• Home
  • /
  • Meldungen
  • /
  • BVMW: Betriebliche Pensionsverpflichtungen belasten Mittelstand

29.01.2016

BVMW: Betriebliche Pensionsverpflichtungen belasten Mittelstand

Autokonzerne auf der Überholspur

Corporate Finance

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) warnt vor den Folgen der Niedrigzinsen für die betriebliche Altersvorsorge. Die Korrektur des Berechnungszeitraums für Pensionsrückstellungen reiche nicht aus, um den Betrieben Luft zu verschaffen.

„Die langanhaltende Niedrigzinsphase mag manchen öffentlichen „Kassenwart“ beglücken. Für Sparer und die Versicherungswirtschaft bedeutet sie allerdings mehr als nur, den Gürtel um ein bis zwei Löcher enger zu schnallen. Vielfach wankt die private Altersvorsorge, mancherorts droht die Implosion der betrieblichen Pensionszusagen das Eigenkapital der Betriebe aufzuzehren. Denn die Rücklagen für spätere Rentenzahlungen stehen in einem reziproken Verhältnis zum über sieben Jahre gewichteten Zinsmittelwert. Das heißt: Je niedriger der Zins, desto höher die betriebliche Rückstellungspflicht, die zur Not durch das betriebliche Eigenkapital zu bedienen ist. Das kann manchen Betrieb schon jetzt in Bedrängnis bringen“, warnt NRW-Landesgeschäftsführer Herbert Schulte vom BVMW.

Nötige Rendite fehlt, um Pensionszusagen einzuhalten

Um dem wenigsten ein Stück weit entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung beschlossen, die Betriebe mit Pensionszusagen bei der Berechnung ihrer Rücklagen zu entlasten und den Berechnungszeitraum des mittleren Zinses um drei Jahre zu verlängern. „Mit der Verlängerung der Berechnungszeit des Zinsmittelwertes auf zehn Jahre wird das Problem der Rückstellungen bestenfalls abgemildert. Das grundsätzliche Problem bleibt ungelöst, die private Altersvorsorge über Betriebsrenten liegt dank dauerhaft niedriger Zinsen buchstäblich auf der Intensivstation“, so Schulte. „Die zugrunde liegenden Lebensversicherungsverträge erwirtschaften nicht mehr die nötige Rendite, um Pensionszusagen einzuhalten. In vielen Fällen werden die Betriebe um Sanierungen nicht herumkommen.“ Schulte macht deutlich, dass selbst kurzfristig steigende Marktzinsen kaum Entlastung bringen. Die Deckungslücke von über 4 Mrd. € schwebe wie ein Damoklesschwert über den Betrieben. Der Mittelstand in Deutschland ist bislang Pensionsverpflichtungen von etwa 25 Mrd. € eingegangen.

(Pressemitteilung BVMW vom 29.01.2016)


Redaktion

Weitere Meldungen


Schild, Aufwärtstrend, Grün, green
Meldung

© bluedesign/fotolia.com

20.06.2024

ifo erhöht Prognose auf 0,4 % Wachstum für 2024

Das ifo Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr auf 0,4 % heraufgesetzt, von 0,2 % bislang. Im kommenden Jahr dürfte es sich beschleunigen auf 1,5 %. „Es entsteht gerade neue Hoffnung“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich langsam aus der Krise. Das zweite Halbjahr 2024 dürfte deutlich besser ausfallen als das

ifo erhöht Prognose auf 0,4 % Wachstum für 2024
Import, Export, Industry 4.0, Industrie, Logistik, Versand, Augmented reality, smart logistic
Meldung

©zapp2photo/fotolia.com

19.06.2024

Multikrise belastet industrielle Wertschöpfung

Die deutschen Industrie-Unternehmen blicken pessimistisch in die Zukunft: Mehr als 80 % der Firmen rechnen mit rückläufigen Gewinnen, wie die aktuelle Ausgabe des Supply Chain Pulse Check von Deloitte und Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) zeigt. Denn die bei Rohstoffen und Vorprodukten stark importabhängige Industrie kann ihre globalen Lieferketten immer weniger oder nur mit hohem Aufwand

Multikrise belastet industrielle Wertschöpfung
Ausblick, Innovation, Start up, Gender, Frau, Erfolg, Gleichstellung
Meldung

© Minerva Studio/fotolia.com

19.06.2024

ZEW-Konjunkturerwartungen stagnieren

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland verändern sich in der Umfrage vom Juni 2024 nur geringfügig. Sie liegen mit plus 47,5 Punkten um 0,4 Punkte über dem Wert vom Mai. Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage verschlechtert sich hingegen leicht. Der Lageindikator für Deutschland fällt um 1,5 Punkte und liegt aktuell bei minus 73,8 Punkten. „Die Konjunkturerwartungen

ZEW-Konjunkturerwartungen stagnieren

Haben wir Ihr Interesse für CORPORATE FINANCE geweckt?

Sichern Sie sich das CORPORATE FINANCE Gratis Paket: 1 Heft + Datenbank