• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • Börsengänge: USA und Europa retten IPO-Jahr 2024

23.12.2024

Börsengänge: USA und Europa retten IPO-Jahr 2024

2024 haben sich die IPO-Märkte sehr unterschiedlich entwickelt: Während in Europa und den USA deutlich mehr Mittel in Börsengänge flossen, gingen die Aktivitäten in Asien massiv zurück.

Beitrag mit Bild

murrstock/123rf.com

Auch im vierten Quartal 2024 war der globale IPO-Markt von sehr divergenten Entwicklungen geprägt: Insgesamt gingen in Q4 weltweit zwar nur 343 Unternehmen an die Börse – 7 % weniger als im Vergleichsquartal des Vorjahres 2023 (368). Hingegen stieg das Emissionsvolumen um 70 % auf 43 Milliarden US-Dollar. Auf das Gesamtjahr bezogen ergibt sich ein ähnliches Bild: Die Zahl der IPOs sank weltweit um 10 % auf 1.215 (Vorjahr. 1.351), das Emissionsvolumen schrumpfte um 4 % auf rund 121,2 Milliarden US-Dollar.

IPO-Märkte als Spiegelbild der globalen Tendenzen

„2024 haben sich die IPO-Märkte sehr unterschiedlich entwickelt: Während in Europa und den USA deutlich mehr Mittel in Börsengänge flossen, gingen die Aktivitäten in Asien massiv zurück. Insofern waren die IPO-Märkte erneut Spiegelbild der globalen makroökonomischen Tendenzen. Während die Zinssenkungen der westlichen Notenbanken und die steigenden Aktienmärkte prozyklisch wirkten, beeinträchtigten die Deglobalisierungstendenzen vor allem die asiatischen Märkte. Auch die hohe Zahl an Wahlen in großen Ländern führten zu einer Zurückhaltung bei Investoren – vor allem die USA-Wahl im vierten Quartal,“ resümiert Dr. Martin Steinbach, Partner und Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY. „Grundsätzlich ist die Pipeline weiterhin gut gefüllt. Der richtige Zeitpunkt mit Blick auf das Wertsteigerungspotenzial nach Börsengang und das Kapitalmarktsentiment, aber auch ausgewogene Preisvorstellungen der (Alt-)Eigentümer bleiben auch 2025 die wichtigsten Faktoren für einen gelungenen Börsengang.“

Internationale Märkte im Vergleich

Der US-Markt wuchs 2024 deutlich auf 183 Transaktionen (nach 127 im Vorjahr), das Gesamtvolumen stieg von 22,2 Milliarden auf 32,7 Milliarden US-Dollar.

Ebenfalls positiv war die Entwicklung in Europa, wo zwar die absolute Zahl leicht zurückging auf 125 (148 im Vorjahr), zugleich aber das Emissionsvolumen auf 19,1 Milliarden US-Dollar anstieg (plus 41 %, 13,5 Milliarden im Vorjahr).

In China (einschließlich Hongkong) wurden 170 Neuemissionen (Vorjahr 387) gezählt mit einem Gesamtwert von 19,8 Milliarden US-Dollar (Vorjahr 57,2 Milliarden) – der größte Rückgang unter allen relevanten Börsenplätzen.

Beim Blick auf die Branchen dominierten weiterhin Technologieunternehmen, dicht gefolgt von Firmen aus dem Sektor Advanced Manufacturing (moderne Fertigung). Erstere kamen auf eine Zahl von 211 mit einem Emissionsvolumen von knapp 23,6 Milliarden US-Dollar, letztere auf 174 mit einem Volumen von 9,2 Milliarden US-Dollar.

Im Jahr 2024 lag der Anteil der Börsengänge von Unternehmen aus den Portfolios von Private-Equity- und Venture-Capital-Fonds weltweit bei 12 % aller IPOs und 46 % beim Platzierungsvolumen.

Das sind Ergebnisse des aktuellen IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY.

Immer mehr Unternehmen warten auf bessere Rahmenbedingungen

„Drei Themen werden auch im kommenden Jahr großen Einfluss auf den IPO-Markt haben und darüber entscheiden, wie erfolgreich das Finanzierungsvehikel Börsengang genutzt werden kann“, sagt Steinbach. „Neben dem Konjunkturverlauf sind vor allem die Wachstumschancen im Zuge digitalen und grünen Transformation und neue geopolitische Realitäten maßgeblich. Daher werden Anleger selektiv vorgehen und vor allem Unternehmen bevorzugen, die mit einem nachhaltigen und Wert generierenden Geschäftsmodell überzeugen können. Die aktuelle Jahresendrally in vielen Märkten und die derzeit geringe Volatilität stimmen positiv für das IPO-Jahr 2025. Die angekündigte Deregulierung in den USA sollte dem US-Markt weiter Auftrieb geben, als Belastung könnten sich die möglichen Handelszölle erweisen.

Mit Blick auf den heimischen deutschen Markt bleibe ich vorsichtig optimistisch. Sofern sich das positive Momentum im Kapitalmarkt fortsetzt und eine neue Regierung die notwendigen Schritte zur wirtschaftlichen Belebung schnell und konsequent umsetzt, sind bis zu 10 Börsengängen im kommenden Jahr in Deutschland möglich. Darunter sehen wir Kandidaten in Spin off- und Carve Out-Situationen, etablierte mittelständische Unternehmen, Portfolio-Exits von Beteiligungsgesellschaften und Wachstumsunternehmen.“

Deutschland bleibt auch 2024 unter seinen Möglichkeiten

Der deutsche Kapitalmarkt kommt in diesem Jahr auf insgesamt sieben Neuzugänge – ein akzeptabler Wert angesichts der komplexen Gesamtlage. Davon gingen Douglas, Springer Nature, Renk Group und Eleving im Hauptmarkt der Deutschen Börse, Prime Standard, und Steyr Motors und Elaris in deutschen Juniormärkten (SCALE der Deutschen Börse bzw. M:access der Börse München) an die Börse. Weiterhin gab es mit dem Börsendebüt der BigRep (durch Zusammenschluss mit einem SPAC) einen weiteren Neuzugang im Prime Standard. Größter Börsengang Deutschlands war das Listing von Douglas im März mit einem Emissionsvolumen von knapp einer Milliarde US-Dollar, gefolgt von Springer Nature mit 665 Millionen US-Dollar.

Größte globale IPOs

Weltweit größter Börsengang des Jahres war die US-Firma Lineage, die beim IPO im Juli rund 5,1 Milliarden US-Dollar erlöste. Größter Börsengang des Jahres in Europa war im Mai die Erstnotiz des spanischen Konsumanbieters Puig Brands mit rund 2,9 Milliarden US-Dollar.

(EY vom 18.12.2024 / RES JURA Redaktionsbüro – vcd)


Weitere Meldungen


Meldung

©tashatuvango/ fotolia.com

14.07.2026

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief

Die Investitionsbereitschaft deutscher Mittelständler ist so niedrig wie seit Beginn der Erhebung 1995 nicht mehr. Nur noch 52% der Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Das zeigt eine Umfrage der DZ Bank und des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken unter mehr als 1.000 Firmen. Hohe Kosten bremsen Unternehmen Die Geschäftserwartungen bleiben schwach:

Investitionsbereitschaft im Mittelstand fällt auf Allzeittief
Meldung

©pitinan/123rf.com

14.07.2026

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt

Die staatliche Kaufprämie hat den deutschen Elektroautomarkt im zweiten Quartal deutlich belebt. Mit knapp 208.400 Neuzulassungen wurde ein neuer Quartalsrekord erreicht. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg der Absatz um 54%. Von dem Wachstum profitieren jedoch vor allem ausländische Hersteller. Deutsche Konzerne wachsen langsamer Die deutschen Autobauer steigerten ihre Elektroverkäufe zwar um 31%, ihr gemeinsamer Marktanteil sank

Elektroprämie befeuert den deutschen E-Auto-Markt
Meldung

© pichetw/fotolia.com

13.07.2026

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient

Der globale M&A-Markt hat das erste Halbjahr 2026 als Spiel zweier Hälften erlebt: Auf einen rekordverdächtigen Start folgte im zweiten Quartal ein spürbarer Rückgang. Das zeigt der aktuelle Quarterly Deal Performance Monitor (QDPM) von WTW, der in Zusammenarbeit mit dem M&A Research Centre der Bayes Business School erstellt wird. Auf Basis der Aktienkursentwicklung schnitten Käuferunternehmen,

Globales M&A-Geschehen zeigt sich resilient
CORPORATE FINANCE Beratermodul

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das Beratermodul CORPORATE FINANCE im 3 Monate Start-Abo (1 Monat gratis)