse – damals elf an der Zahl – beschlossen wurden. So taten sich Banken und Versicherer 2014 bereits in 55 Fällen mit FinTechs zusammen, 2017 schnellte der Wert der neu hinzugekommenen Kooperationen auf 506 hoch. Im Jahr 2018 sind es allein von Januar bis Juni schon 267 neue Bündnisse. Die Folge: Allein die fünf kollaborationsfreudigsten Banken sind zusammen 200 FinTech-Kooperationen eingegangen, während die fünf Versicherer mit den meisten FinTech-Deals addiert auf 152 Kooperationen kommen. „Im Jahr 2017 haben wir rein statistisch alle 17 Stunden eine neue FinTech-Kooperation gesehen. Die Szene ist gewissermaßen schon jetzt ‚too connected to fail‘“, schlussfolgert FinTech Leader Demgensky. „Ohne die Start-ups würde den Banken und Versicherern ein entscheidender Innovationstreiber fehlen.“

Die Bandbreite der Kooperationen reicht von Payment bis API

Dabei reichen die Kooperationen durch alle Teilsegmente der Finanzbranche. So arbeiten die Banken vor allem mit Investment-FinTechs (in 87 Fällen), Finance-Start-ups (86), Online-ID-Spezialisten (63), Payment-FinTechs (48) und sogenannten API-FinTechs (41) zusammen – das sind junge Firmen, die Banken über die sogenannte digitale Schnittstelle mit anderen Anbietern von Finanzdienstleistungen verknüpfen. Die Versicherer kollaborieren dagegen in erster mit InsurTechs (92 Fälle), also mit Start-ups, die sich tatsächlich rein auf die Versicherungsbranche konzentrieren.

(Pressemitteilung PwC vom 18.10.2018)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

© tashatuvango/fotolia.com

29.04.2026

Verwaltetes Vermögen wächst weltweit auf 147 Billionen US-Dollar

Das weltweit verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) stieg im Jahr 2025 um 11 % auf 147 Billionen US-Dollar. Die Margen der Asset-Management-Unternehmen blieben stabil bei über 30 %. Trotz dieser starken Kennzahlen steht die globale Branche vor einem strukturellen Wendepunkt. Denn das Umsatzplus beruht zu 80 % auf positiven Marktentwicklungen, während nachhaltige Nettozuflüsse nur einen begrenzten Beitrag

Verwaltetes Vermögen wächst weltweit auf 147 Billionen US-Dollar
Meldung

© kritchanut/fotolia.com

28.04.2026

M&A-Deal-Volumen bei Deutschlands Tech-Unternehmen steigt deutlich

Die Zahl der Übernahme-Deals bei deutschen Tech-Unternehmen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken – von 387 auf 375 Deals. Allerdings ist das Volumen der Transaktionen deutlich – um 28 % – auf umgerechnet gut 16 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von 3,5 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2024. Zum Vergleich: Den Höhepunkt erreichten

M&A-Deal-Volumen bei Deutschlands Tech-Unternehmen steigt deutlich
Meldung

© stanciuc/fotolia.com

27.04.2026

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity

Der europäische Private-Equity (PE)-Markt war im Jahr 2025 gespalten: Die Anzahl der Transaktionen sank um 8 % auf insgesamt 3.881 Deals, während das Gesamtvolumen um 28 % auf 457,6 Milliarden Euro stieg. Vor allem Megadeals – Transaktionen jenseits der Eine-Milliarde-Euro-Schwelle – trieben den Markt. Demgegenüber fanden kleinere und mittlere Deals seltener statt. Dieser K-förmige Markt – oben

KI, ESG und Megadeals prägen Private Equity
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)