06.11.2020

Blockchain beflügelt globales BIP

Beitrag mit Bild

© iconimage/fotolia.com

Die Blockchain-Technologie entwickelt sich zunehmend zum Wirtschaftsfaktor. Wie die Studie „Time for Trust“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) prognostiziert, wird die Technologie bereits im kommenden Jahr rund 66 Milliarden US-Dollar zum globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitragen.

Bis 2030 hat die Blockchain nach Einschätzung der von PwC befragten Ökonomen das Potenzial, die weltweite Wirtschaftsleistung um 1,76 Billionen US-Dollar zu steigern. Das entspricht einem Anteil von 1,4 Prozent des globalen BIP. Zudem erwarten die Experten, dass die Technologie in den kommenden fünf Jahren global von der Mehrzahl der Unternehmen eingesetzt wird.

Alle Branchen profitieren

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Mithilfe einer Blockchain lassen sich Dokumente zertifizieren, Daten verschlüsseln, digitale Assets generieren sowie Transaktionen fälschungssicher und in Echtzeit weltweit ohne Intermediäre abwickeln. Allein die Bereiche öffentliche Verwaltung, Bildung und Gesundheit können bis 2030 insgesamt 574 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Erträgen aus möglichen Effizienzen erzielen. „Das Potential der Blockchain wird nicht ausgeschöpft, wenn ein Unternehmen die Technologie nur für den internen Gebrauch aufbaut. Der größte Vorteil an einer Blockchain ist, dass sie das Vertrauen zwischen Unternehmen fördert und einen gleichberechtigten Austausch ermöglicht, der Zwischenhändler ausschließt“ erläutert Husen Kapasi, Blockchain Leader bei PwC Europe.

Vorreiter China und USA

Vor allem China und die USA werden der Studie zufolge in den kommenden zehn Jahren von der Blockchain profitieren. In Europa dürfte die Technologie Schweden dank vorhandener IT-Infrastrukturen und Fachkräfte einen BIP-Anstieg um 3 Prozent bescheren, gefolgt von Luxemburg (2,6 Prozent). Deutschland winken ein BIP-Anstieg um 2,4 Prozent oder 95 Milliarden Euro sowie die Chance auf 890.000 neue Arbeitsplätze bis 2030.

Das größte Potenzial der Blockchain sehen die Befragten in der eindeutigen Herkunftsbestimmung (Proof of Origin) von Produkten, Rohstoffen oder Medikamenten. Diese Anwendung dürfte bis 2030 mit rund 962 Milliarden US-Dollar den Löwenanteil zum globalen BIP beisteuern. Durch den Herkunftsnachweis steigt die Transparenz von Lieferketten, während Betrug oder Fälschungen verhindert werden können.

Krypto-Markt gedeiht

Blockchain-Lösungen für den Zahlungsverkehr und die Finanzinstrumente werden der PwC-Prognose zufolge mit 433 Milliarden US-Dollar ebenfalls wesentlich zum erwarteten BIP-Anstieg beitragen. Weltweit erforschen Notenbanken, wie sich nationale Infrastrukturen im Zahlungsverkehr durch digitales Zentralbankgeld verbessern lassen. Banken testen Stable Coins für kostengünstige grenzüberschreitende Zahlungstransfers in Echtzeit.

„Seit 2009 Bitcoins erstmals in Erscheinung traten, ist der Markt für Krypto-Währungen stark gewachsen. Das Interesse der Finanzbranche an der Blockchain und Krypto-Assets steigt. Die Regulierung treibt diese Entwicklungen noch voran. Durch die aktuellen Gesetzesänderungen für die Krypto Asset Verwahrung und elektronische Wertpapiere institutionalisiert sich die Krypto-Industrie.“ sagt Thomas Schönfeld, Direktor im Bereich Financial Services bei PwC Deutschland, „Viele bisher zurückhaltende Marktteilnehmer erkennen die Optionen, die sich in diesem Feld ergeben. Deutschland übernimmt hier in Europa gerade eine Vorreiterrolle“.

Seit Jahresbeginn werden in Deutschland Krypto-Assets umfangreich reguliert. Die Verwahrung von Krypto-Werten gilt seit 1. Januar 2020 als lizenzpflichtige Finanzdienstleistung und benötigt eine Zulassung von der Finanzaufsicht BaFin. Die EU-Kommission legte im September Legislativvorschläge zu Krypto-Werten vor. Die „Verordnung über Märkte für Krypto-Werte“ (Regulation on Markets in Crypto Assets – MiCA) soll 2022 in Kraft treten sowie europaweit Rechtsklarheit und -sicherheit für Emittenten und Anbieter von Krypto-Werten schaffen.

(Pressemitteilung PwC vom 04.11.2020)


Redaktion

Weitere Meldungen


Meldung

pitinan/123rf.com

18.03.2026

Trendwende bei Investitionen in Sicht?

Die Investitionstätigkeit in Deutschland verzeichnet eine durchwachsene Entwicklung. Die staatlichen Investitionen sind zum Jahresende 2025 sprunghaft gestiegen, die privaten Wohnbauinvestitionen haben nach langem Rückgang einen Wendepunkt erreicht. Dagegen mussten die Unternehmensinvestitionen im vierten Quartal einen deutlichen Rückschlag hinnehmen – trotz zuvor eher positiver Signale. Dies zeigt der Investitionsmonitor März 2026 von KfW Research. Staat investiert

Trendwende bei Investitionen in Sicht?
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

17.03.2026

Einbruch der Konjunkturerwartungen infolge des Nahost-Kriegs

Nach dem kräftigen Anstieg zum Jahresbeginn brechen die Erwartungen über die Konjunktur Deutschlands im März ein. Sie liegen mit minus 0,5 Punkten um minus 58,8 Punkte unter dem Vormonatswert. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich dagegen leicht verbessert. Der Lageindikator für Deutschland liegt mit minus 62,9 Punkten um plus 3,0 Punkte über dem

Einbruch der Konjunkturerwartungen infolge des Nahost-Kriegs
Meldung

olegdudko/123rf.com

16.03.2026

Viele Mittelständler ziehen sich aus dem US-Geschäft zurück

Die Handels-, Wirtschafts- und Außenpolitik der seit Anfang 2025 amtierenden US-Regierung trifft auch den deutschen Mittelstand. 52 % der kleinen und mittleren Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen in die USA unterhalten, berichten über negative Auswirkungen auf ihr Geschäft. Für 36 % haben sich bisher keine Änderungen ergeben. Nur rund 7 % haben vom politischen Kurswechsel in den USA profitiert. Dies

Viele Mittelständler ziehen sich aus dem US-Geschäft zurück
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)