14.06.2017

CEOs sind vorsichtig optimistisch

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Zwei von drei Vorstandschefs großer Unternehmen rechnen damit, dass die Weltwirtschaft in den kommenden drei Jahren wachsen wird. Doch die Zuversicht ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Geopolitische Faktoren wie Trump-Präsidentschaft, „Brexit“ und Migration sorgen für zunehmende Unsicherheit und haben wachsenden Einfluss aufs Geschäft.

Zwei von drei Vorstandschefs großer Unternehmen (65%) rechnen damit, dass die Weltwirtschaft in den kommenden drei Jahren wachsen wird. Doch die Zuversicht ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Geopolitische Faktoren wie Trump-Präsidentschaft, „Brexit“ und Migration sorgen für zunehmende Unsicherheit und haben wachsenden Einfluss aufs Geschäft. Das hat der „Global CEO Outlook Survey“ von KPMG ergeben, für den fast 1.300 Vorstandschefs von großen Unternehmen aus zehn Ländern befragt wurden, darunter 125 aus Deutschland. Alle Unternehmen verzeichnen einen Umsatz von mindestens 500 Mio. USD; ein Drittel sogar von mehr als 10 Mrd. USD.

65% der CEOs sind für die kommenden drei Jahre zuversichtlich, dass die Weltwirtschaft wachsen wird. Das sind deutlich weniger als 2016 (80%). Und auch die Zuversicht in das Wachstum der eigenen Branche ist zurückgegangen – auf 69% (von 85% 2016). Deutsche Unternehmen sind jedoch vergleichsweise optimistisch: Immerhin 77% gehen davon aus, dass die Weltwirtschaft in den kommenden drei Jahren wachsen wird.

Zuversicht in Wachstum der Weltwirtschaft sinkt

Für Ungewissheit bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage sorgen zahlreiche Faktoren: Brexit-Folgen, Trump-Präsidentschaft, Migration, Disruption, Cyber-Risiken. Für die Hälfte der Unternehmen (52%) hat diese Unsicherheit nach eigenen Angaben einen Einfluss auf das eigene Geschäft wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Viele – nämlich 69% – haben darauf bereits reagiert, indem sie neue Experten in das Führungsteam geholt haben, um potenzielle Risiken besser erkennen zu können. Zur wachsenden Unsicherheit trage auch die zunehmende Branchenkonvergenz bei, der sich praktisch sämtliche Unternehmen stellen müssen. Die meisten CEOs betrachteten das aber eher als Chance, ihr Geschäftsmodell zu verändern. Sie würden darauf setzen, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, um noch erfolgreicher zu werden, so die Autoren der Studie.

CEOs wollen Branchengrenzen selbst überschreiten

Drei Viertel der Unternehmen (74%) streben an, die eigenen Branchengrenzen selbst zu überschreiten, statt von branchenfremden Wettbewerbern angegriffen zu werden. Allerdings gibt auch mehr als die Hälfte der CEOs zu, dass ihr Unternehmen das eigene Geschäftsmodell nicht so stark umgestellt hat, wie es möglicherweise nötig wäre (61%). 65% sehen in der Disruption eher eine Chance als eine Bedrohung. Für die CEOs sei Disruption aber kein Selbstzweck. Sie seien sich bewusst, dass völlig neue Wettbewerber in ihren Markt eintreten, sich stärker auf ihre Kunden fokussieren, deren Bedürfnisse verstehen und deutlich machen, welchen Mehrwert sie mit ihren Produkten und Dienstleistungen bieten, so die Studienautoren.

Investitionen in Data & Analytics und Technologien nehmen zu

Die Budgets für Data & Analytics und kognitive Technologien werden in den nächsten drei Jahren nach Überzeugung der CEOs steigen. Aber jeder zweite fürchtet, dass sein Unternehmen nicht in der Lage sein könnte, künstliche Intelligenz in die vorhandenen Geschäftsprozesse zu integrieren (52%).Weniger neue Arbeitsplätze geplant als noch 2016 / Fachkräfte gesucht Drei Viertel der Unternehmen (75%) wollen ihre Investitionen in das Recruiting erhöhen. Vor einem Jahr waren es nur 52%. Doch gingen 2016 noch 73% aller befragten Unternehmen davon aus, die Zahl der Mitarbeiter innerhalb von drei Jahren um mindestens 6% zu erhöhen, sind es 2017 nur noch knapp die Hälfte (47%). Dies deute darauf hin, dass Unternehmen in den kommenden Jahren vor allem mehr Fachkräfte einstellen wollen. Gerade im Bereich kognitive Technologien aber auch für geopolitische Themen werden händeringend Experten gesucht. Und auch Datenanalysten, die in der Lage sind herauszufinden, was Kunden wirklich wollen, werden immer wichtiger fürs Geschäft.

Furcht vor Reputationsschäden wächst

Als eines der drei größten Risiken sehen die CEOs inzwischen das Reputationsrisiko beziehungsweise die Beschädigung der eigenen Marke an. 2016 rangierte dieses Risiko nicht einmal unter den Top 10. Knapp die Hälfte der CEOs sieht ihr Unternehmen gegenüber einem Cyberangriff gewappnet (42%). Das sind deutlich mehr als noch vor einem Jahr (25%).

CEOs rechnen mit Steuererhöhungen

Die geopolitische Unsicherheit und der Druck auf nationale Haushalte könnten dazu führen, den Unternehmen mehr Steuerlasten aufzubürden, fürchten die CEOs. Zwei Drittel der Befragten (67%) gehen davon aus, dass die Steuersätze in ihrem Land in den kommenden drei Jahren steigen werden. In Deutschland sind es sogar drei Viertel der Unternehmen (74%).

Den CEO-Outlook 2017 von KPMG finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung KPMG vom 13.06.2017)


Redaktion

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