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14.06.2022

Boni von Führungskräften in Großunternehmen erneut deutlich rückläufig

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Gesamteinkommen bei den außertariflichen und leitenden Angestellten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie 2021 um 1,4% gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle VAA-Einkommensumfrage. Insgesamt betrug das Median-Gesamteinkommen im Bereich des Akademiker-Manteltarifvertrages rund 130.581 Euro. Deutlich rückläufig waren dabei erneut die variablen Bezüge, die im Durchschnitt um 8,6% zurückgingen. Im Vorjahr waren die Boni bereits um rund 17% gesunken. Die Fixeinkommen stiegen 2021 hingegen um 2,1%.

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Die Studienautoren zeigten sich von den Ergebnissen nicht überrascht, denn die aktuelle Umfrage bilde die Einkommensentwicklung des Jahres 2021 in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ab. Die Bonuszahlungen in diesem Jahr beruhten in aller Regel auf den Unternehmensergebnissen des Geschäftsjahres 2020, in dem der Umsatz der Branche um 6% eingebrochen ist.

Bei der Betrachtung der Einkommensentwicklung nach unterschiedlichen Unternehmensgrößen zeigen sich gegenläufige Entwicklungen. Während in großen Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten das Gesamteinkommen insgesamt um 0,6% sank, stiegen die Gesamtbezüge in kleinen Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten mit 4,8% deutlich an. In mittleren Unternehmen mit mehr als 1.000 und weniger als 10.000 Beschäftigten lag der Einkommenszuwachs bei 3,0%.

Wie im Vorjahr liegt die Ursache der unterschiedlichen Gesamteinkommensentwicklung in den variablen Bezügen. Denn während in den kleinen und mittleren Unternehmen die Boni um 7,3 beziehungsweise 2,0% zulegten, sanken sie in den Großunternehmen um 13,8%. Die Fixeinkommen lagen in Unternehmen aller Größen höher als im Vorjahr, stiegen in den kleinen und mittleren Unternehmen aber deutlicher als in den Großunternehmen.

Weil die Einkommen in den großen Unternehmen durch die niedrigen Boni bereits im zweiten Jahr in Folge gesunken sind, während sie in den kleinen und mittelgroßen Firmen nach oben gingen, hat sich inzwischen eine gewisse Angleichung der Gehälter vollzogen, erläutern die Studienautoren die Auswirkungen dieser Entwicklungen. Lag der Unterschied beim Gesamteinkommen zwischen kleinen und großen Unternehmen 2019 im Durchschnitt noch bei 29%, sind es 2021 nur noch 17%. Die Autoren der Umfrage rechnen allerdings nicht damit, dass die Veränderung in voller Höhe bestehen bleibt. Wenn mit der nächsten Umfrage wieder höhere Boni in den großen Unternehmen ermittelt werden  – wovon aufgrund der insgesamt guten Unternehmensergebnisse im Jahr 2021 auszugehen ist – werden sich die Gesamteinkommen wieder stärker auseinanderentwickeln, weil der Anteil der erfolgsabhängigen Bezüge in den großen Unternehmen deutlich höher ist.

Beantwortet haben die VAA-Einkommensumfrage für die Chemie- und Pharmabranche in Deutschland mehr als 4.200 Personen aus zahlreichen Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie.

(Pressemitteilung VAA – Führungskräfte Chemie vom 15.06.2022)


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